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Fitnessstudios dürfen am Dienstag wieder öffnen

„Wir stehen in den Startlöchern“

Drensteinfurt

Die rückläufigen Infektionszahlen und das „Modellprojekt“ im Kreis Warendorf machen es möglich: Am 1. Juni dürfen die beiden Drensteinfurter Fitnessstudios wieder öffnen. Am Mittwoch stattete Bürgermeister Carsten Grawunder den Einrichtungen einen Besuch ab.

Dietmar Jeschke

Die beiden Fitnessstudios in der Stadt dürfen am 1. Juni im Zuge des Projektes „Modellregion“ wieder öffnen. Bürgermeister Carsten Grawunder, Shafiq Ibrahimi (Fitness Center Drensteinfurt) sowie Vera Igelbrink und Carsten Schake („Wellness Oase“, v.l.), freuen sich, dass es nun endlich wieder losgehen kann. Foto: Dietmar Jeschke

Die Geräte sind startklar und desinfiziert. Das Terminbuchungsportal per App ist online. Fehlen also nur noch die Besucher. Auf die werden Vera Igelbrink und Carsten Schake von der „Wellness Oase“ sowie Shafiq Ibrahimi vom benachbarten „Fitness Center Drensteinfurt“ nun aber nicht mehr lange warten müssen. Gehen die zuletzt deutlich rückläufigen Inzidenzen nicht unerwartet wieder durch die Decke, dann dürfen beide Einrichtungen am kommenden Dienstag (1. Juni) wieder ihre Türen öffnen.

Möglich macht dies das Projekt „Modellregion“ im Kreis Warendorf, von dem in einigen Städten Kinos, in anderen die Gastronomie und in Drensteinfurt eben Kunden und Betreiber von Fitnessstudios sowie das Erlbad profitieren. Nach einem „zähen Ringen“, erklärte Bürgermeister Carsten Grawunder am Mittwochmorgen bei einem Ortstermin mit den Inhabern der beiden Drensteinfurter Studios. „Das Problem war, das natürlich alle alles wollten“, schilderte Grawunder. Aber genau das gehe im Rahmen des Modellprojektes zur vorsichtigen Lockerung der Corona-Maßnahmen natürlich nicht. Ziel, so der Bürgermeister weiter, sei vielmehr, durch wissenschaftliche Begleitung zu erfahren, wie gut – oder eben auch nicht – eine schrittweise Öffnung einzelner Teilbereich des öffentliches Lebens mit Blick auf die Corona-Entwicklung funktioniert.

„Wir stehen in den Startlöchern“, freut sich Vera Igelbrink auf den mittlerweile zweiten Neustart. Insgesamt neun von zwölf Monaten des abgelaufenen Jahres war ihre „Wellness Oase“ für den „normalen“ Besucherverkehr geschlossen. Ausnahme: die Patienten der angegliederten Praxis für Physiotherapie, die unter klar definierten Regeln Gesundheitssport und entsprechende Übungen absolvieren durften. Eine Sparte, die immerhin 30 Prozent zum Umsatz des Unternehmens beiträgt, erläutert Carsten Schake. Doch genau darin liegt auch das Problem. Da es sich nämlich in der Folge nicht um ein klassisches Fitnessstudio, sondern um einen „Mischbetrieb“ handelt, sind die Betreiber der „Wellness Oase“ bei der Verteilung von Überbrückungshilfen bislang leer ausgegangen. Bei weiterhin laufenden Fixkosten – auch für das Personal. Denn genau wie Shafiq Ibrahimi haben Igelbrink und Schake ihren Angestellten auch während der Schließungsphase die vollen Gehälter gezahlt, berichten sie.

Was die anstehende Öffnung selbst betrifft, so ist sie angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie natürlich noch mit Einschränkungen und besonderen Regeln verbunden. Die Besucherzahl in beiden Studios ist begrenzt. Kunden können sich jeweils einstündige Zeitfenster buchen. In der „Wellness Oase“ etwa per App, am großen Touch-Screen-Terminal im Eingangsbereich oder bei Bedarf auch persönlich am Empfangsschalter. Für beide Einrichtungen gilt außerdem: Duschen, Umkleiden und Saunabereiche bleiben vorerst weiter geschlossen. Die Registrierung per Luca-App ist obligatorisch. Und wer zum Training erscheint, der muss zudem eines der drei „Gs“ erfüllen – sprich: geimpft, genesen oder getestet sein.

Geimpfte und genese Besucher müssen den Impfpass oder einen entsprechenden Nachweis vorlegen. Erleichterungen gibt es für Nicht-Geimpfte, die noch eine höchstens 48 Stunden alte Testbescheinigung benötigen: Sie brauchen künftig nicht erst mit der berühmten „Kirche ums Dorf“ zu fahren, um sich in der Apotheke oder beim Arzt testen zu lassen. Denn wie Bürgermeister Carsten Grawunder berichtete, wird die Wagenfeld-Apotheke in den kommenden Tagen ein weiteres Schnelltestzentrum auf dem kleinen städtischen Parkplatz an der Raiffeisenstraßen eröffnen, in dem sich die Bürger zwei Mal pro Woche kostenlos testen lassen können. Eine weitere Station soll zudem in den kommenden Tagen in Rinkerode eröffnet werden.

In den beiden Studios selbst gelten die mittlerweile etablierten Hygieneregeln. Es herrscht Masken- und Abstandspflicht. Dazu hat Vera Igelbrink technisch aufgerüstet und zusätzliche Klimaanlagenfilter installieren lassen, die 3000 Kubikmeter Luft in der Stunde umwälzen. Stoß- und Querlüften gehören natürlich auch dazu. Hält der längst überfällige Frühling tatsächlich wie angekündigt in der kommenden Woche Einzug, wollen beide Studios nach Möglichkeit auch einzelne Kurse und Angebote im Freien stattfinden lassen.

„Wir danken allen Mitgliedern, die uns die Treue gehalten haben“, freut sich Vera Igelbrink auf ein baldiges Wiedersehen. Das übrigens, betont sie, geht mit dem Angebot einer jeweils individuellen Beratung einher, damit sich jeder Besucher wieder nach eigenen Maßstäben „fit machen“ kann.

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