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Bauverwaltung stellt Bewertungssystem vor

Klare Kante für kaputte Wirtschaftswege

Warendorf

Beim Römerweg oder an der Breiten Straße geht es zur Sache: Sie haben eine hohe Reparatur-Priorität. Der Stadtentwicklungsausschuss beschäftigte sich mit dem digital aufgearbeiteten Wirtschaftswege-Kataster.

jp

Auf den Römerweg wendet die Bauverwaltung erstmals den neuen Kriterienkatalog für die Wirtschaftswegeunterhaltung an. Foto: Jörg Pastoor

42 Seiten stark, über 2500 Einzelabschnitte im riesigen Netz: Um das digital aufgearbeitete Wirtschaftswege-Kataster und die Einstufung von Reparaturbedarfen ging es Donnerstag im Stadtentwicklungsausschuss. Das Raster, mit dem die Bauverwaltung entscheidet, wann welches Wegstück für Teil- oder Komplettsanierung an der Reihe ist, haben alle Fraktionen begrüßt.

Klar ist, das hatten letztes Jahr schon die Gutachter des Büros Ge-Komm so beurteilt: Warendorfs Wirtschaftswegenetz ist so groß, dass eine flächendeckend gute Qualität unbezahlbar ist.

Darum geht es auch nicht. Fachbereichsleiter Christoph Schmitz erklärte die Kriterien für die Reihenfolge einer Sanierung. Noten für Beschreibungen über den Zustand und den Nutzungsgrad der Wege sind am wichtigsten. Führen Rad- oder Busstrecken darüber? Gibt es Schülerverkehr? sind es öffentliche oder private Straßen – falls man sie, abhängig von ihrer Ausbauart – so nennen kann?

Eine so detaillierte Liste führt auch die für öffentliche Zuschüsse wichtige Rolle als Hauptweg oder Ortsverbindung auf. Nur für sie gibt es überhaupt Geld. Für den großen Rest müssen die aktuell 300 000 Euro pro Jahr reichen. Was etwa die Reparatur von rund vier Kilometern Weg erlaubt – etwa ein Hundertstel bei rund 350 Kilometern Gesamtlänge.

Oberflächensanierung am Beverstrang

Am Beverstrang in Milte reicht nach Anwendung des neuen Katalogs eine Oberflächensanierung. Zurzeit aufgrund ihrer Bedeutung und ihres Zustandes recht weit oben in der Liste stehen etwa der Römerweg oder die Breite Straße. „Die liegen recht hoch in der Reparatur-Priorität“, meinte Christoph Schmitz. Und daraus, das fügte Baudirektor Peter Pesch an, habe man auch gleich ein Projekt gemacht. Den zwischen 3,30 und 3,50 Meter breiten Weg wolle man breiter machen. Das zähle dann schon zu einer grundlegenden Sanierung, die Voraussetzung für eine Förderung sei. Vor allem tiefer wolle man da gar nicht gehen: „Da liegt Hochofenschlacke drunter, und dann hätten wir ein ganz anderes Problem.“

Die CDU begrüßte das auch durch Bürgerbeteiligung professionalisierte Prioritätenkataster ebenso wie SPD und Grüne. Laut Peter Pesch sei die Bauverwaltung jetzt „anders unterwegs“ und könne dieses „lebendige“ Datensammlung jederzeit auf den aktuellen Stand heben. „Damit haben wir jetzt ein anders Bild als nach dem nächsten Winter.“ Der letzte hat übrigens mächtig am Asphalt genagt.

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