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Bewährungsstrafen im Prozess gegen Bordellbetreiber aus Goch

Kleve/Goch (dpa/lnw) - Im Steuerhinterziehungsprozess gegen ein Bordellbetreiber-Ehepaar aus Goch am Niederrhein hat das Landgericht Kleve Bewährungsstrafen verhängt. Die Chefin des Saunaclubs erhielt ein Jahr und drei Monate, ihr Mann (57) elf Monate Haft auf Bewährung, wie das Landgericht am Mittwoch mitteilte. Außerdem müssen die beiden 200 000 Euro «Taterträge» zurückzahlen. Die Entscheidung beruht auf einem Verständigungsvorschlag der Klever Wirtschaftsstrafkammer.

dpa

Eine Abschrift eines Haftbefehls liegt mit einem Strafrecht-Buch auf dem Tisch. Foto: Tom Weller

In dem langwierigen, seit Sommer 2020 laufenden Prozess hatte die Staatsanwaltschaft dem Paar ursprünglich vorgeworfen, Umsatzsteuer, Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge im Gesamtwert von fast zwei Millionen Euro nicht gezahlt zu haben. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, ob die Prostituierten in dem Bordell selbstständig gearbeitet hatten - also auch selbst Steuern abführen mussten - oder ob dies in der Verantwortung der Betreiber lag. Zeugenvernehmungen hatten die Betreiber teils entlastet.

Verurteilt wurden die Betreiber am Ende noch für 18 Fälle von Umsatzsteuerhinterziehung in der Zeit zwischen 2013 und dem Frühjahr 2016. Die Vorwürfe zur Lohnsteuer und zu den Sozialabgaben wurden fallengelassen. Gegen das Urteil ist Revision zum Bundesgerichtshof möglich.

© dpa-infocom, dpa:210428-99-385323/2

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