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Während Untersuchungen der Vorwürfe gegen Gestütsleitung

Ankerhold bittet um Versetzung

Warendorf / Düsse...

Landgestütsleiterin Kristina Ankerhold hat die Landwirtschaftsministerin um Versetzung gebeten. Noch während der Untersuchungen wegen angeblicher Tierschutzverstöße durch Kreisveterinäramt und Ministerium zieht sie damit Konsequenzen.

Jörg Pastoor

Kreisveterinäramt und Landwirtschaftsministerium bewerten gerade die Aussagen und Videosequenzen über den Lehrgang vom 13. April in der Deutschen Reitschule. Foto: Dunker

Kristina Ankerhold bleibt nicht Leiterin des nordrhein-westfälischen Landgestüts in Warendorf. Sie habe, so das Landes-Umweltministerium am späten Nachmittag, „aus eigener persönlicher Entscheidung um Versetzung gebeten.“ Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser plane, dieser Bitte nachzukommen. In der Interimsphase werde Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann, zusätzlich zu seinen sonstigen Aufgaben, kommissarisch das Landgestüt in Warendorf leiten.

Damit ist die Amtszeit von Ankerhold nach rund vier Jahren beendet. Sie zog die Konsequenz aus den noch laufenden Untersuchungen wegen mutmaßlicher Tierschutz-Verstöße während eines von ihr geleiteten Pferdetrainings Mitte April in der Deutschen Reitschule (wie berichtet).

Diese Untersuchungen laufen seit kurzem im Kreisveterinäramt, seit Dienstag auch im Landes-Landwirtschaftsministerium.

Ankerhold bat selbst um Versetzung

Ministerin Ursula Heinen-Esser hatte auf der Internetseite ihres für das Gestüt zuständigen Hauses noch gemahnt, man solle die Ergebnisse abwarten.

Lau Ministeriumssprecher Christian Fronczak vom Mittwochmorgen sei es jetzt zunächst am Kreisveterinäramt, die mutmaßlichen Verstöße gegen den Umgang mit Pferden fachlich zu bewerten und blieb bei der bisherigen Einstufung des Ministeriums, es gebe keine tierschutzrechtlichen Verstöße. Nun seien aber wohl neue Videos aufgetaucht. Die gelte es auszuwerten. Zur Kommission gehören der Leiter des für das Landgestüt zuständigen Fachreferates, die Leiterin des Tierschutzreferates, der Landestierschutzbeauftragte sowie der Leiter des Justitiariats. „Wir prüfen hausintern, vor allem mit unseren Referatsleitern, aber wir haben auch externen Sachverstand herangezogen.“ Womöglich werden die Namen der Fachleute noch öffentlich gemacht.

Untersuchungen gehen weiter

Dass eine solche Kommission gebildet wird, sei zwar nicht unüblich, so Fronczak im WN-Gespräch weiter, „aber es ist gewiss kein Standard.“ Laut Mitteilung des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz habe das Landgestüt „eine Vorbildfunktion in allen Fragen um die Themen Zucht, tiergerechte Haltung und Ausbildung von Pferden. Dies ist das Selbstverständnis der Landesregierung und des Landgestüts.“

Der Leiter des Kreisveterinäramts, Dr. Andreas Witte, sichtet die Smartphone-Videos aktuell noch. „Das sind mehrere Sequenzen, mehrere Minuten“, so Kreissprecher Felix Höltmann. Und zu dem Verfahren gehört auch, dass Leute angehört werden.“

Es sei nicht in Kürze mit der Beendigung der Prüfung zu rechnen. „Da werden sicher noch einige Tage ins Land gehen."

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