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Bürger nach ihren Wünschen nach dem Ende der Pandemie befragt

Lebensqualität zurückgewinnen

Ostbevern

Die Ostbeverner eint die Hoffnung auf eine Rückkehr zu einem unbeschwerten Leben mit vielen zwischenmenschlichen Kontakten, ohne Sorgen um die Gesundheit oder die berufliche Existenz. Die WN haben einige Bürger befragt, was sie sich nach dem Ende der Corona-Pandemie am meisten wünschen.

Karl-Heinz Kock

Die befragten Bürger blicken größtenteils positiv in die Zukunft. Es gibt aber viele Dinge, die sie sich möglichst schnell zurücksehnen. Dabei geht es nicht nur um den Urlaub. Foto: IMAGO/Remedios Puerta, IMAGO, colourbox

Seit mehr als einem Jahr hält das Coronavirus die Welt in Atem. Drei Wellen von Infektionen sind inzwischen über Deutschland hinweg gegangen. Die Menschen sind pandemiemüde und sehnen sich nach Normalität. Die Westfälischen Nachrichten fragten bei Ostbevernern nach, worauf sie sich nach einem Ende der zahlreichen Beschränkungen besonders freuen.

Jochen Maier

„Die Unbeschwertheit ist verloren gegangen“, sagt Jochen Maier. „Am meisten stört mich die Unsicherheit. Man geht sich gegenseitig aus dem Weg, um niemanden anzustecken. Aber das Virus hat uns auch die Möglichkeit eröffnet, in sich zu gehen und zu erkennen, dass es Wichtigeres als Geschwindigkeit, Gewinnmaximierung und materielle Vorteile gibt. Aber ich fürchte, dass von dieser Chance nachher nichts übrig bleibt“, fährt der 70-jährige ehemalige Diplomkaufmann fort, der sich nach Ende der Pandemie vor allem auf kulturelle Veranstaltungen wie Autorenlesungen, politisches Kabarett und Ausstellungen freut. „Aber auch auf das Treffen mit Freunden. Auch um diese herzlich zu umarmen.“

Jo Mayer

In eine ähnliche Kerbe schlägt auch Jo Mayer: „Ich freue mich auf geselliges Zusammensein, sich in Deutschland in einen Biergarten zu setzen, zu verreisen und darauf, Menschen ohne Angst näherkommen zu dürfen.“ Bei der Frage, wann der Zeitpunkt für solche früher ganz selbstverständliche Tätigkeiten gekommen sein könnte, ist er eher pessimistisch. „Im nächsten Jahr. Jetzt ist die dritte Welle da. Die Politik hat beim Impfen auf der ganzen Linie versagt, und das wird auch so weitergehen“, sagt der 55-jährige Bauzeichner.

Sehr viel optimistischer ist da Michael Bisping. „Ich habe die Hoffnung, dass bis Mitte August ein Großteil der Menschen geimpft ist und die Beschränkungen dann aufgehoben werden. Vielleicht kann schon ab Juni gelockert werden“, so der 22-jährige Lehramtsstudent für Mathematik und Politik. „Dann können wir wieder einen Urlaub planen, verreisen, wandern und am Strand liegen. Im Alltag kann man wieder in Bars, Kneipen und Clubs gehen und Fußball spielen. Zudem wäre es ganz nett, mal wieder eine Uni von innen zu sehen und nicht nur am Laptop zu sitzen.“ Aber er räumt auch ein: „Ansonsten musste ich mich nicht so unheimlich viel einschränken, anderen ging es da wesentlich schlechter.“

Imke Ehmann

„Am meisten freue ich mich darauf, Freunde regelmäßig zu treffen und in der Gruppe was zu unternehmen“, sagt Imke Ehmann. „Sich frei bewegen zu können und vielleicht mal spontan zum Shoppen in die Stadt zu fahren.“ Zum Herbstbeginn rechnet die 21-jährige Auszubildende zur Sozialversicherungsangestellten mit deutlichen Verbesserungen. „Vielleicht gibt es dann noch keine Riesenveranstaltung, aber man kann vermutlich wieder viele Leute sehen. Das zurückliegende Jahr war schon sonderbar, man war sehr eingeschränkt. Früher musste man nie eine Maske tragen und konnte überall hingehen.“

Familienurlaub in Schweden

Maria Müller freut sich vor allem auf Familienurlaub in Schweden. „Dort haben wir ein Ferienhaus und waren zuletzt im Oktober 2020 da“, berichtet die selbstständige Logopädin. „Endlich mal wieder in ein Restaurant oder in eine Weinstube gehen oder sich mit befreundeten Pärchen zu treffen“, fände die 59-jährige Ostbevernerin auch sehr schön. „Aber so etwas Negatives wie eine Pandemie kann auch positive Dinge erwecken: zum Beispiel einen größeren Zusammenhalt, mehr Bewusstsein für das Thema Umwelt und ein besseres Hinschauen bei Lebensmitteln. Man kann sich das eigene Leben anschauen, wo man was verändern kann.“

Klaus Mühlenstrodt

Für Klaus Mühlenstrodt sind die zurückliegenden Monate „ein verlorenes Jahr. Da ist viel an Lebensqualität verloren gegangen.“ Und fügt mit einem Schmunzeln hinzu: „Der liebe Gott muss uns ein Jahr wiedergeben – aber nicht mit 80, sondern jetzt.“ Der 60-jährige Postbeamte möchte sich gerne wieder mit Freunden treffen und Sport machen. „Ich würde gerne wieder in Urlaub fahren, nicht nach Mallorca, aber mal wieder rauskommen“, steht ein anderer Wunsch ganz oben auf der Prioritätenliste für die Nach-Corona-Zeit.

Rückkehr zu einem unbeschwerten Leben

Mögen die individuellen Vorhaben für diese kommende Phase auch unterschiedlich sein, eins eint die Ostbeverner: ihre Hoffnung auf eine Rückkehr zu einem unbeschwerten Leben, ohne Sorgen um die Gesundheit, zwischenmenschliche Kontakte oder die berufliche Existenz, die manchem im Pandemie-Jahr viel an Unbefangenheit und Lebensqualität genommen haben.

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