Erste Öffnungsschritte der Außengastronomie

Erstes Weizen in „Fast-Freiheit“

Ahlen

Wechselhaftes Wetter? Egal. Testpflicht vor dem Besuch? Egal. Die Tatsache, dass Außengastronomie wieder möglich ist, freut die (noch wenigen) Gäste am Montag.

Christian Wolff

Mit einem Lächeln, das hinter der Maske verborgen bleiben muss, serviert Jacqueline vor dem „Stadtcafé“ am Marienplatz am Montag die ersten Kaltgetränke seit mehr als einem halben Jahr Zwangslockdown. Malik Canoglu und Walter Mietzner genießen es sichtlich. Foto: Christian Wolff

Es komme ihm so vor, als sei es „eine halbe Ewigkeit“ her, dass er so entspannt in einem Biergarten gesessen und ein Weizenbier genossen hat, so Walter Mietzner. „Es ist mein erstes in ,Fast-Freiheit‘“, sagt der Ahlener, der zu den ersten Gästen gehört, die am Montagmittag vor dem „Stadtcafé“ bedient werden. „Fast-Freiheit“, denn das Kaltgetränk gibt es nur mit negativem Covid-Test. Sonst nicht. Trotzdem: „Ein tolles Gefühl.“

Nicht alle sind sofort wieder da: Das Café „Stubs“ ist noch geschlossen Foto: Christian Wolff

Mehr als ein halbes Jahr Lockdown in der Gastronomie hinterlassen eben auch bei den Gästen Spuren im Umgang mit­ein­ander. Und ei­ne Dankbarkeit, die in Nicht-Corona-Zeiten oft gefehlt hat. Die Menschen an den wenigen Tischen vor Lokalen und Cafés, die direkt am Montag die Gunst der Stunde nutzen, zeigen glückliche Gesichter. Doch es gibt nur wenige Stellen im Stadtgebiet, wo zum Wochenstart schon das möglich ist, was Walter Mietzner und seine Tischnachbarn im Gespräch mit unserer Zeitung so loben. Die Spuren bei den Gastronomen reichen nämlich weitaus tiefer: Trotz aller Motivation fehlt es vielerorts an Personal, Ware oder den finanziellen Mitteln, um jetzt – drei Tage nach Bekanntwerden des Möglichen – wieder halbwegs am Start zu sein.

Im „Meat and Greet“ bereiten sich Michael Atak und Manuel Varis schon auf den Tag vor, an dem auch die Innengastronomie wieder geöffnet werden kann. Foto: Christian Wolff

„El Alba“, der Spanier am Marktplatz, reiht sich am Montagnachmittag in den Öffnungsreigen ein. Presseberichte haben das Interesse geweckt. Dennoch: Sonne, Wolken und Regen im Wechsel bestimmen den Vormittag, so dass die Betreiber nicht damit rechnen, am Nachmittag schlagartig alle Tische füllen zu können. Schräg gegenüber, bei „Meat & Greet“, ist die Bestuhlung bereit, um ab Mittwoch besetzt zu werden. So viel Vorlauf sei nötig, sagt Inhaber Manuel Varis. „Ich habe die Tische genauso gestellt, wie wir es im Vorjahr nach dem ersten Lockdown gemacht haben.“ Ob das den Vorstellungen der Ordnungsbehörde entspricht, könne er nicht sagen. „Wir haben keine offizielle Anweisung dazu bekommen. Aber was im letzten Sommer gut geklappt hat, kann ja diesen Sommer nicht plötzlich falsch sein.“

Ein Ruhetag weniger

Um neben dem Außer-Haus-Geschäft noch ein wenig mehr zu tun zu bekommen, will das „Meat & Greet“ den zweiten Ruhetag aufgeben. „Montags bleibt geschlossen, der Dienstag wird Burgertag – statt bisher der Donnerstag.“ In weiser Voraussicht hat Varis schon in der vorigen Woche Getränke geordert. Aktuell gebe es kaum Nachschub. „Die Händler rotieren“, weiß er.

Vorbereitung der Außengastronomie: Beim Café „Canapé“ wird am Montag noch gesäubert. Foto: Christian Wolff

Noch weiter auseinander als im Vorjahr und deutlich reduziert präsentiert sich die Terrasse am Eiscafé „San Remo“ an der Oststraße. Und vor dem „Café Canapé“ an der Ostenmauer wird fleißig gefegt. „Wir sind eigentlich startklar“, sagt Betreiber Knut Schneider. Es gebe noch einige Feinheiten mit der Behörde zu klären, dann stehe der Biergartensaison auch dort nichts mehr im Wege.

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