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Gastwirt sammelt negative Erfahrungen mit Mehrweg-Geschirr

Nicht mehr alle Teller im Schrank

Müssingen

Gastwirt Robert Beermann und seiner Ehefrau Birgit Thönissen-Beermann fehlen in ihrer Gaststätte „Zum Fensterberg“ immer mehr Teller oder auch Weckgläser in den Schränken. Was beide sich so gut im Sinne der Nachhaltigkeit und des Umweltgedankens überlegt hatten, scheitert oftmals an den Gästen. Die bringen nämlich das Mehrweggeschirr nach einer Außer-Haus-Abholung eines bestellten Essens einfach nicht zurück.

Joke Brocker

Ostern boten Birgit Thönissen-Beermann und Robert Beermann Gerichte zum Mitnehmen in Weckgläsern an. Foto: Robert Beermann

Während der Corona-Pandemie türmt sich Verpackungsmüll wegen eines To-Go-Booms zu stetig wachsenden Plastikbergen. Ab 2023 soll damit Schluss sein. Künftig müssen Restaurants, Imbisse und Cafés ihren Kunden beim Straßenverkauf neben Einwegverpackungen auch alternativ eine Mehrwegvariante anbieten. Eine entsprechende Verpflichtung, die ab dem Jahr 2023 gelten wird, hat der Bundestag jetzt beschlossen. Eine gute Idee?

Gastwirt Robert Beermann, der mit Ehefrau Birgit Thönissen-Beermann die Gaststätte „Zum Fensterberg“ in Müssingen betreibt, ist skeptisch. Aus gutem Grund. Schon während des ersten Lockdowns hatte er Suppen „to go“ angeboten und diese in wiederverwendbaren Kunststoff-Behältnissen ausgegeben, die auch größtenteils zurückgebracht wurden.

In den vergangenen Monaten richtete er alle Gerichte zum Mitnehmen appetitlich auf Tellern aus Porzellan an. Die Gäste, die pro Teller bereitwillig zwei Euro Pfand zahlten, hätten sich darüber gefreut, waren dann aber zumindest teilweise offenbar zu bequem, die Teller auch wieder zurückzubringen. So kommt es, dass die Beermanns nicht mehr alle Teller im Schrank haben. 20 bis 30 seien noch unterwegs, schätzen der Koch und seine Frau. Für sie ein teurer Spaß, kosten die Porzellanteller doch im Einkauf mehr als drei Euro. Ostern boten die Wirtsleute Braten, Gemüse und Kartoffeln in Weckgläsern an. „Ein Glas kostet im Einkauf 1,86“, rechnet Beermann vor. Bei zwei Euro Pfand habe man dann wenigstens das Geld raus gehabt, wenn Gläser nicht zurückgegeben wurden. Die Beermanns haben, auch angesichts sinkender Inzidenzen, die hoffen lassen, dass zumindest die Außengastronomie langsam Fahrt aufnehmen kann, beschlossen, den Außer-Haus-Service einzustellen.

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