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Dynamische Fahrgastinformation

Wenn der Bus mal später kommt

Sendenhorst

Besser über Verspätungen informiert werden schon bald die Bürger, die am Rathaus auf den Bus warten. An der dortigen Haltestelle ist eine Dynamische Fahrgastinformation (DFI), also eine digitale Anzeigetafel, aufgebaut worden. Sie soll kommende Woche in Betrieb gehen.

Nicole Evering

Noch ist die digitale Anzeigetafel nicht in Betrieb. Sie soll voraussichtlich ab der kommenden Woche mögliche Verspätungen der Busse minutengenau anzeigen. Foto: Nicole Evering

Verkehrswende bedeutet auch, so viele Menschen wie möglich zur Nutzung von Öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV) oder Fahrrad in ihrem Alltag zu motivieren. Wenn man sich allerdings an der Haltestelle die Beine in den Bauch steht, weil der Bus nicht wie im Fahrplan angegeben kommt, steigt so mancher wohl schnell wieder aufs eigene Auto um.

Für Abhilfe – zumindest, was die bessere Auskunft zu Verspätungen angeht – sollen Dynamische Fahrgastinformationen (DFI) sorgen. Eine solche digitale Anzeigetafel ist nun an der Haltestelle am Sendenhorster Rathaus aufgebaut worden.

Strom fehlt noch

Die Anlage ist zwar noch nicht in Betrieb, das allerdings soll zeitnah – anvisiert ist die kommende Woche – passieren, sobald das vom Energieversorger beauftragte Unternehmen die Anlage an das Stromnetz angeschlossen hat. Das teilt die Regionalverkehr Münsterland (RVM) auf Anfrage mit.

In Sendenhorst ist dies derzeit die einzige DFI-Anlage. Geplant sei aber, so RVM-Sprecher Björn Lindner, eine weitere an der Haltestelle Krankenhaus am Westtor zu installieren. Das wäre dann die insgesamt 14. im Kreis Warendorf. „Münsterlandweit installiert die RVM an rund 50 zentralen Haltestellen DFI-Anlagen, die Auskunft über die genaue Abfahrtszeit der einzelnen Linie geben“, erläutert der Sprecher. Die Auswahl der Haltestellen, die mit einer solchen Anlage ausgestattet werden, nehme man anhand der Fahrgastfrequenz und der Relevanz der jeweiligen Haltestelle vor.

Björn Lindner (RVM)

Lindner erklärt, wie das System im Detail funktioniert: Die DFI-Anlagen erhalten die Echtzeit-Informationen der Busse, die die jeweilige Haltestelle bedienen, über deren aktuelle Routenverläufe und spielen diese aus. Verspätungen werden somit zukünftig minutengenau angezeigt – was zwar nicht die Wartezeit an sich, aber zumindest das Stresslevel des Wartenden reduzieren dürfte. Eine Besonderheit der DFI-Anlagen sei ihre Vorlesefunktion. Diese sei ein weiterer Schritt in Richtung Barrierefreiheit und ermögliche es auch blinden und sehbehinderten Menschen, Informationen abzurufen. „Was in Oberzentren wie Münster schon lange etabliert ist, hält nun auch Einzug in den vier Münsterlandkreisen – und auch in der Stadt Sendenhorst.“

Die DFI-Anlagen seien zusammen mit der Echtzeit-Information in der Mobilitäts-App „BuBiM“ (Bus und Bahn im Münsterland) ein weiterer Baustein zu einer modernen Fahrgastinformation im ländlichen Raum. „Sie können aber noch mehr, als bloß die reine Abfahrtszeit der einzelnen Linien anzuzeigen. Je nach Bedarf lassen sich auch Zusatzinformationen als Lauftext einspielen, die auf Unregelmäßigkeiten, beispielsweise durch witterungsbedingte Ausfälle oder Demonstrationen hinweisen. Darauf können sich wartende Fahrgäste einstellen“, so der RVM-Sprecher.

Kosten von 20 000 Euro

Die Kosten für die neue DFI-Anlage in Sendenhorst liegen bei rund 20 000 Euro. Darin enthalten sind neben der Anlage selbst auch alle Arbeiten – Tiefbauarbeiten, Stromversorgung, Versorgung des Datenmanagementsystems –, die für die Inbetriebnahme notwendig sind. Der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) fördert 90 Prozent der Kosten, die in allen vier Münsterlandkreisen anfallen. Die restlichen zehn Prozent werden durch die RVM getragen.

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