1. www.dzonline.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Kreis-warendorf
  6. >
  7. Zu enge Zügel: FN und Ministerium eingeschaltet

  8. >

Gestütsleiterin räumt Fehler ein

Zu enge Zügel: FN und Ministerium eingeschaltet

Warendorf

Gerüchte über mutmaßlich tierschutzwidriges Verhalten im NRW-Landgestüt Warendorf hat Leiterin Kristina Ankerhold zurückgewiesen. Sie räumte allerdings Optimierungsbedarfe ein.

jp

Beschwerden über zu enge „Anlehnung“ bei einem Pferdetraining der Deutschen Reitschule im Landgestüt sorgten für offiziellen Erklärungsbedarf durch Gestütsleiterin Kristina Ankerhold. Foto: Joachim Edler

„Tierschutzwidriges“ Training im Landgestüt? Nach einigen Medienberichten und Echo in Sozialen Netzwerken hat sich Leiterin Kristina Ankerhold auf Anfrage der WN dagegen gewehrt. Sie räumt die zu enge Zügelung eines Pferds während dieses Trainings ein, verwahrt sich aber gegen den teils erweckten Eindruck, es habe „tierschutzrelevante“ Sachverhalte gegeben.

Die Vorwürfe, so Ankerhold in ihrer mit dem Landesumweltministerium abgestimmten Mitteilung am Freitagnachmittag, bezögen sich auf ein Training am 13. April. Zwei Landbeschäler seien in der Reithalle der Deutschen Reitschule „aufgrund eines parallelen Reittrainings der Deutschen Reitschule mit fremden Pferden“ in eine  „ungewohnte Trainings- und Stresssituation“ geraten.

„Sofortiges Eingreifen“ wegen gestresster Tiere nötig

Die Pferde seien nervös geworden, „ein sofortiges Eingreifen“ sei erforderlich gewesen. Es ging wohl um zwei vier- und fünfjährige Hengste. Dabei sei es zu einer „objektiv zu engen Anlehnung“ (also dichtem Anziehen der Zügel, Anm. d. Red) gekommen. Die beim Training anwesende Ankerhold habe die Reiterin mit dem Ziel angeleitet, in der angespannten Situation dennoch gelöst trainieren zu können. „Anlehnung und korrekte Biegung sind mit einem Pferd nach und nach zu trainieren.“

„Eine zu enge Anlehnung und ein Aufrollen sind grundsätzlich zum Wohle der Tiere zu vermeiden. Insbesondere bei Pferden, die sich noch in der Ausbildung und in einer stressigen Situation befinden, sind sie nicht immer vermeidbar.“ Sie stehe „für jeden Diskurs über Ansätze für lösende Arbeit von Pferden in Stresssituationen zur Verfügung. Zudem werden wir in Zukunft stärker darauf achten, die Reiteinheiten konsequenter zu trennen“, erläutert Ankerhold.

Gestütsleiterin Kristina Ankerhold

Zu dem Training waren der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) anonym Videos zugeleitet worden. Nach einem „fachlich kons­truktiven Gespräch“ schreibt Ankerhold, die FN sei eingeladen, „an den Trainingseinheiten des Landgestütes teilzunehmen“. Die Einschätzung des Landgestüts, dass  „zu keiner Zeit eine tierschutzrechtliche Relevanz“ bestanden habe, würde „nach einem fachlichen Austausch und Prüfung der kurzen Videosequenzen grundsätzlich auch von den Fachleuten des Landwirtschaftsministeriums geteilt“.

„Facebook“-Nutzer hatten es befremdlich gefunden, dass die Gestütsleitung kurz nach Verbreitung der Vorwürfe ein strafbewehrtes, generelles Film- und Fotoverbot für das Gelände erlassen hatte.

Startseite