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Freizeit für Kinder und Jugendliche

Corona wirft Schatten bis in den Sommer

Sassenberg

Die Freude ist groß: Nach rund fünf Monaten Zwangspause stehen die Zeichen für die Jugendarbeit in Sassenberg wieder auf „Start“. Allerdings macht den Verantwortlichen auch die Tatsache Sorge, dass auch die Sommerferien bald vor der Tür stehen und hier vieles in Sachen Freizeit nicht so laufen wird wie vor der Pandemie.

Ulrike von Brevern

Im Jugendzentrum darf die offene Jugendarbeit langsam wieder starten. Der angehende Erzieher Florian Schembeck (l.) und Stadtjugendpfleger Dirk Ackermann können es nicht erwarten und sind auch in hygienischer Hinsicht seit langem bestens darauf vorbereitet. Foto: Ulrike von Brevern

Den großen Coca-Cola-Sonnenschirm, der vor dem Inside für Schatten über der Sitzgruppe sorgt, hat Dirk Ackermann schon aus dem Speicher geholt. Endlich wird es hier im Jugendzentrum nach rund fünf Monaten kompletter Corona-Zwangspause für die Jugendarbeit wieder losgehen, freut er sich. Schon seit Montag vor Pfingsten können die ersten Kinder und Jugendlichen wieder kommen. Bis zu fünf waren zunächst in den Räumen erlaubt, draußen bis zu 20. Mit der neuen, ab heute geltenden Coronaschutzverordnung dürfen wieder bis zu zehn Kinder auf Sofas und am Basteltisch chillen. Das kommt schon knapp an die übliche durchschnittliche Besucherzahl heran.

Die Pause war so lang, dass Ackermann und seine Auszubildenden bereits den Spieß umgekehrt hatten. Sie suchten ihre Besucher an den Plätzen auf, an denen sie sich zu Coronazeiten aufhielten, denn Ackermann macht sich durchaus Sorgen. Ohne Schule, ohne festen Bezugsrahmen und ohne Ansprechpartner kämen viele nicht klar. Auf der anderen Seite wachsen auch die Sorgen in den Familien.

Doch die Pandemie wirft ihre Schatten noch viel weiter auf das Leben der Kinder und Jugendlichen. Selbst wenn Schulen und Kitas wieder in den Regelbetrieb übergehen, ist für die Kinder die Corona-Einschränkung noch lange nicht ausgestanden. Denn das zweite Jahr in Folge sind auch die Sommerferien betroffen.

Das Problem: Für ehrenamtliche Teamer und Betreuer von Ferienaktionen gab es beim Impfen keine praktisch wirksame Sonderregelung, erläutert Sozialamtsleiter Helmut Helfers, der die Aktivitäten im Blick hat. Ohne Impfung sei das Risiko für die Ehrenamtlichen einfach zu hoch.

Jugendfreizeit in der Toskana

Glück haben diejenigen, die mit der städtischen Jugendfreizeit in die Toskana fahren wollen. Hier sind neben den hauptamtlichen Mitarbeitern genügend geimpfte Ehrenamtliche gefunden. Aber auch Ingrid Lehringfeld hält noch an dem Ferienlager in Großefehn für bis zu Zwölfjährige fest. „Bei der jetzigen Tendenz müssten Wege zu finden sein“, sagt sie, zumal heimische Ärzte sich um die Impfung bemühten.

Für Sandra Bücker, die seit vielen Jahren, inzwischen mit Sabine Kuhlmann zusammen, die beliebten Ferienspiele in Füchtorf ehrenamtlich organisiert, ist es damit allein allerdings nicht getan. „Ich möchte die Verantwortung für das Ansteckungsrisiko einfach nicht übernehmen“, sagt sie. Schon seit Wochen sind die Ferienspiele abgesagt, denn das Programm braucht viel Vorlauf bei den beteiligten Vereinen. Helmut Helfers schließt nicht aus, dass sich Vereine in Sassenberg und Füchtorf bei niedriger Inzidenz noch spontan zu Angeboten entschließen. Das sei allerdings nur bei entsprechender Immunisierung sinnvoll, appelliert er. Die Stadt werde dann gerne dafür werben.

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