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Gemischte Stimmung im Ortsausschuss

Viele offene Fragen zu Solarpark-Plänen

Vorhelm

Das Verfahren, um drei Solarparks im Bereich Vorhelm-Bahnhof zu errichten, ist auf den Weg gebracht. Jedoch nicht ohne kritische Fragen, wie der erste Aufschlag im Ortsausschuss am Donnerstag zeigte.

Christian Wolff

Einer der drei Solarparks, die von der Winkelmann Land und Forst GmbH in Vorhelm-Bahnhof geplant werden, soll schwimmen – auf einem Teich eines ehemaligen Steinbruchs. So etwas gibt es im gesamten Regierungsbezirk bisher noch nicht. Foto: Stadt Ahlen

Um Missverständnissen vorzubeugen: Der Ortsausschuss Vorhelm hat in seiner Sitzung am Donnerstagabend noch nicht beschlossen, dass die drei von der Winkelmann Land und Forst GmbH geplanten Solarparks im Bereich der Bahntrasse durch Vorhelm-Bahnhof (wir berichteten) tatsächlich gebaut werden.

Die Anträge zur Änderungen im Flächennutzungsplan und zu vorhabenbezogenen Bebauungsplänen, die jetzt auf der Tagesordnung standen, seien lediglich der „erste Aufgalopp“, wie es Bernd Avermiddig (FWG) formulierte, um eine ganze Reihe von offenen Fragen zu klären und auf deren Basis eine endgültige Entscheidung zu treffen.

„Zug“ setzt sich in Bewegung

In den Reihen der Fraktionen war dies – wie sich im Laufe der Sitzung zeigte – anfangs der Diskussion nicht klar. „Ich bin davon ausgegangen, dass das gesamte Projekt schon ausgearbeitet ist“, bekundete Manuela Esper (SPD). Und auch Alfred Thiemann („Rathausfreunde“) scheute sich, „einen Zug in Bewegung zu setzen“, wenn nicht einmal klar sei, ob dieser „einen Bahnhof erreichen“ würde. Und: „Ihn zu stoppen, wenn er schon auf dem Weg ist, wird dann schwer.“ Zumal das Signal an den Investor dann aus moralischen Gründen nur schwer zu revidieren sei. „Vorab kann ich das nicht mittragen.“

Darüber hinaus zeigte das Ergebnis – zu jedem einzelnen Solarpark und jedem Änderungsvorhaben gab es einzelne Abstimmungen – weitere Uneinigkeit: Während die auf dem Wasser eines ehemaligen Steinbruchs geplante Solaranlage als innovativ und einmalig im Regierungsbezirk bewertet wurde und letztlich mehr Positiv-Stimmen erhielt als die Anlagen auf dem Land, war das Votum bei den zwei weiteren Photovoltaikparks kritischer. Einige Ausschussmitglieder sahen den Verlust von sogenannten FFH-Flächen, die fast schon einem Naturschutzgebiet gleichkommen, so Thiemann, sowie „die Aufgabe wertvoller Ackerflächen“, wie Ulrich Averberg (CDU) monierte, als kontraproduktiv für die Ziele der Energiewende an. Burkhardt Engelke (Die Grünen) fragte sogar: „Warum baut Winkelmann die Solaranlagen nicht auf seine vielen vorhandenen Dachflächen und lässt das Land einfach Land sein?“

Ökologische Betroffenheit ausloten

Stadtplaner Thomas Kampmann warb um Geduld. Viele Bedenken könnten sicherlich ausgeräumt werden, wenn die notwendigen Gutachten vorliegen. „Dann können wir auch abwägen, ob eine mögliche ökologische Betroffenheit durch andere Maßnahmen im Umfeld ausgeglichen werden kann. Ebenso ist es bei den wasserrechtlichen Bedenken. Wir befinden uns am Anfang eines Verfahrens, das ganz viele Fragen aufwirft.“ Wo die Reise hingehe und ob der Investor letztlich genau auf das anvisierte Ziel zusteuere, das wisse im Moment niemand.

Ortsausschussvorsitzender Hubertus Beier wollte verhindern, dass die Soplarparks gleich im ersten Anlauf zerredet werden und hielt fest: „Ausstieg aus der Atomenergie, Abkehr von der Braunkohle, Biogas wurde bei uns auch abgelehnt – irgendwo muss der Strom ja herkommen.“

Sollten die drei Solarparks umsetzbar sein, würde der Strom in das öffentliche Netzt eingespeist. Im nächsten Schritt geht das Vorhaben zunächst in die weiteren Vorberatungen im Stadtplanungs- und Bauausschuss sowie in den Hauptausschuss und danach in den Rat.

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