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Geothermie

Erdwärme im Fokus: Forscher suchen im Münsterland Kalkgestein 

Münsterland

Um die Wärmewende in NRW zu beschleunigen, werden Forscher im Münsterland nach Kalkgestein suchen, um die Möglichkeiten der Geothermie auszukundschaften.  Die Ziele und Hintergründe des Projekts im Überblick.

 Von Stefan Werding

Erdwärme aus Tiefengeothermie kann Fernwärmenetze speisen und ganze Stadtviertel mit Heizwärme versorgen. Das Archivbild zeigt Mitarbeiter einer Spezialfirma mit einem mit Industriediamanten besetzten Bohrkopf für eine Geothermie-Bohrung. Foto: picture alliance / dpa | Boris Roessler

Ab dem 11. November wird sich ein ungewöhnlicher Konvoi auf den Weg durchs Münsterland machen. Fünf Fahrzeuge werden unter anderem in Billerbeck, Dülmen, Havixbeck, Nottuln, Rosendahl, Senden und Sendenhorst unterwegs sein und alle 40 Meter stoppen, um Schallwellen in den Untergrund zu schicken – ähnlich wie beim Ultraschall beim Hausarzt. Die Vibrationsfahrzeuge sollen so herausfinden, in welcher Tiefe im münsterlän­dischen Boden Kalkstein­formationen liegen – und wie mächtig sie sind.

Kalksteine zählen zu den Gesteinen mit den höchsten geothermischen Potenzialen. In diesen Gesteinen kann sich besonders gut heißes Tiefenwasser sammeln. Und das ist nötig für die „Geothermie“, eine regenerative Energiequelle, die nach den Worten von NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart hochinnovativ ist, das Landschaftsbild erhält und die Chance eröffnet, die Menschen auf diesem Weg mitzunehmen. Fernwärmenetze, die bislang noch mit fossilen Energien betrieben werden, könnten Städte und Kommunen mit klimafreundlichen Quellen betreiben und so „auf einen Schlag die Wärmeversorgung für eine Vielzahl von Menschen klimafreundlich gestalten“, wie das Land meint.

Frage nach Wärmebedarf

Um den Kalksteinen genauer auf die Spur zu kommen, untersucht der Geologische Dienst NRW im Auftrag des Landes als erstes das Münsterland: Grund sind frühere Untersuchungen. So entdeckten Wissenschaftler schon in den 60er Jahren in Billerbeck Kalksteinschichten in 5500 bis 6000 Metern Tiefe, wo es bis zu 180 Grad warm war. Außerdem stehe in der Region dem möglichen Wärmeangebot durch die Geothermie ein entsprechender Wärmebedarf gegenüber, den bislang vor allem fossile Brennstoffe deckten.

Während einer digitalen Pressekonferenz meinte der Direktor des Geologischen Dienstes, Ulrich Pahlke, am Montag: „Sofern die für das zentrale Münsterland erwarteten Karbonatgesteine tatsächlich auch dort angetroffen werden, wo eine Nutzung wirtschaftlich sinnvoll ist, bieten sich hervorragende Chancen für eine regionale Wärmeversorgung als Beitrag zum Klimaschutz.“

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