1. www.dzonline.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Ahlen
  6. >
  7. Einstehen für Demokratie

  8. >

Kriegsende vor 76 Jahren

Einstehen für Demokratie

Ahlen

Am 8. Mai vor 76 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Bürgermeister Dr. Alexander Berger legte aus diesem Anlass Kränze nieder und sprach von den Lehren, die Deutschland aus seiner Geschichte gezogen habe.

wn

Am Grab der sowjetischen Gastarbeiter legten Markus Beckmann, Bürgermeister Dr. Alexander Berger und Rainer Legant (v.l.) einen Kranz nieder. Foto: Stadt Ahlen

„Der 8. Mai 1945 ist einer der glücklichsten Tage in der deutschen Geschichte“, sagte Bürgermeister Dr. Alexander Berger anlässlich des Gedenkens zum Kriegsende vor 76 Jahren. Auf dem Marktplatz legte das Stadtoberhaupt zusammen mit dem Kommandeur des in der Westfalen-Kaserne stationierten Aufklärungsbataillon 7, Oberstleutnant Timo Gadow, Rainer Legant vom Arbeitskreis weiterführender Schulen sowie Markus Beckmann vom Jugendamt Ahlen Kränze am Mahnmal für die Opfer von Krieg und Gewalt nieder.

Der Tag, an dem die deutschen Truppen die Waffen streckten und in die bedingungslose Kapitulation einwilligten, habe Deutschland und Europa von einermenschenverachtenden Gewaltherrschaft befreit. Millionen Zivilisten, Angehörige von Minderheiten, deutsche und alliierte Soldaten hätten den von den Nazis angezettelten Vernichtungskrieg mit dem Leben bezahlen müssen.

Der Verantwortung gerecht werden

„Das Kriegsende eröffnete uns Deutschen die unverhoffte Chance auf Rückkehr in die zivilisierte Gemeinschaft der Völker“, so Berger. Deutschland habe das Vertrauen nicht enttäuscht und sei seiner Verantwortung gerecht geworden. Die Lehren aus zwei verschuldeten Weltkriegen seien, „überall dort für Menschenrechte und Demokratie einzustehen, wo Diktatur und Unfreiheit bestehen“. Heute sei die deutsche Bevölkerung in ihrer überwältigenden Mehrheit immun gegen „autoritäres Gehabe, Rassismus und Großmannssucht, die die Welt ins Verderben gerissen haben“.

Auf dem Marktplatz gedachten Rainer Legant (Arbeitskreis), Oberstleutnant Timo Gadow, Bürgermeister Dr. AlexanderBerger und Markus Beckmann vom Jugendamt (v.l.) mit Kranzniederlegungen an das Kriegsende vor 76 Jahren. Foto: Stadt Ahlen

Anerkannt sei das militärische Engagement Deutschlands, um in internationalem Verbund friedensstiftende und friedenserhaltende Missionen zu unterstützen, betonte Oberstleutnant Gadow. Soldatinnen und Soldaten des Aufklärungsbataillons 7 seien aktuell als Teil der UN-Mission Minusma in Mali und der Mission „Resolute Support“ in Afghanistan stationiert. Die Verpflichtung der Bundeswehrangehörigen laute, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen. „Damit verbunden ist die bereits in der Präambel unseres Grundgesetzes beschriebene Zielsetzung, dem Frieden der Welt zu dienen“, so Gadow.

Gräberfeld auf dem Ostfriedhof

Das Gedenken begann auch in diesem Jahr wieder mit einer Kranzniederlegung auf dem Ostfriedhof. Am Gräberfeld der sowjetischen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter, die zwischen 1941 und 1945 unter anderem Zwangsarbeit auf der Zeche Westfalen leisten mussten, sagte der Sprecher des Arbeitskreises weiterführender Schulen, Rainer Legant: „Der 8. Mai hat für die Erinnerungsarbeit der Schulen eine große Bedeutung.“ Am Tag selbst und im zeitlichen Umfeld gibt es seit vielen Jahren an diesem Ort eine Gedenkveranstaltung, der sich Projekte und Aktionen der Schulen angeschlossen haben. „Erinnerungsarbeit als wichtiger Bestandteil der Demokratie braucht Wissen um ihre geschichtliche Verankerung. Allerdings ist auch immer wieder Engagement in der Gegenwart erforderlich“, so Rainer Legant weiter. Deshalb gehöre dieser Tag und der Erinnerungsort Ostfriedhof – durch Corona in diesem Jahr ohne Schülerinnen und Schüler – schon bald wieder zum festen Bestandteil praktischer schulischer Erinnerungsarbeit.

Startseite