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Ratsmitglieder besichtigen Brinkhaus-Industriebrache

Den aktuellen Zustand aus erster Hand

Warendorf

Jörg Giese, der letzte noch auf dem Brinkhaus-Gelände wohnende „Brinkhausianer“, hat jetzt eine Gruppe von Ratsmitgliedern über das Gelände geführt. Die Politiker erhielten so einen Eindruck aus erster Hand, ob und wie das Gelände möglicherweise in die Diskussion um die Bewerbung für die Landesgartenschau 2026 einbezogen werden kann.

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Einige Ratsmitglieder der SPD, von Bündnis 90/Die Grünen und der FWG hatten jetzt Gelegenheit, die Brinkhaus-Industriebrache intensiv zu besichtigen. Foto: SPD Warendorf

Die Brinkhaus-Industriebrache spielt bei den aktuellen Überlegungen, ob sich Warendorf um die Landesgartenschau 2026 bewirbt, eine große Rolle. Mehrere Mitglieder der SPD-Ratsfraktion – Simone Lutz, Karsten Gruhn, Andreas Hornung, Franz-Ludwig Blömker, Wolfgang Richter und Andrea Kleene-Erke – hatten jetzt zusammen mit den Ratsmitgliedern Dr. Hermann Mesch (Bündnis 90/Die Grünen) und Martin Lepper (FWG) Gelegenheit, sich von dem noch auf dem Brinkhausgelände oben in der Wagenhalle wohnenden letzten „Brinkhausianer“ Jörg Giese den aktuellen Zustand aus erster Hand zeigen zu lassen. Gerade in Zusammenhang mit den LaGa-Überlegungen interessierte die Gruppe besonders der aktuelle Zustand der ehemaligen Verwaltungsgebäude und Werkshallen.

Dabei zeigte sich aus Sicht der SPD-Fraktionsmitglieder, dass die Neugestaltung des Emsinsel-Geländes möglicherweise an einigen Stellen erhaltenswerte Bestandsbebauung integrieren könnte und „ein intelligenter, bürgerfreundlicher Nutzungsmix möglich ist“. Für die -Fraktionsvorsitzende An­drea Kleene-Erke war nach der Besichtigung klar: „Vorfestlegungen darf es nicht geben bei Fragen wie der vollständig grünen, landschaftsbaulichen Nutzung der nördlichen Hälfte der Emsinsel und der etwaigen Bebauung und Baugrenze nördlich der in West-Ost-Richtung querenden Erschließungsstraße. Ob diese städtebaulich sinnvoll ist und ob dies eventuell mit einer Verschiebung des Verlaufs der Erschließungs­straße ein Stück weit Richtung Süden - jedenfalls östlich des im Westen der Emsinsel vorgesehenen Stadtplatzes oder Hostels – verbunden werden kann, muss der späteren Bauleitplanung nach dem beabsichtigten teilweisen Grundstückserwerb durch die Stadt vorbehalten bleiben.“ Sie machte aber noch einmal deutlich: „Unsere Forderung nach einer vollständig grünen, landschaftsbaulichen Nutzung der nördlichen Hälfte der Emsinsel bleibt.“

Für Franz-Ludwig Blömker blieb auch nach dem Eindruck der Besichtigung ein zentraler Punkt, dass neue Wohnbebauung nördlich von Haus Bleiche Richtung Emssee ebenso wie im nördlichen Teil des BrinkhausGrundstücks ausgeschlossen sein soll.

Andreas Hornung, Sprecher im Stadtentwicklungsausschuss, stellte für die Fraktion fest, dass nicht nur die ohnehin denkmalgeschützte, von 1879 stammende Fassade des historischen Verwaltungsgebäudes erhaltenswert ist. „Die alte Wagenhalle auf der Seite der Emsbrücken soll ja auf jeden Fall erhalten bleiben. Das daran in ähnlichem Baustil angebaute Pförtnerhaus möglicherweise auch, wenngleich es den Eingangsbereich zu dem geplanten Stadtplatz enger macht. Was uns heute besonders beeindruckt hat, ist der nahe dem Verwaltungsgebäude befindliche älteste kleinere Teil der Sheddachhallen. Das noch aus dem 19. Jahrhundert stammende gusseiserne Ständerwerk und das darüber befindliche Sheddach könnten sich nach unserem Eindruck durchaus noch in einem gut sanierbaren Zustand befinden und böten sich etwa für ein Restaurant oder die Ausstellung historischer Erinnerungsstücke aus der Textilindustrie an. Wir als SPD-Fraktion befürworten daher, dass die Möglichkeit zum Erhalt eines Teils der ältesten Sheddachhalle fachlich geprüft werden soll“, so Hornung.

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