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Über Geschmack lässt sich streiten

Lolli-Test kommt gut an

Warendorf

„Der Test ist ganz einfach und geht viel schneller. Und eigentlich schmeckt der Lolli gar nicht so schlecht“, meint der zehnjährige Arthur Managadse nach kurzem Überlegen. „Ich hatte gehofft, der schmeckt auch wirklich wie ein Lolli, nach Vanille oder Schokolade“, so viele Schüler der Klasse 4A der Bodelschwinghschule, die zum ersten Mal den „Lolli-Test“ machen.

Rebecca Lek

Lolli-Test: Die Codenummern der Tests muss die Schulleitung den verschiedenen Klassen und Pools zuordnen. Sind alle negativ, passiert nichts weiter, gibt es einen positiven Pool, informiert sie die Eltern. Dann müssen die Kinder einen Einzeltest durchführen. Foto:

Die Enttäuschung ist auch am Ende der Woche mit den ersten Lolli-Tests noch nicht ganz verflogen. „Ich hatte gehofft, der schmeckt auch wirklich wie ein Lolli, nach Vanille oder Schokolade“, so viele Schüler der Klasse 4A der Bodelschwinghschule, die zum ersten Mal den „Lolli“ in den Mund nehmen. Da haben die Entwickler aber offenbar kein Augenmerk drauf gelegt. Die Tests schmecken neutral, „nach gar nichts eigentlich“, sagen die Kinder.

Seit Anfang der Woche sind in Nordrhein-Westfalen in Grund- und Förderschulen flächendeckend sogenannte „Lolli-Tests“ im Einsatz, um eine mögliche Infektion mit Covid-19 festzustellen. Diese ersetzen die nasalen Selbsttests, die bis jetzt zwei Mal die Woche durchgeführt wurden. Mit Lollis hat der Test allerdings nicht wirklich viel zu tun. Optisch sind sie von den nasalen Tests kaum zu unterscheiden: Ein Stab mit einem kleinen Wattebausch am Ende. Den müssen die Kinder 30 Sekunden in den Mund stecken und daran lutschen.

In der Bodelschwingh-schule begrüßt Schulleiterin Dorothee C. Pinkhaus die neue Methode. „Die Handhabung ist viel einfacher und die Tests bieten mehr Sicherheit“, betont die Schulleiterin.

Denn im Gegensatz zu dem Selbsttest, werden die Lolli-Tests in einem Labor ausgewertet und seien dem PCR-Test gleichgestellt. Einziger Nachteil: Die Ergebnisse sind nicht sofort sichtbar. Die Schulleiterin erhält am Nachmittag über eine extra dafür eingerichtete App die Ergebnisse. Sofern ein positiver Befund vorliegt, wird zudem telefonisch Kontakt aufgenommen.

211 Schüler besuchen derzeit die Bodelschwingh-Grundschule – natürlich im Wechselunterricht. In Grundschulen gibt es mit dem Lolli-Test nun auch die verbindliche Vorgabe dies nicht wochenweise durchzuführen, sondern dass der Wechselunterricht tageweise zu erfolgen hat.

15 Kinder der Klasse 4 A befanden sich am Mittwoch im Klassenraum. Sie sind sich einig: Der Test ist toll. „Der Test ist ganz einfach und geht viel schneller. Und eigentlich schmeckt der Lolli gar nicht so schlecht“, meint der zehnjährige Arthur Managadse nach kurzem Überlegen.

Das Gefühl im Mund findet Sophie Harms allerdings nicht so toll. „Das fühlt sich irgendwie ekelig an, schmeckt nach nichts“, gesteht die Zehnjährige.

Auch die jüngeren Schüler aus der 2 A sind glücklich damit, dass die Lolli-Tests gemacht werden können. „Das ist viel besser und ich muss mir nichts in die Nase stecken“, meint der acht Jahre alte Bruno Linker. Auch Justina Stoll findet den Geschmack nicht gerade berauschend. „Das schmeckt echt ekelig“, sagt die Siebenjährige. Die Schüler hätten die Test-Lollis am liebsten mit Vanille- oder Schokoladengeschmack.

Nicht nur die Schüler, sondern auch die Lehrer sind zufrieden mit den neuen Tests. „Es geht viel schneller und wir können uns endlich wieder auf das konzentrieren, worauf es ankommt: den Unterricht“, betont der stellvertretende Schulleiter Uwe Amsbeck.

Während bei dem Selbsttest die Ergebnisse den Kindern direkt zugeordnet wurden, wird jetzt je Klasse ein sogenannter „Pool-Test“ durchgeführt. Alle Kinder führen den Test durch. Diese werden dann ins Labor geschickt. Jedes Kind erhält zusätzlich ein Test-Kit für zu Hause. Denn sofern ein Test aus dem Pool positiv ist, müssen alle Schüler dieser Klasse am Folgetag einen Einzeltest von zu Hause einreichen.

Für die Förderschulen läuft das noch etwas anders, wie Tobias Mörth, Leiter der Heinrich-Tellen-Schule berichtet. Dadurch, dass die 120 Schülern im Alter von sechs bis 21 Jahren aus einem großen Einzugsgebiet kommen, werden die Einzeltests ebenfalls in der Schule durchgeführt und bis zum Folgetag in einem Kühlschrank aufbewahrt.

Dadurch, dass die Schule von Kindern mit unterschiedlichen Behinderungsgraden besucht wird, gestaltet sich die Durchführung etwas schwieriger.

„Wir dürfen wirklich nur Handreichungen machen. Gerade bei Schülern mit Schwerstbehinderung ist das nicht immer so einfach“, gesteht Mörth. Aus diesem Grund bekommt auch weiterhin eine kleine Anzahl an Schülern einen Selbsttest mit nach Hause.

Insgesamt findet der Schulleiter der Förderschule die Lolli-Tests ebenfalls gut. Er hätte sich die Umsetzung von Anfang an gewünscht. „Unsere Schüler hatten sich jetzt gerade an die Nasentests gewöhnt und konnten damit gut umgehen. Sich wieder auf etwas neues einzustellen, ist nicht immer einfach.“

Dennoch gehen auch die Kinder mit Behinderung gut mit der Gesamtsituation um. Mörth: „Wir wachsen alle mit der Pandemie. Menschen mit und auch ohne Behinderung.“

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