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Immer mehr neue Häuser im Kreis werden mit erneuerbaren Energien beheizt

Beim Bauen an die Umwelt denken

Kreis Warendorf

In NRW soll mehr als jedes zweite der 18 367 im Jahr 2020 genehmigten Wohngebäude mit erneuerbaren Energien beheizt werden. Im Kreis Warendorf sind es 55,6 Prozent, konkret 296 Häuser. Statt auf konventionelle Heizenergien setzen Hausbauer auf Biomasse, Biogas, Holz, Solaranlagen oder Wärmepumpen.

Peter Sauer

Beim Bauen wird im Kreis immer mehr Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. Erneuerbare Energien ersetzen konventionelle Heizenergien. Foto: dpa

Einfach losbauen war gestern. Immer mehr wird so gebaut, dass auch nachfolgende Generationen etwas davon haben. 2020 gab es im Kreis 532 genehmigte neue Wohngebäude. 296 davon, also mehr als die Hälfte, sind Gebäude mit erneuerbaren Energien als primäre Heizenergie. Sie verwenden Biomasse, Biogas/Biomethan, Holz, Solaranlagen und/oder Wärmepumpen.

Das macht im Kreis einen Anteil von 55,6 Prozent an den genehmigten Wohngebäuden insgesamt aus. Diese Zahlen stehen in einer aktuellen Statistik des Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen. Der Kreis steht demnach in Sachen Nachhaltiges Bauen deutlich besser da, als der Nachbarkreis Steinfurt (Gesamtanteil: 41,3 Prozent) oder die Stadt Münster (31,8 Prozent). Wie bewertet nun Dr. Herbert Bleicher, Umwelt, Bau- und Planungsdezernent des Kreises, diese Zahlen?

Größeres Bewusstsein für nachhaltiges Bauen

„Wir freuen uns natürlich, dass schon mehr als die Hälfte der 2020 genehmigten Wohngebäude mit erneuerbaren Energien beheizt werden und wir auch in diesem Bereich zur Reduktion des CO -Ausstoßes beitragen.“

Dr. Herbert Bleicher begrüßt grundsätzlich, dass der Energieausstoß im Gebäudebereich durch verschiedene Maßnahmen auf Ebene von Bund, Land und Kommunen verstärkt in den Blick genommen wird. Er fand früher zum Teil weniger Beachtung als etwa der Verkehrssektor.

Dr. Herbert Bleicher, Umwelt- und Baudezernent des Kreises Warendorf Foto: Peter Sauer

Mit Blick in die Zukunft sagt der Bau- und Umweltexperte: „Durch die Anpassung des Klimaschutzgesetzes auf Bundesebene ist in diesem Bereich noch mit weiteren Veränderungen zu rechnen.“

Bei einem Zahlen-Vergleich mit Nachbarkreisen und -städten gibt Dr. Bleicher zu bedenken, dass man dann auch noch die unterschiedliche Siedlungsstruktur und andere Faktoren, wie zum Beispiel die jeweils örtliche Bevölkerungsentwicklung, auf jeden Fall mit berücksichtigten müsse.

Der Kreis Warendorf hat seinen Anteil von Gebäuden mit erneuerbaren Energien als primäre Heizenergie an den genehmigten Wohngebäuden in den vergangenen vier Jahren kontinuierlich gesteigert – von 38,6 Prozent im Jahr 2017 auf 55,6 Prozent im Jahr 2020.

Anreize sind groß

Das ist zweifelsohne gut für die Umwelt. Und was bringt es den Investoren selbst? Worin liegt der persönliche Anreiz für den Häuslebauer künftig primär auf erneuerbare Energie als primäre Heizenergie zu setzen? „Neben dem Aspekt des Klimaschutzes – vor allem in Hinblick auf unsere Kinder und Enkel – gibt es auch handfeste wirtschaftliche Aspekte, die für eine Abkehr von fossilen Energieträgern sprechen“, sagt Dr. Herbert Bleicher und führt weiter konkret aus: „Öl und Gas werden sich durch die CO-Steuer perspektivisch kontinuierlich verteuern. Wir haben das zum Jahreswechsel an den Tankstellen erlebt. Insofern lohnt es sich finanziell, auch bei der Gebäudeheizung auf alternative Energieträger zu setzen.“

Gibt es weitere Nachhaltigkeitsentwicklungen? „In vielen Gemeinden gibt es Überlegungen beziehungsweise Planungen, Neubaugebiete als Klimaschutzsiedlungen auszuweisen und damit das Bauen in Neubaugebieten an die Einhaltung gewisser Energiestandards zu knüpfen, um den CO-Ausstoß zu verringern“, sagt der Umweltdezernent. „Gleichzeitig fördern Bund und Land den Einsatz erneuerbarer Energien und kompensieren so einen Teil der höheren Investitionskosten für Heizung und Dämmung. Dazu zählen etwa hohe KfW-Fördermittel, die an die Einhaltung von Energiespar-Standards (etwa KfW-Effizienzhaus) gebunden sind.

Können umweltbewusste Hausbesitzer künftig noch mit weiterer Unterstützung seitens des Kreises Warendorf rechnen? „Ja, gemeinsam mit Städten und Gemeinden bringt der Kreis für die Jahre 2022/23 das 1 000-Dächer-Programm auf den Weg. Dabei werden 1 000 Photovoltaik-Anlagen auf Hausdächern im Kreis finanziell mit jeweils 500 Euro pro Photovoltaik-Anlage gefördert“, erklärt Bleicher.

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