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Kameraden dürfen Übungsbetrieb wieder aufnehmen

Endlich wieder Feuerwehr

Sassenberg

Die Kameradschaft hat aus Sicht der Feuerwehr unter der Coronapandemie etwas gelitten. Es gab kaum Gelegenheit für das sonst übliche Miteinander. Dennoch gab es weiterhin Zulauf für die Feuerwehr, so dass man sich keine Sorgen über den Nachwuchs machen muss.

Ulrike von Brevern

FeuerIn Füchtorf (unten) dreht sich alles um Unterstützung am Unfallort. wehr Foto: Ulrike von Brevern

In voller Montur entlädt das kleine Feuerwehrteam um Oberbrandmeister Daniel Freese, was am Unfallort gebraucht wird: Der Alukoffer „Verkehrsunfall“ landet ebenso auf der sauberen Unterlage neben dem Einsatzfahrzeug, wie Spezialfeuerlöscher, Hydraulikschläuche und Unterlegkeile für ein Fahrzeug. „Du musst immer daran denken, den Deckel auf die Kupplung zu setzen, wenn du die nicht brauchst, sonst kommt Dreck rein“, erinnert Freese die taufrisch ausgebildete Feuerwehrfrau Anna Berndzen kameradschaftlich, als sie die Hydraulikschere abschätzend in den Händen wiegt.

FEuerwehr Foto: Ulrike von Brevern

Was wie ein ganz normaler Dienstabend bei der Freiwilligen Feuerwehr aussieht, ist gar nicht so normal. Dieser Abend gehört zu den ersten, an denen die Füchtorfer Kameraden nach langer Corona-Pause wieder gemeinsam praktisch üben. Als es allerorten schon Absagen hagelte, hatte die Sassenberger Wehr als eine der letzten ihre jährliche Versammlung im März 2020 noch in Präsenz abgehalten. Seither mussten sich auch die hiesigen Kameraden dem Corona-Diktat fügen. Regulären Übungsbetrieb gab es gerade einmal in den vier Monaten von Juni bis September.

Corona-Selbsttest bei der Feuerwehr

Der Corona-Selbsttest steht ganz selbstverständlich am Anfang des Abends im Füchtorfer Feuerwehrhaus. Vier Feuerwehrmänner und eine -frau üben gemeinsam. „Der Zug ist in Kleingruppen unterteilt, die sich in ihrem Übungsbetrieb nicht treffen“, erläutert Zugführer Michael Lienker. So entsteht kein Risiko für die Wehr insgesamt. Wie sehr sich die Kameraden nach der gemeinsamen Arbeit sehnten, zeigten die ersten Online-Dienstabende nach Ostern. „Wir hatten einen sehr, sehr guten Zuspruch“, erinnert sich Füchtorfs stellvertretende Zugführer Frank Pohlschmidt. Theoretische Themen wie Unfallverhütung standen da auf dem Programm.

Nicht nur die Kameraden, auch Wehrführer Matthias Freese ist heilfroh, dass nun beide Löschzügen wieder in Präsenz gestartet sind. „Feuerwehr ist doch eher ein Handwerk“, sagt er und ergänzt: „Routine muss unser täglich Brot sein.“

FEuerwehr Foto: Ulrike von Brevern

Die gilt im Feuerwehrgerätehaus an der Carl Benz-Straße an diesem Abend vor allem beim Umgang mit Neuerwerbungen. Ein sechsköpfiges Team um Hauptbrandmeister Michael Krewerth quält sich mit einem 10 000 Liter fassenden Falttank ab. Er kann bei der Löschwasserversorgung im Außenbereich helfen und wurde erst 2019, knapp vor der Corona-Zeit angeschafft. Blitzschnell war er ausgepackt und aufgebaut, doch das Plastikmonstrum wieder so klein zusammenzulegen, dass es an seinen vorgesehenen Platz im Logistikfahrzeug passt, erweist sich als echte Geduldsprobe.

Keine Chance für Kameradschaftspflege

Wehrführer Freese bedauert dass es noch immer keine Chance gibt, die in der Feuerwehr so bedeutsame Kameradschaft zu pflegen. Nach dem Üben heißt es sofort: Klamotten aus und nach Hause. „Da geht eine Menge verloren!“, befürchtet er. Gerade neuen Kameraden könne die Situation den Start erschweren. Immerhin sechs Neuzugänge hatte die Wehr in der Corona-Zeit, zum Teil frisch ausgebildet, zum Teil als Übernahmen aus anderen Wehren.

Frisch ausgebildeten Nachwuchs wird es zunächst nicht geben, doch die heimische Wehr sei mit ihrem Ausbildungsstand gut aufgestellt, ist Otte zufrieden und auch Nachwuchssorgen gebe es keine, ergänzt Freese.

Feuerwehr Foto: Ulrike von Brevern

Im Sommer werden dann auch komplette Zugübungen wieder möglich sein, hofft Otte. Um deren Wert zu verdeutlichen, zieht Wehrführer Freese den Fußballvergleich: „Man kann sehr viele gute Fußballspieler haben, aber das Zusammenspiel in der Mannschaft muss klappen!“ Zudem trainieren die Zugübungen auch Orts- und Objektkenntnis der Kameraden. Doch zunächst ist Freese für eins sehr dankbar: „Ich habe den Eindruck, die meisten haben immer noch richtig Bock auf die Feuerwehr!“

Einsatzbereitschaft der Feuerwehr

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