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Bätzing: Punkt für souveränes Handeln «überschritten»

Bonn (dpa)

Von dpa

Georg Bätzing, Bischof des Bistums Limburg. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat nach dem Rücktrittsgesuch des Münchner Kardinals Reinhard Marx indirekt den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki kritisiert. Im ZDF lobte Bätzing am Freitagabend die Souveränität der Entscheidung von Marx. «Für eine solche Entscheidung, da braucht man menschliche Stabilität, und da muss man auch geistlich offen sein. Ich glaube, der Punkt dieser Souveränität, der ist in Köln einfach überschritten. Dort ist jetzt eine Apostolische Visitation im Gange, das sind andere Gesetzmäßigkeiten, die dort jetzt greifen.» Der Papst hatte kürzlich mitgeteilt, dass Woelki von zwei Apostolischen Visitatoren - Bevollmächtigten - überprüft wird.

Bätzing, der Bischof von Limburg ist, betonte, dass der katholischen Kirche in Deutschland nur noch tiefgreifende Reformen helfen können. Dafür hätten die Bischöfe zusammen mit den Laien - den Nicht-Klerikern - den Reformprozess Synodaler Weg initiiert. «Aber es gibt massive Kritik an diesem Weg, und ich habe den Eindruck, manche denken, es wäre mit einigen Schönheitsreparaturen an der Kirche Genüge getan, dann wäre alles wieder gut. Dem widerspricht der Kardinal (Marx), und dem widerspreche ich auch. Es geht um fundamentale Reformen in der katholischen Kirche, ohne die wird es nicht weitergehen.» Als entschiedenste Kritiker des Reformprozesses gelten Woelki und der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer.

In den ARD-«Tagesthemen warnte Bätzing: «Alle, die denken, dass die Kirche aus dieser massiven Krise herauskommen könnte durch ein paar Schönheitsreparaturen äußerlicher Art, juridischer Art, verwaltungsmäßig, die täuschen sich». Man habe in der Kirche «solches Systemversagen» wahrgenommen, dass es darauf nur «systemische Antworten» geben könne, «die fundamental sind». So forderte Bätzing ein neues Verhältnis der Kirche zur Macht und zur Gewaltenteilung. Da sei «ganz viel möglich». Die bischöfliche Macht etwa habe etwas «von Monarchischem, etwas von vergangenen Zeiten». Nun brauche es «Kontrolle auf jeder Ebene von Machtausübung in der katholischen Kirche».

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