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Stahlkonstruktion über dem Rhein-Herne-Kanal

A 43: Belastungsprobe für Autobahnbrücke

Herne

Die Autobahnbrücke der A 43, die über den Rhein-Herne-Kanal führt, sieht sich tagtäglich einer großen Menge an Fahrzeugen ausgesetzt. Jetzt wird die große Belastungsprobe gemacht.

Jonas Wiening

Mit Hubsteigern fahren Arbeiter unter die A43-Brücke über dem Rhein-Herne-Kanal. Dort bringen sie Sensoren für eine Belastungsprobe an. Foto: Jonas Wiening

100 000 Fahrzeuge fahren jeden Tag auf der Brücke der Autobahn 43 über den Rhein-Herne-Kanal. Zehn Prozent davon sind Lkw. Oder besser gesagt waren. Denn die Autobahn GmbH (früher Straßen.NRW) sperrte vor wenigen Wochen die Brücke für alle Fahrzeuge, die mehr als 3,5 Tonnen wiegen. Zu groß scheint die Belastung für die vierspurige A 43-Brücke. „Als die Brücke 1965 gebaut wurde, rechnete man mit 45 000 Fahrzeugen am Tag, die hier lang fahren. Also mit weniger als der Hälfte der heutigen Last“, erklärt Carola Ziebs, die als Projektleiterin für den A 43-Ausbau zuständig ist. Da seit 2017 einige Großbaustellen vermehrten Stau auf der Brücke verursachten, stieg die Last für diese weiter an.

Sperrung keine Dauerlösung

Die jetzige Sperrung der Konstruktion für den Lkw-Verkehr soll aber keine Dauerlösung sein. „Sie kann es auch nicht“, sagt Carola Ziebs. Denn die Fahrzeuge über 3,5 Tonnen müssen ausweichen. „Das belastet insbesondere die Städte Recklinghausen und Herne stark“, erklärt die Projektleiterin. Deswegen setzen die Autobahn GmbH und ihre Prüfingenieure die Brücke über dem Rhein-Herne-Kanal Mitte Mai einer Belastungsprobe aus. Die Arbeiter installieren dafür rund 80 Sensoren und mehrere Kilometer Kabel an der Brücke. „Das ist ziemlich viel Arbeit für die knappe Zeit“, sagt Thomas Eberhardt vom zuständigen Ingenieurbüro. Er und seine Kollegen sind sich aber sicher, dass sie es rechtzeitig schaffen.

Wenn die Sensoren angebracht, verkabelt und geschaltet sind, können sie gleich mehrere wichtige Werte für die Gutachter liefern, die am Ende mehr zum aktuellen Zustand der Brücke sagen können. Die Sensoren messen zum Beispiel die Spannung und Temperatur des Stahls.

Wahrscheinlich am Pfingstwochenende sperrt die Autobahn GmbH dann die A 43-Brücke für den kompletten Verkehr. So können die Prüfingenieure zunächst die Sensoren – bei der Nullbelastung – kalibrieren. Anschließend setzt man die Brücke der Belastungsprobe aus. Dabei stellen die Arbeiter schwere Laster nach und nach auf der Brücke ab und kontrollieren die Werte, die die Sensoren liefern. So berechnen die Ingenieure um Thomas Eberhardt die Belastungsfähigkeit der Brücke. „Im allerbesten Fall können wir diese dann wieder für den gesamten Verkehr freigeben“, sagt Projektleiterin Carola Ziebs, die allerdings wenig optimistisch ist. Im schlechtesten Fall muss die Autobahn GmbH die Brücke komplett sperren. Am wahrscheinlichsten scheint es allerdings, dass die Brücke für Lastwagen über 3,5 Tonnen gesperrt bleibt.

Neue Brücke ab 2022?

„Da sich aktuell aber immer noch nicht alle Lkw daran halten, installieren wir dann eine Schranken- und Wiegeanlage vor der Brücke“, erklärt Ziebs. Fahrer, die sich über das Verbot hinwegsetzen, müssen mit einer Strafe von 150 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen.

Eine neue Brücke sollte im Rahmen des A43-Ausbaus ohnehin gebaut werden. Das war allerdings erst für 2024 geplant. Bei Teil- oder kompletter Sperrung der Brücke muss die Autobahn GmbH schneller handeln. Nach den Vorbereitungen könne damit dann im Sommer 2022 begonnen werden.

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