1. www.dzonline.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Kreis-warendorf
  6. >
  7. Pfadfinder sein – trotz Corona

  8. >

Wenn Lagerträume platzen

Pfadfinder sein – trotz Corona

Warendorf

Die ersten Treffen fanden in der ehemaligen Garage im Pfarrgarten statt. Später wurden die Truppstunden am Kletterpohl fortgesetzt. Nach letzten Informationen bestand der Warendorfer Pfadfinderstamm bis zum Ende der 60er Jahre. Danach verliert sich die Spur der Pfadfinder in Warendorf. Bis am 23. Februar 1980 dann unter der Leitung von Herbert Olgemöller und Dieter Nissen der Stamm DPSG – St. Laurentius gegründet wurde.

Joachim Edler

Das Intercamp 2017 war ein internationales Pfadfindertreffen in Warendorf. Foto: Pfadfinder

Das Pfadfinder-Dasein ist normalerweise geprägt von gemeinsamen Aktionen und Gruppentreffen in persona. Als der Vorstand des DPSG-Stammes Warendorf im Herbst 2019 den Kalender für 2020 mit Veranstaltungen, Fahrten und allem, was dazu gehört, füllte, ahnte noch niemand, dass bereits wenige Monate später über die Durchführung eben jener Veranstaltungen beraten und sogar abgesagt werden musste.

Wie in allen anderen Lebensbereichen war auch der Pfadfinder-Alltag nicht mehr wie üblich durchzuführen – und er ist es aufgrund der Coronapandemie auch weiterhin leider nicht.

Dieter Nissen, Gründungsvater der Warendorfer Stammesgemeinschaft, dazu im WN-Gespräch: „Wir haben versucht, das Beste aus der Lage zu machen, unsere Arbeit so gut wie eben möglich an die Situation anzupassen und weiterzuführen und wir sind auf diese Weise sehr kreativ geworden.

Dennoch fehlt uns der persönliche Kontakt mit Kindern und Leitenden sehr und wir hoffen, dass das Jahr 2022 uns unseren Pfadfinder-Alltag ein Stück zurückbringen wird.“

Der Kontakt untereinander sei jedoch nie abgerissen, auch wenn Lagerträume platzten, die Teilnahme dieses Jahr Pfingsten am Intercamp in Südengland ebenfalls nicht möglich sein wird, stecken die Pfadfinder den Kopf nicht in den Sand. Truppstunden, wie es bei den Pfadfindern heißt, finden online statt. Zu Ostern gab es statt der traditionellen Karfreitagswanderung einen Stationslauf, bei dem sich die Pfadfinder mit ihren Familien auf den Weg machten. Und für den 29. Mai ist ein Gottesdienst in der St. Josef-Kirche geplant. Aktivitäten auf Sparflamme. Die Gruppenleiter melden sich in regelmäßigen Abständen bei den Wölflingen, den mit acht bis zehn Jahren Jüngsten im Pfadfinderstamm.

Knapp 100 Mitglieder zählt der Pfadfinderstamm Warendorf, der der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg angehört und der vom Wölfling über Jungpfadfinder, Pfadfinder und Rover alle Altersgruppen abdeckt. Zum Vorstand gehören Valentina Leutner (Vorsitzende) und Johannes Höing (Kurat). Höing hat bereits angekündigt, sein Amt zur nächsten Stammesversammlung am 29. Juni niederzulegen.

Dieter Nissen geht davon aus, dass die Stammesversammlung stattfinden kann – unter freiem Himmel und mit genügend Abstand im Garten der Vorsitzenden Valentina Leutner. „Wir haben bereits jemanden angesprochen, der sich vorstellen kann, das Amt von Johannes Höing zu übernehmen“, so Nissen. In den Vorstand werde man für drei Jahre gewählt.

Am 23. Februar 1980 wurde die DSPG Warendorf ins Leben gerufen. Die geplante Jubiläumsfeier wurde im vergangenen Jahr drei Mal verschoben. Und auch dieses Jahr wird es wohl nichts mehr mit einer Geburtstagsparty. „Ein Geburtstagsgefühl konnte nie so richtig aufkommen“, bedauert Nissen. Gemeinsam mit Frank Winkler arbeitet Nissen an einer Chronik. Erstmals wird der Stamm im Jahre 1949 erwähnt. Aufgenommen wurde die Idee von Kaplan Ferdinand Schulte-Berge (St. Laurentius). Die ersten Truppstunden wurden in der ehemaligen Garage im Pfarrgarten abgehalten. Später wurden die Truppstunden am Kletterpohl fortgesetzt. Nach letzten Informationen bestand der Stamm bis zum Ende der 60er Jahre. Danach verliert sich die Spur der Pfadfinder in Warendorf. Am 23. Februar 1980 wurde dann unter der Leitung von Herbert Olgemöller und Dieter Nissen der Stamm DPSG – St. Laurentius gegründet. Der erste Stammeskurat war Kreisdechant Walter Suwelack.

Und dann ist Dieter Nissen, doch wieder optimistisch, dass der 40. Geburtstag – wenn auch nachträglich – dann doch noch gefeiert werden kann. Auch wenn in dieser Zeit alle viel Ungewissheit erleben, bleiben Warendorfs Pfadfinder zuversichtlich – so wie es der Gründer der Pfadfinder-Bewegung, Lord Robert Baden-Powell vorgelebt hat: „Ein alter Pfadfinder ist voller Findigkeit. Aus allen Schwierigkeiten oder Nöten findet er einen Weg.“

Startseite