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Läufer Martin Averkamp aus Walstedde gibt Einsteigern wertvolle Tipps

„Einfach dranbleiben“

Walstedde

Wenn Martin Averkamp seine Laufschuhe schnürt, sich leise Musik anmacht und losläuft, dann ist der 50-jährige Fortune in seinem Element und dabei natürlich stets rund um Walstedde unterwegs. Wenn er seine Strecken abspult, kommen bei ihm im Monat gut und gerne mehr als 100 Kilometer zusammen.

Simon Beckmann

Die Starts beim „Wälster Lauf“ haben Martin Averkamp stets besonders gefallen. Foto: Simon Beckmann

Er kennt jeden Stein, jeden Stock und jedes Schlagloch rund um das Lambertusdorf. Denn wenn Martin Averkamp seine Laufschuhe schnürt, sich leise Musik anmacht und losläuft, dann ist der 50-jährige Fortune in seinem Element und dabei natürlich stets rund um Walstedde unterwegs. Wenn er seine Strecken abspult, kommen bei ihm im Monat gut und gerne mehr als 100 Kilometer zusammen – vorausgesetzt, die Motivation stimmt. Aber damit hat der Postbeamte keine großen Probleme.

„So viel wie im letzten halben Jahr bin ich noch nie gelaufen“, schmunzelt er und schiebt hinterher: „Wenn du einmal drin bist, ist es quasi ein Selbstläufer. Da ärgerst du dich mehr, wenn du nicht losgelaufen bist.“ Gedanken, überhaupt nicht in die Laufschuhe zu schlüpfen, kämen bei ihm dementsprechend nur sehr selten auf. Ganz im Gegenteil: „Beim mehrstündigen Sitzen im Homeoffice tut es doch richtig gut, mal etwas anderes zu sehen und den Kopf frei zu bekommen – gerade in der jetzigen Zeit.“

Willkommene Abwechselung

Deswegen geht es für Martin Averkamp fast jeden Dienstag und Donnerstag nach Feierabend auf die Laufstrecke. Abgespult werden von dem Fortunen dann meistens zwölf bis 15 Kilometer. „Dafür bin ich ungefähr eine Stunde unterwegs, was dann auch der täglich ersparten Fahrzeit von und nach Dortmund entsprechen würde“, sagt der 50-Jährige, der so in der Woche im Schnitt 25 bis 30 Kilometer zurücklegt. „Ich könnte auch mehr laufen, aber nach 15 bis 18 Kilometern habe ich oft einfach keine Lust mehr“, bemerkt er lachend. Schließlich müsse das Laufen für ihn vor allem Spaß machen.

Dass er auch einen Halbmarathon schaffen kann, hat der Postbeamte noch im Januar unter Beweis gestellt. „Da bin ich die 21,1 Kilometer rund um Walstedde gelaufen. Das war richtig cool“, blickt er zurück. Generell findet er es genial, dass man in und um das Lambertusdorf „alle Möglichkeiten für eine passende Strecke hat“. „Hier kann man super variieren – je nach Distanz, die man zurücklegen möchte“, betont er. Ist Averkamp früher am Liebsten nach Stewwert gelaufen, zieht es den Walstedder mittlerweile eher in Richtung Ahlen. „Durch die Bauerschaft nach Quante und dann über den Radweg zurück“, beschreibt er seine momentane Lieblingsstrecke.

Über den Fußball zum Laufen

Gelaufen ist Martin Averkamp eigentlich schon immer – zumindest beim Fußball. „Da sollte man sich schon bewegen“, sagt der Alt-Herren-Kicker augenzwinkernd. Richtig angefangen sei er dann aber vor gut sechs Jahren während eines dreiwöchigen Kuraufenthalts. „Da war ich in einer Gruppe mit Bundeswehrsoldaten. Das war schon anstrengend, hat mir aber ebenfalls sehr gut getan“, berichtet er. Deswegen sei er auch danach dem Ausdauersport treu geblieben, ohne es zu bereuen. „In erster Linie schaue ich nicht auf Zeit. Mir geht es beim Laufen um die Bewegung an der frischen Luft“, erläutert er. Aber auch zeittechnisch ist der 50-Jährige zufrieden. Im Schnitt absolviert er einen Kilometer in fünf Minuten und 45 Sekunden.

