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Gemeindeeigenes Projekt zum Kita-Bau soll geprüft werden

Weiter mit einem Investor planen

Ostbevern

Wie geht es mit dem Bauprojekt rund um die Kita „Biberbande“ weiter? Soll weiter mit einem Investor zusammengearbeitet werden oder sollte die Gemeinde – so wie im Prüfbericht des Kreises Warendorf vorgeschlagen – selber die Zügel in die Hand nehmen und in Eigenregie eine neue Kita bauen? Eine grundsätzliche Fragestellung, die es im Rat zu klären galt.

Daniela Allendorf

Im vergangenen Sommer wurde die Modul-Kita des Kreises Warendorf in unmittelbarer Nachbarschaft des Neubaus der „Biberbande“ aufgestellt. Jetzt muss die seinerzeitige Übergangslösung weiter genutzt und sogar erweitert werden. Foto: Gemeinde Ostbevern

„Wir können die Kinder nicht über Jahre in einem Provisorium unterbringen“, sagte Bürgermeister Karl Piochowiak mit Blick auf die in der Ratssitzung anstehende Grundsatzentscheidung, ob die Gemeinde künftig beim Bau von Kindertageseinrichtungen weiter mit dem sogenannten Investorenmodell arbeiten oder die Sache selbst in die Hand soll, um auf eigenen Grundstücken Einrichtungen zu bauen.

Auslöser für diese Diskussion war der Prüfbericht des Kreises Warendorf im Zusammenhang mit dem Bau der Kita „Biberbande“ im Baugebiet Kohkamp III. „Es hat sich gezeigt, dass zumindest in diesem Fall das Investorenmodell als gescheitert anzusehen ist, da der Einfluss auf Gestaltung, Baufortschritt und Abwicklung nur sehr begrenzt ist“, heißt es im Bericht. Die Gemeinde solle sich daher grundsätzlich positionieren, ob sie künftig nicht besser selbst als Bauherr fungieren sollte, lautet der Vorschlag aus dem Kreishaus.

Uneinigkeit ob dieser Entscheidung herrschte indes unter den Ratsmitgliedern. „Wir waren uns in der Fraktion nicht einig, ob das eine gute Idee ist“, sagte Jutta Drilling-Kleinhauer (SPD) angesichts des Beschlussvorschlages der Verwaltung, die weiter an einem Investorenmodell festhalten will. Denn ein solches Verfahren – ein Investor plant und baut eine Tageseinrichtung, die Gemeinde mietet das Gebäude vom Investor und schließt mit dem Träger eine sogenannte Trägervereinbarung zur Sicherstellung der benötigten Kindergartenplätze – ist durchaus üblich.

Bereits bei der Kita Zauberburg am ehemaligen Standort Droste-Hülshoff-Straße wie auch am neuen Standort Wischhausstraße und bei der Kita Outlaw am Grevener Damm seien Investorenprojekte erfolgreich durchgeführt worden.

„Wir sollten jetzt nicht hinter jeder Mauer einen bösen Feind vermuten“, warb Jochem Neumann (Grüne) für das Modell. Und Parteikollegin Anja Beiers sagte: „Es schreckt natürlich ab, wie es jetzt gelaufen ist, aber wir sollten auf die Gemeinde vertrauen, dass sie alle Vor- und Nachteile richtig abwägt.“ Bürgermeister Karl Piochowiak wies noch einmal darauf hin, dass Investorenmodelle im Kreis Warendorf die Regel seien. So seien seit 2015 insgesamt acht Einrichtungen mit einem Investor entstanden. Lediglich eine sei von einer Kommune selbst gebaut worden.

Die Uneinigkeit innerhalb des Rates spiegelte sich schlussendlich auch im Abstimmungsergebnis wieder. Wurde doch zunächst der Beschlussvorschlag, weiterhin am Investorenmodell auch im Kohkamp festzuhalten, um den Punkt erweitert, dass die Gemeinde parallel auch ein Grobkonzept mit Zeit und Kostenplan für ein gemeindliches Projekt erstellen solle. Dafür votierten 19 Mitglieder des Rates – quer durch alle Parteien. Acht Stimmen richteten sich gegen den Beschlussvorschlag und ein Mitglied enthielt sich der Stimme.

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