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Bebauungsplan „Alverskirchen Mitte-Süd“ soll geändert werden

Nachverdichtung statt Neubaugebiet

Alverskirchen

Der Bebauungsplan „Alverskirchen Mitte-Süd“ soll geändert werden. Zwischen der Brückhausenstraße im Westen, der Hauptstraße im Norden und der Neustraße im Osten ist eine Nachverdichtung vorgesehen. Dadurch wird vermieden, dass neue Baugebiete auf der grünen Wiese erschlossen und weitere Flächen versiegelt werden. In der Sitzung des Bezirksausschusses Alverskirchen wurde eine erste Entwurfsplanung vorgestellt.

Stefan Flockert

Eine Nachverdichtung ist für das zwischen Brückhausenstraße, Hauptstraße und Neustraße liegende Baugebiet geplant. Foto: Gemeinde Everswinkel

Immer neue Baugebiete an den Ortsrändern ausweisen, um zusätzliche Einnahmen zu generieren, ist für Kommunen attraktiv. Doch es gibt immer mehr Gegner dieser zusätzlichen Flächenversiegelung. Wo es möglich ist, wird vermehrt auf die Verdichtung des Innenbereichs gesetzt. Freie Fläche werden genutzt, An- und Umbauten genehmigt – wo machbar. Genau das soll jetzt in Alverskirchen mit dem Bebauungsplangebiet „Alverskirchen Mitte-Süd“ geschehen. Auf dem fast 177 000 Quadratmeter großen Areal zwischen der Brückhausenstraße im Westen, der Hauptstraße im Norden und der Neustraße im Osten soll nachverdichtet werden. „Der Bebauungsplan wird an die aktuellen Bedürfnisse angepasst“, sagte Stadtplaner Joachim Sterl vom Büro Post Welters + Partner aus Dortmund.

Um Haus- und Grundstücksbesitzern aber die Möglichkeit zu geben, kleinere Einfamilienhäuser zu errichten sowie Dachaus- oder Umbauten zu realisieren, muss der Bebauungsplan geändert werden. In der Sitzung des Bezirksausschusses Alverskirchen stellte Joachim Sterl eine erste Entwurfsplanung vor, die im Vorfeld eng mit der Gemeinde abgestimmt wurde.

Ziel der Planung ist es, einheitliche Spielregeln für alle festzusetzen. Als erstes soll festgelegt werden, dass die gesamte Fläche zu einem allgemeinen Wohngebiet wird. Hier soll der im Bebauungsplan noch als Mischgebiet festgesetzte Teil westlich der Neustraße ebenfalls zum Wohngebiet erklärt werden. Dort fänden sich „faktisch keine Nutzungen, die nicht auch in einem allgemeinen Wohngebiet zulässig wären“, heißt es in der Vorlage. Ein weiterer Baustein ist die teils zu verändernde Abgrenzung der überbaubaren Grundstücksflächen. Diese werden in Teilen des Planungsbereichs im Vergleich zu den bisherigen Festsetzungen erweitert, ergänzt oder zusammengefasst. Vereinheitlicht werden auch die Höhenfestsetzungen, die Geschossigkeit und die Bauweise.

Gesteuert wird zudem die Dichte im Plangebiet, indem unterschiedlich viele Wohnungen je Wohngebäude zugelassen werden. Es soll Bereiche geben, in denen bis zu fünf Wohnungen je Haus zulässig sind, in anderen Abschnitten — den klassischen Einfamilienhausgebieten — sind nur zwei Wohnungen erlaubt.

Uwe Wolf (SPD) regte an, dass Neubauten nur bei energieeffizienter Bauweise nach KfW-55-Standards zulässig sind, damit Wärmepumpe und Photovoltaikanlage möglich sind, um den Klimaschutz voranzutreiben und die CO-Belastung zu senken. Er kritisierte, dass Klimaschutzziele in den vorgelegten Plänen keine Erwähnung finden. „Wir verhalten uns wie ein Kettenraucher, der über die gesundheitlichen Folgen genau Bescheid weiß, sein Verhalten nicht ändert, aber behauptet, er könne jederzeit aufhören“, heißt es in seinem Antrag, der später aber nicht zur Abstimmung kam. In der Diskussion darüber wurde deutlich, dass es schwer sein werde, in einem gewachsenen Gebiet derartige Vorgaben nachträglich zu verankern. Über die Klimaschutzfrage soll im Planungsausschuss am 1. Juni noch einmal gesprochen werden.

Neben dem Klimaschutz waren auch noch die immer mehr werdenden „Schottergärten“, wie Johannes Schniggendiller (Grüne) sie nannte, ein Thema. Steingärten seien aber nicht vorgesehen, entgegnete Ausschussvorsitzender André Gerbermann (CDU). Am Ende wurde bei einer Enthaltung (SPD) die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange beschlossen.

Bau- und Planungsamtsleiter Norbert Reher gab bekannt, dass es nach den Sommerferien, voraussichtlich am 24. August, eine Bürgerversammlung geben wird, bei der die Grundzüge der Planung vorgestellt werden sollen, Fragen gestellt werden können und auch über Details diskutiert werden kann. Ob diese Veranstaltung in Präsenz oder online stattfindet, hängt von der Corona-Lage ab.

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