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Runder Tisch Radverkehr übergibt Karte zur Situation

„Verbesserungen schnell möglich“

Warendorf

Wie steht es um den Radverkehr in Warendorf? Es gibt einige gute Lösungen, aber ganz viele schlechte hat der Runde Tisch Radverkehr festgestellt, der sich seit Oktober mit der Situation in der Stadt befasst. Am Dienstag hat der Arbeitskreis die Ergebnisse der bisherigen Arbeit an Bürgermeister Peter Horstmann übergeben – einschließlich einer Mängelkarte.

Erhard Kurlemann

Gerd Nergert (links) und Tobias Döhring erläutern Bürgermeister Peter Horstmann (rechts) eine Karte, die die aktuelle Radwegesituation in Warendorf abbildet -- und Verbesserungsvorschläge beinhaltet. . Foto: Erhard Kurlemann

Kann Warendorf Geld aus dem Nationalen Radverkehrsplan bekommen, den das Bundeskabinett vor gut vier Wochen verabschiedet hat? Bürgermeister Peter Horstmann lächelt vielsagend, als er am Dienstag eine Abordnung des Rundes Tisches Radverkehr im Rathaus begrüßt. „Wir übergeben das Ergebnis unserer bisherigen Arbeit“, sagt Gerd Nergert, als er gemeinsam mit Tobias Döhring und Norbert Breuer eine Karte enthüllt, die die Radwegesituation in Warendorf abbildet. „Das ist mein Thema“, freut sich Horstmann. „Das ist die investierte Zeit und das Geld wert.“

Die meisten der dargestellten Punkte auf der Karte sind schwarz. „Da haben wir Mängel festgestellt, zum Teil welche, die schnell zu beseitigen sind.“ Nergert nennt ein Beispiel: „Wenn der Marktplatz im Sommer von Fahrrädern gleichsam überflutet ist, wäre es doch sinnvoll, die wenigen Parkplätze in der Fleischhauerstraße als Radstellplätze auszuweisen – und der Charme des Platzes käme viel besser zum Vorschein.“ Wichtig sei auf alle Fälle, dass es von der Politik und aus dem Rathaus Signale gebe, dass etwas für den Radverkehr in der Stadt getan werde. Horstmann greift das auf und hebt hervor, dass die Stadt in naher Zukunft wohl einen Mobilitätsmanager brauche.

„Wir wollen das und wir fördern das“, sagt er und verweist darauf, dass er viele seiner Termine ebenfalls mit dem Fahrrad wahrnehme.

Der Runde Tisch Fahrrad hat im Oktober 2020 seine Arbeit aufgenommen – „natürlich online“. Gut 25 Mitglieder bringen ihre Vorschläge ein. Die Idee sei letztlich ein Ergebnis aus dem Wahlkampf vor der Kommunalwahl. „Da haben alle Parteien mehr oder weniger die Radfahrer und ihre Probleme entdeckt.“

Lebenswerte Städte und Gemeinden sind fahrradfreundlich. Die Förderung des Radverkehrs sei aktiver kommunaler Klimaschutz. Der Radverkehr stelle neben dem umfangreichen Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs einen ganz zentralen Baustein einer nachhaltigen Verkehrswende dar. Neben den ökologischen Vorteilen der Verkehrsverlagerung könne eine gut ausgebaute Radin­frastruktur zudem den Tourismus unterstützen und vor allem die Verkehrssicherheit vor Ort erhöhen.

Der Runde Tisch Radverkehr Warendorf hat sich gegründet, um Lobbyarbeit für den Radverkehr zu leisten. Dazu gehört, sinnvolle Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs vorzuschlagen – in der Öffentlichkeit und gegenüber der Verwaltung der Stadt.

Auch der neue nationale Radverkehrsplan betont die zentrale Rolle der Kommunen für die Umsetzung des umfangreich notwendigen Infrastrukturausbaus und vieler weiterer Maßnahmen der Radverkehrsförderung.

„Wir vom Runden Tisch Radverkehr wollen rasch erkennbare Verbesserungen für den Radverkehr erreichen. Gleichzeitig ist uns klar, eine fahrradfreundliche Kommune muss Jahr für Jahr pro Einwohner mindestens zehn Euro in den Radverkehr investieren. „Das ist dann für Warendorf eine Größenordnung von mindestens 400 000 Euro.“ Nergert macht einen Vergleich: „In Kopenhagen, der Fahrradhauptstadt Europas, werden jährlich 30 Euro pro Kopf für den Radverkehr ausgegeben.“

Schnell umsetzbar ist nach Ansicht des Runden Tisches das Ausweisen von Fahrradstraßen. „Sinnvoll wäre eine solche Straße zum Beispiel mit der Feidiekstraße beginnend bis in das Schulviertel. Eine andere Fahrradstraße könnte vom Freckenhorster Tor über In den Lampen, Königstraße, Marktplatz zum Dreisprung führen.

Gerd Nergert kündigt an, dass der Runde Tisch mit Anträgen immer wieder an seine Ideen erinnern wird.

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