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Hermann Mensing zu Besuch in der Verbundschule

Wünsche an den Dorfschreiber

 Everswinkel

In der vergangenen Woche war er als Dorfschreiber 2020/21 erstmals in der Klasse 8b der Verbundschule zu Gast. Von nun an wird Hermann Mensing einmal in der Woche dort sein. Das Ergebnis des ersten Zusammentreffens ist die Idee, gemeinsam ein Hörspiel zu erarbeiten. Außerdem durften die Schüler Wünsche an den Dorfschreiber richten. Dieser antwortete mit einem Gedicht.

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Dorfschreiber Hermann Mensing besuchte die Klasse 8b der Verbundschule. Die Schüler durften Wünsche äußern. Foto: Susanne Müller

Schon im letzten Jahr, im Vorfeld des für damals geplanten Aufenthaltes als „Dorfschreiber 2020“, war Hermann Mensing zu Besuch in der Verbundschule gewesen. Zusammen mit der Deutschlehrerin Grit Reiberg hatte er Gedanken für eine Zusammenarbeit entwickelt. Und dann kam bekanntermaßen alles anders.

In der vergangenen Woche war er als Dorfschreiber 2020/21 erstmals in der Klasse 8b zu Gast. Von nun an wird Hermann Mensing einmal in der Woche dort sein. Das Ergebnis des ersten Zusammentreffens ist die Idee, gemeinsam ein Hörspiel zu erarbeiten. Das ist für die Schüler und Schülerinnen Neuland, für den Dorfschreiber jedoch keineswegs, hat er doch schon seit Jahren Hörspiele, Theaterstücke, Gedichte, Geschichten und Romane für Kinder verfasst, ehe er sich seit 2005 mit seinen Buchveröffentlichungen auch an Erwachsene wandte. In seinem Blog-Eintrag vom 20. Mai hat er seine Eindrücke in der Verbundschule so beschrieben: „Findet ein Dorfschreiber, von dessen Aufgabe nur die wenigsten gehört haben, Zugang zu Menschen zwischen 13 und 15 Jahren? 11.40 Uhr also, die Schulglocke ruft alle in ihre Klassen, Frau Reiberg nimmt mich mit in den zweiten Stock zur 8b. Entspannte Gruppengröße, ich habe nicht durchgezählt, schätze aber maximal 20 Schüler. Ich stelle mich vor, erzähle von meinem Leben als Dichter. Ich lese kurze Texte, ich versuche, ins Gespräch zu kommen, was nicht ganz einfach ist. Man pubertiert, da müssen Schule und Dorfschreiber nachsichtig sein.“ So erfragte er erst einmal die Wünsche der Schülern an den Dorfschreiber. „Ich wünsche mir vom Dorfschreiber, dass . . .“, heißt es auf Postkarten, die der Kulturkreis Everswinkel im Vorfeld hatte drucken lassen, übrigens nicht nur für die Schulen, sondern für alle Menschen in beiden Ortsteilen. Manche Anliegen waren nicht wirklich überraschend: Es ging um die Handynutzung in der Schule oder um die Erlaubnis, nicht nur beim Sport Jogginghosen tragen zu dürfen. Aber auch deutliches Interesse an dem Mann, dem ersten Dichter und Schriftsteller, der leibhaftig vor ihnen stand, wurde signalisiert: „Ich wünsche mir, dass wir mal die Bücher lesen, die Herr Mensing geschrieben hat.“ Und dann kam noch ein sehr anspruchsvoller Wunsch hinterher: „Ich wünsche mir vom Dorfschreiber ein Gedicht über die Abschaffung von Hausaufgaben.“ Dem Wunsch kam Hermann Mensing natürlich nach, vielleicht anders als von Schülerseite gedacht: „nicht als Sonnet, auch nicht in sich reimenden Vierzeilern, sondern in offener Form.“

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