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Bund und Land stellen 90,4 Millionen für Lüfter bereit

Düsseldorf (dpa/lnw)

Im Kampf gegen Ansteckungen mit dem Coronavirus stellen Bund und Land NRW weitere Millionen für mobile Lüfter zur Verfügung. Allerdings sind die Mittel an strikte Vorgaben gebunden. Und sie kommen zu spät, wie Grüne und Lehrervertreter sagen.

Von dpa

Ina Scharrenbach (CDU), Bauministerin von Nordrhein-Westfalen. Foto: Marius Becker/dpa

Das Land Nordrhein-Westfalen und der Bund stellen für ein zweites Lüftungsprogramm an Schulen und Kitas 90,4 Millionen Euro bereit. Das teilte Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales und Bau, am Montag in Düsseldorf mit. Damit sollen zusätzliche Maßnahmen zum Schutz vor Ansteckungen mit dem Coronavirus finanziert werden. Aus dem NRW-Rettungsschirm kommen 48,2 Millionen, der Bund gibt 42,2 Millionen Euro. Die Schul- und Kitaträger können damit Lüfter für Räume der Kategorie 2 anschaffen. Damit sind Räume gemeint, in denen die Lüftung eingeschränkt möglich ist, weil die Fenster nur kippbar oder Lüftungsklappen zu klein sind. Nach Angaben des Ministeriums liegt der Anteil dieser Räume zwischen 15 und 25 Prozent.

«Durch die zur Verfügung zu stellenden Finanzmittel des Landes Nordrhein-Westfalen und des Bundes wird für die Kommunen eine Finanzierung zu 100 Prozent gesichert. Für die weitere Umsetzung komme ich in der nächsten Woche auf die Städte und Gemeinden zu», sagte Scharrenbach (CDU). Ursprünglich wollte sich die Ministerin bereits in dieser Woche mit den Kommunen absprechen. Wegen der Hochwasserkatastrophe musste der Zeitplan geändert werden.

Scharrenbach betonte, dass mit dem Bund auch eine rückwirkende Beantragung vereinbart worden sei. Das bedeutet, dass die Schulen und Kitas die Lüfter bereits jetzt kaufen können, damit die Geräte zum neuen Schuljahr stehen. Mit Hilfe eines ersten Programms waren in Nordrhein-Westfalen bereits 5500 Räume mit Lüftern zum Schutz vor dem Coronavirus ausgestattet worden.

Lob für das Förderprogramm von Bund und Land gibt es von den Grünen im Landtag. «Warum dies schon wieder so lange gedauert hat, ist mir allerdings unerklärlich», sagte die bildungspolitische Sprecherin Sigrid Beer. Wieder einmal reagiere die Landesregierung nun auf den letzten Drücker - mitten in den Ferien. «In einem Monat starten die Schulen und die Inzidenzen steigen wieder, die Förderrichtlinie muss so schnell wie möglich kommen», sagte Beer laut Mitteilung.

Für den Verband «Lehrer NRW» bleiben nach der Ankündigung von Scharrenbach zu viele Fragen offen. Der Vorsitzende Sven Christoffer kritisierte, dass die Fördermittel nur für Räume mit eingeschränkter Lüftungsmöglichkeit bewilligt werden. «Sinnvoll wäre es, alle Räume mit mobilen Luftfiltern auszustatten, damit die Schüler im Herbst und Winter nicht wieder mit Schals und Mänteln im Klassenraum sitzen müssen. Das erfordert jedoch deutlich beherztere Investitionen», sagte Christoffer. Sein Verband vertritt die Interessen von Lehrerinnen und Lehrern an den weiterführenden Schulen (Sekundarbereich).

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