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Hochwasser-Katastrophe

Versicherer können Schäden noch nicht abschätzen

Münster

Die Schäden an Gebäuden und Hausrat sind den Hochwässer-Gebieten enorm. Da kommen üppige Schadensmeldungen auf die Versicherer zu. Doch wie hoch die Schäden genau sind, wissen die münsterischen Versicherer noch nicht.

Von Jürgen Stilling

Die Schäden an den Gebäuden im Hochwasser-Gebiet sind gewaltig. Foto: dpa

Die beiden münsterischen Versicherer Provinzial und LVM sind von der Hochwasser-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz massiv betroffen. Doch wie hoch die Schadenssummen sind, wagt noch niemand zu schätzen: „Die betroffenen Menschen vor Ort haben zurzeit anderes zu tun, als Versicherungsschäden zu melden“, betonte Benedikt Hoffschulte, Leiter des Bereichs Sachversicherung beim LVM, am Freitag. Zudem seien auch viele LVM-Agenturen überschwemmt. Telefon- und Internetnetze funktionierten teilweise nicht, so Hoffschulte.

„Es war zum Teil schwer, überhaupt Kontakt zu Geschäftsstellen und Sparkassen vor Ort aufzunehmen“. skizziert auch Provinzial-Pressesprecher Christian Schäfer die Unübersichtlichkeit der Lage. Bis zur Mitte der kommenden Woche dürfte ein erster Überblick über die Schadenslage möglich sein, prognostizieren beide Unternehmen.

Doch haben betroffene Versicherte überhaupt Ansprüche an ihre Gebäude- oder Hausratversicherung? Nur, wenn sie auch gegen Elementarschäden versichert sind. Das sind laut Schäfer, der sich auf die Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft beruft, bundesweit 46 Prozent der Kunden aller Versicherer, im Rheinland liegt dieser Anteil lediglich bei 37 Prozent.

Schäfer schloss indes aus, dass die zu erwartenden hohen Schadensmeldungen höhere Versicherungstarife für alle zur Folge haben könnten. „Für solche Katastrophenfälle bilden die Versicherer ja schließlich Rückstellungen“, erklärte der Provinzial-Sprecher. Auch habe der Klimawandel aktuell noch keinerlei preissteigernde Wirkung.

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