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Coronakonforme Alternative

Fürs Pfingstival aufs Rad geschwungen

Ahlen

Viele Gläubige waren an Pfingsten mit dem Rad unterwegs, um den ökumenischen Hör-Rundweg abzufahren – eine Alternative zum beliebten Pfingstival.

Martin Feldhaus

Ursula Geisler fuhr alle zehn Stationen mit dem Fahrrad ab. Foto: Martin Feldhaus

Mehrere hundert Menschen der verschiedenen christlichen Konfessionen kommen normalerweise am Pfingstmontag beim „Ökumenischen Pfingstival“ zusammen. An wechselnden Orten wie der Feuerwache, im Wersestadion oder vor dem Rathaus feiern sie zusammen das Pfingstfest in einem abwechslungsreichen und lebendigen Gottesdienst, der ein ganz besonderes Flair ausstrahlt. Eine Veranstaltung, die für viele Gläubige in Ahlen seit Jahren eine feste Tradition zu den Pfingstfeiertagen und nicht wegzudenken ist.

Doch diese Veranstaltung konnte pandemiebedingt auch in diesem Jahr nicht in der gewohnten Form stattfinden. Ein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken? Nicht für die Veranstalter. Sie organisierten einen pfingstlichen Hör-Rundweg durch das gesamte Stadtgebiet, bei dem sich Fahrradfahrer und Fußgänger an insgesamt zehn verschiedenen Stationen ab Samstagnachmittag über geistliche Impulse und Musikalisches freuen durften. Die spirituellen Beiträge konnten über einen an den Stationen angebrachten QR-Code direkt aufs Smartphone geladen werden.

Die Pfarrerinnen und Pfarrer Dorothea Helling und Markus Möhl (evangelisch), Volkmar Schuster (evangelisch-freikirchlich) und Willi Stroband (katholisch) sowie Simon Sougaris (griechisch-orthodox) und Diplomtheologe Shabo Hanna (syrisch-orthodox) hatten die kurzen Beiträge eingesprochen oder -gesungen, die auch als Download zur Verfügung standen. Musik kam von Kantorin Larissa Neufeld zusammen mit Dr. Anja Dresen und Rolf Leuthardt sowie von Martin Göcke und Kantor Andreas Blechmann.

Das Angebot sorgte vor allem am Sonntagnachmittag und am Montagvormittag bei sonnigem Wetter dafür, dass sich viele Gläubige auf das Fahrrad schwangen und bei der coronakonformen Variante des Pfingstivals mitradelten oder sich zu Fuß auf den Rundweg machten. Der begann am St.-Franziskus-Hospital und führte über eine weitere Station an der Werse in der Nähe des Kunstmuseums unter anderem über die Zeche und in die Langst. Die letzte Station führte die Teilnehmer dann wiederum zum Westfriedhof.

Das galt zum Beispiel für Ursula Geisler, die am Montag kräftig in die Pedale trat und mit ihrem Smartphone und Kopfhörern ausgestattet die einzelnen Stationen abfuhr. „Die Idee finde ich sehr gut“, freute sie sich darüber, dass das Pfingstival, zumindest als Hör-Rundweg trotz der Corona-Pandemie stattfinden konnte und nicht etwa ganz ausfiel. Von den verschiedenen Stationen begeisterte sie sich vor allem für den Ort zwischen Langst und Westfriedhof entlang der Olfe, wo das Vater unser in aramäischer Sprache von Shabo Hanna zu hören war. „Es ist schön, dass alle Gemeinden daran teilnehmen“, befand Geisler, die alle zehn Stationen abfuhr.

Teilweise wählten die Gläubigen aber auch eine andere Teilnahmeform: „Einige haben die Stationen auch teilweise vor Ort aufgesucht und sich einige Teile dann zu Hause angehört“, berichtete Pfarrer Willi Stroband von Rückmeldungen, die ihn erreichten. Die Resonanz der Gläubigen auf das Pfingstival der anderen Art: Bei ihm durchweg positiv. Dennoch dürfte bei vielen Radlern die Hoffnung mitgefahren sein, das Pfingstival im nächsten Jahr wieder in der traditionellen Form feiern zu können.

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