Probleme mit dem „inneren Schweinehund“ hat Martin Averkamp, der lieber im Sommer bei 30 Grad als im Winter bei Minusgraden laufen geht, zwar nicht. „Dafür habe ich ein ziemlich ungesundes Laster“, verrät er. Nach jedem Lauf freue er sich nämlich auf die Zigarette danach. „Das ist richtig untypisch für einen Läufer und natürlich mehr als ungesund, aber ich sage mir immer, dass ich vorher ja auch mindestens zehn Kilometer gelaufen bin“, erzählt er mit einem Lachen.

Das jährliche läuferische Highlight ist für ihn übrigens der „Wälster Lauf“, bei dem er seit vielen Jahren das „Wälster Double“ – damit ist das Absolvieren der fünf sowie der zehn Kilometer Distanz gemeint – meistert. „Das kann man nur jedem empfehlen. Der ‚Wälster Lauf‘ ist einfach klasse“, schwärmt er. Aber auch am Westerwinkel-Lauf in Herbern nimmt er gerne teil. „Bei der Kulisse macht das einfach Bock.“ Als Ziel für die Zukunft peilt er den Start bei einem Halbmarathon an. „Das könnte ich mir gut vorstellen, sobald solche Veranstaltungen wieder erlaubt sind“, überlegt er laut. Allerdings wird er auf jeden Fall auch wieder ins Fußballtraining – sollte es wieder möglich sein – einsteigen. „Dann wird das mit dem Laufen vermutlich wieder etwas weniger.“

Tipps für Laufanfänger

Unterdessen hat Martin Averkamp für Laufanfänger noch den einen oder anderen Tipp parat. „Einfach dranbleiben, sich nicht überschätzen und sich nicht unter Druck setzen – das sind die wichtigsten Aspekte am Anfang“, weiß der Walstedder.

Zudem empfiehlt er, zu Beginn erst kürzere Distanzen zurückzulegen, Pausen einzulegen und nicht primär auf die Zeit zu achten. „Man kommt auch gut mit Spazieren gehen in die Bewegung rein und kann sich so langsam an die körperliche Belastung gewöhnen“, sagt er. Die Ausrede, keine Zeit zum Laufen zu haben, lässt der 50-Jährige ebenfalls nicht gelten. „Die Zeit muss man sich nehmen“, meint er und schiebt hinterher: „Laufen ist die einfachste Möglichkeit, etwas für sich zu tun – gerade in der aktuellen Zeit.“ Sagt´s und plant schon die nächste Runde ums Dorf.

Der wichtigste Tipp: Regelmäßig neues Schuhwerk

Der wichtigste Ausrüstungsgegenstand, wenn man regelmäßig laufen möchte, ist entsprechendes Schuhwerk. „Ohne Laufschuhe geht gar nichts“, betont Martin Averkamp. „Die Dämpfung darin ist entscheidend“, ergänzt er. Schließlich merke man in jedem Muskel und Gelenk, wenn diese langsam nachlasse. Deswegen rät der Postbeamte auch dazu, die Laufschuhe alle 500 bis 600 Kilometer zu wechseln. „Da kann man lieber zu früh als zu spät losgehen“, meint der 50-Jährige, der erst vor Kurzem wieder neues Schuhwerk gekauft habe. „Da habe ich auch zu lange gewartet, weil ich eigentlich eine persönliche Beratung im Laden wollte. Durch Corona ging das aber leider nicht“, sagt er. Am Ende ist es das gleiche Modell wie vorher geworden. „Jetzt ist es gleich wieder ein ganz anderes – besseres – laufen.“

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