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Hans-Jürgen Thamm ist seit 20 Jahren Kolpingvorsitzender

Gemeinschaft steht im Mittelpunkt

Walstedde

Die Walstedder Kolpingsfamilie ist eine starke Gemeinschaft. Der Verein hat derzeit 63 Mitglieder. Hans-Jürgen Thamm ist seit 51 Jahren Mitglied, Kolping ist für ihn ein zweites Zuhause. Seit 20 Jahren steht er der Kolpingsfamilie im Lambertusdorf vor.

Simon Beckmann

Die Gemeinschaft liegt Hans-Jürgen Thamm am Herzen. Seit 20 Jahren führt er nun die Walstedder Kolpingsfamilie – und hofft nun, dass er alle Mitglieder so bald wie möglich wieder persönlich begrüßen darf. Foto: Simon Beckmann

„Gemeinsam erreicht man mehr als alleine.“ Ein Credo, das für Hans-Jürgen Thamm sinnbildlich für die Kolpingsfamilie steht und für ihn im Jahr 1970 auch der ausschlaggebende Grund war, dem katholischen Sozialverband im Lambertusdorf beizutreten. Auch heute, 51 Jahre später, bildet für ihn noch immer die Gemeinschaft den Mittelpunkt des Vereinslebens. „Das ist für mich ein zweites Zuhause“, sagt der 66-Jährige und wird konkreter: „In Kolpingsfamilie steckt schon das Wort Familie drin. Das trifft es für mich ganz gut.“ Der pensionierte Justizvollzugsbeamte weiß, wovon er spricht. Schließlich hat er den aktuell 63 Mitglieder zählenden Verein in den vergangenen zwei Jahrzehnten als Vorsitzender mitgeprägt und ihm als Ansprechpartner ein Gesicht gegeben.

Nachfolger von Franz Greive

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung 2001 wurde Hans-Jürgen Thamm zum Nachfolger von Franz Greive zum Walstedder Kolping-Chef gewählt. Zuvor hatte er sich bereits über viele Jahre in verschiedenen Funktionen für den Verein engagiert. So bekleidete er unter anderem von 1972 bis 1987 den Posten des Kassierers und war von 1993 bis 2001 stellvertretender Vorsitzende. Zwischenzeitlich, von 1987 bis 1992, organisierte er die Kultur- und Freizeitveranstaltungen für den Kolpingverband im Kreis Warendorf mit. „Wir haben Kegel-, Tischtennis-, Schieß- und Fußballturniere auf die Beine gestellt“, erinnert er sich daran zurück. Irgendwann sei das allerdings eingeschlafen.

Hans-Jürgen Thamm

Stets aktiv war dagegen in den zurückliegenden Jahren die Walstedder Kolpingsfamilie mit einem vielfältigen Programm. „Der Verein hier basiert auf den drei Säulen Gemeinschaftssinn, Kirche und Soziales sowie Umweltbewusstsein“, erklärt Hans-Jürgen Thamm. „Wir spenden beispielsweise jährlich bestimmte Beträge an soziale Einrichtungen, führen Schrott- und Altkleidersammlungen durch, feiern ein kleines Schützenfest und laden zu Andachten ein“, nennt der Vorsitzende nur einen Bruchteil der Aktivitäten des katholischen Sozialverbandes aus dem Lambertusdorf. Wichtig sei ihm dabei – das betont der 66-Jährige – aber immer die Gemeinschaft. „Nur gemeinsam können wir unsere Ziele erreichen, die als Einzelperson kaum erreichbar wären“, findet der Walstedder. Als Beispiel führt er die zwei Mal jährlich stattfindende Schrott- und Altkleidersammlung an. „Ohne die vielen Helfer wären solche Aktionen gar nicht machbar.“

Von Radtouren bis Schrottsammlungen

Und auch neue Angebote, die in den vergangenen 20 Jahren ins Leben gerufen wurden, seien immer positiv angenommen worden. Sehr beliebt seien etwa die 2009 gegründete Fahrradgruppe oder die 2018 aufgebaute Walkinggruppe. Und auch die Altkleider- und Althandyannahme am ersten Samstag im Montag im Pfarrheim, die es seit 2016 gibt, werde gut angenommen. Besondere Erinnerungen verbindet der Kolping-Chef dazu mit den Schrott- und Altkleidersammlungen, die „immer sehr viel Spaß machen“. Auch an die schönen Europatouren – Thamm organisiert diese mehrtägigen Fahrten – denke er des Öfteren zurück. „Unvergessen ist für mich auch das Jubiläum zum 50-jährigen Bestehen unserer Kolpingsfamilie im Jahr 2011. Damals haben wir das Kolpingkreuz in Herrenstein eingeweiht und anschließend mit 180 Gästen im Saal bei Kessebohm gefeiert“, erzählt er. Mit dabei waren unter anderem drei Patres aus St. Ottilien und das Kolpingblasorchester aus Rinkerode. „Das war schon besonders“, sagt Hans-Jürgen Thamm.

Pandemie ließ kaum Veranstaltungen zu

Trotz all der positiven Erinnerungen ist die Stimmung bei dem Kolping-Chef derzeit etwas gedrückt. „Wir haben aufgrund der Pandemie seit einem Jahr kaum eine Veranstaltung anbieten können“, berichtet er. Nur eine Jubilarehrung in der Kirche sei unter Einhaltung der Hygieneregeln durchgeführt worden. Zudem habe die Kolpingsfamilie ihren Mitgliedern ein Schreiben samt Präsent zukommen lassen. Dennoch sei es schwierig, Kontakt zu halten.

60-jähriges Bestehen wird später gefeiert

Aufgrund von Covid-19 hat die Kolpingsfamilie außerdem in diesem Jahr darauf verzichtet, ein Programm auszuarbeiten. „Das macht wenig Sinn. Schließlich ändern sich die Umstände und Rahmenbedingungen ständig“, erläutert Hans-Jürgen Thamm und ergänzt: „Wir setzen in diesem Jahr mehr auf Spontaneität.“ So auch zum 60-jährigen Bestehen des Vereins am 23. April, das erst später – vermutlich im Sommer – angemessen gefeiert werden soll. Nur für die im vergangenen Jahr ausgefallene Europatour nach Würzburg stehe schon ein Zeitraum zum Nachholen fest. „Die Fahrt werden wir hoffentlich im September machen können“, sagt der Vorsitzende, der offen lässt, wie lange er noch den Posten als Kolping-Chef bekleiden wird. „Wir schauen einfach mal, was die Zukunft so bringt“, gibt der Pensionär zu Protokoll. Wichtig sei für ihn erstmal eine Rückkehr zur Normalität. „Die Vorfreude darauf wächst von Tag zu Tag.“ Und damit natürlich auch auf ein persönliches Wiedersehen mit seiner zweiten Familie.

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