1. www.dzonline.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Ahlen
  6. >
  7. Lolli-Tests für alle Kitas

  8. >

Stadt geht in Vorleistung

Lolli-Tests für alle Kitas

Ahlen

An Grund- und Förderschulen kommen sie seit Wochenbeginn schon zum Einsatz, jetzt will die Stadt Ahlen Lolli-Tests auch im Bereich der Kindertagesbetreuung einführen, wie es die Ratsfraktion der Grünen beantragt und der Jugendamtselternbeirat gefordert hatte.

Peter Harke

Wie seit Beginn dieser Woche schon an Grund- und Förderschulen sollen Lolli-Tests in Kürze auch in allen Kindertageseinrichtungen in Ahlen zum Einsatz kommen. Foto: Ulrich Gösmann

Der Rat beschloss am Dienstag einstimmig, die erforderlichen Haushaltsmittel bereitzustellen. Dabei ist noch offen, wie viel genau das die Stadt am Ende kosten wird. Nicht nur ihre eigenen Einrichtungen, sondern auch die der anderen Träger will sie mit den Tests versorgen. Das sind insgesamt 27 Kitas, hinzu kommen die Tagespflegestellen.

Wie die Verwaltung in ih­rer Beschlussvorlage erläutert, ist seitens des Landes eine freiwillige Testung der Kinder und Beschäftigten in der Kindertagesbetreuung zweimal in der Woche vorgesehen. Das geschieht bisher in Form des bekannten Nasen-Abstrichs mit einem Stäbchen, was von vielen Kindern als unangenehm empfunden wird.Ein genereller Umstieg auf den Lolli-Test sei vom Land aber bisher nicht geplant, so dass Kommunen, die das wollen, dies in Ei­genregie organisieren müssten. Inzwischen habe das Land zumindest eine Kostenbeteiligung in Höhe von 7,50 Euro pro Testperson pro Woche zugesagt. Diese Re-Finanzierung solle aber erst dann einsetzen, wenn bisher bestehende Lieferverträge für die herkömmlichen Schnelltests auslaufen. Es sei also möglich, dass die Stadt für eine gewisse Zeit die kompletten Kosten für die Lolli-Testungen übernehmen muss. Das wären knapp 25 000 Euro – pro Woche.

Hoher logistischer Aufwand

Die Verwaltung beabsichtigt, in den Kitas das PCR-Pool-Testverfahren anzuwenden, in der Tagespflege wegen der kleinen Gruppen und der großen Anzahl der Pflegepersonen individuelle An­tigen-Tests. Die PCR-Tests gelten als aussagekräftiger, erfordern, da sie im Labor ausgewertet werden müssen, aber auch einen deutlich höheren logistischen Aufwand. So müssen die Behälter mit den „Lollis“ in allen Einrichtungen einzeln abgeholt und dann als Sammeltransport zum Labor gebracht werden.

Voraussetzungen dafür, dass das Ganze funktioniert, sind zum einen eine sichere Bezugsquelle für die Lolli-Tests und andererseits ein zuverlässiges Labor, das eine zügige Auswertung der Tests gewährleisten kann. Die Stadt hat laut Vorlage bereits unverbindliche Gespräche mit einem Anbieter geführt. Ob und in welcher Form eine Ausschreibung erfolgen muss, sei noch zu klären.

Begrenzte Laborkapazitäten

Eines steht nach Recherchen des Ahlener Jugendamts fest: „Die Laborkapazitäten reichen definitiv nicht aus, um PCR-Lolli-Tests in Kitas flächendeckend in ganz NRW zu realisieren.“ Vermutlich werde deshalb seitens des Landes auch nicht auf dieses Verfahren umgestellt. Doch ungeachtet dessen will die Stadt jetzt in Vorleistung gehen, was in der Ratssitzung ebenso wie Sebastian Richter (SPD) die Fraktionschefin der Grünen, Petra Pähler-Paul, begrüßte. Kritisch merkte sie an, dass die Verwaltung vier Wochen für die Bearbeitung des Antrags ihrer Fraktion gebraucht habe. Das sei „nicht wirklich schnell“. Bürgermeister Dr. Alexander Berger erklärte dazu, dass die Lolli-Tests eher auf dem Markt gar nicht verfügbar gewesen wären.

Aber nun will die Stadt keine Zeit mehr verlieren. André Deppe als für die Tagesbetreuung zuständiger Gruppenleiter ist zuversichtlich, im Laufe der kommenden Woche mit dem ersten Test-Durchgang starten zu können.

Startseite