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Ambrosius-Grundschule arbeitet mit Kapla-Steinen

Ruhe, Zeit und Fingerspitzengefühl

Ostbevern

Es sei der Ambrosius-Schule ein Anliegen, das naturwissenschaftlich-technische Lernen zu fördern, sagt Lehrerin Ines Lehmann. Umso erfreuter sind sie und Schulleiterin Andrea Winter, dass die Schule jetzt sechs Klassenkisten von Kapla-Steinen ihr Eigen nennen kann.

Anne Reinker

Jule Demmer und Catharina Lepper präsentieren Marcel Thiemann (Vereinigte Volksbank Ostbevern), ihrer Lehrerin Ines Lehmann und Schulleiterin Andrea Winter (v.l.) die neuesten Kunstwerke aus Kapla-Steinen. Foto: Anne Reinker

„Dafür braucht man Ruhe, Zeit und Fingerspitzengefühl“, erklären Jule Demmer und Catharina Lepper einhellig. Damit meinen die beiden Grundschülerinnen das Bauen von wahren Kunstwerken, das seit einigen Wochen die Bausteine des Herstellers Kapla möglich machen. Stolze 6000 Exemplare in sechs Klassenkisten sind seit einigen Wochen im Eigentum der Ambrosius-Schule. Die Finanzierung der pädagogischen Materialien im Wert von fast 1500 Euro hat die örtliche Vereinigte Volksbank im vollem Umfang übernommen.

Die hölzernen, länglichen Kapla-Steine sind keine Bauklötze im herkömmlichen Sinne, vielmehr lassen sich damit gezielt etliche Entwicklungsprozesse der Kinder fördern. Darauf stieß Ines Lehmann bei einer Lehrerfortbildung für das Kollegium vor zwei Jahren. „Das Thema Brückenbau ist im Lehrplan Sachunterricht verankert“, erklärt die Grundschullehrerin. Da war der Wunsch, die Holzbausteine in das Unterrichtsgeschehen einzubinden, nicht weit.

„Es ist der Schule ein Anliegen, das naturwissenschaftlich-technische Lernen zu fördern“, erklärt Ines Lehmann. Gerade diese Themen würden auf großes Interesse bei den Schülern stoßen. Außerdem würden sie insbesondere auch die sprachlichen Lernprozesse anregen, sagt Lehmann weiter.

Fragen wie, warum ist der Turm stabil oder warum fängt er an zu wackeln, zeigten, dass naturwissenschaftliche Themen die Auseinandersetzung mit sprachlichen Strukturen fördern, so die Lehrerin der Ambrosius-Schule. „Die Steine fördern die Kompetenzen, die auch für die weiterführenden Schulen wichtig sind“, sagt Schulleiterin Andrea Winter. An der Grundschule stehen die sechs Klassenkisten allen Jahrgängen zur Verfügung.

Die Kapla-Steine eignen sich nicht nur zum Erstellen von Brücken und Bauwerken, sondern auch von Tieren oder zum großflächigen Legen von Figuren. Die dazugehörigen Bücher leiten das Aufbauen an.

Bei einer kleinen Vorführung zum Dank für die Spende präsentieren Jule Demmer und Catharina Lepper die aktuellen Bauwerke. „Diese Brücke ist stabil, weil sie Träger und Stützpfeiler hat“, erläutert Jule Demmer, worauf es beim Fertigen der Kunstwerke ankommt. „Das Besondere an den Bausteinen ist, dass sie gleich groß sind“, fügt die Viertklässlerin hinzu. „Man kann auch improvisieren damit“, meint sie. „Und auch Werke erfinden“, fügt Catharina Lepper hinzu.

Nicht nur im Sachunterricht, auch im Bereich der Geometrie und der Mathematik sowie im Kunstunterricht werden die Steine verwendet. „Sie haben einen hohen Aufforderungscharakter“, hat Schulleiterin Andrea Winter durch die Reaktionen der Kinder erfahren. „Es ist ein tolles Material, das man fokussiert im Unterricht einbringen kann.“

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