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Regen nur „schöner Nebeneffekt“

Buchungsboom: Reiselust steckt an

Ahlen

Run auf die Reisebüros: „Viele haben das Gefühl, dass man jetzt wieder reisen kann“, sagt Johannes Pieper. Der Ahlener hat Öffnungszeiten und Personal soeben verdoppelt.

Ulrich Gösmann

Raus aus dem Regen? Viele Ahlener buchen. Nicht wegen des Wetters, sondern aus gutem Gefühl heraus, jetzt wieder reisen zu können, sagt Johannes Pieper.. Foto: Ulrich Gösmann

Kreta und die Kanaren versetzen auch Reiseplaner in Reiselust, ohne selbst abzuheben. Stornos und Rückabwicklungen bestimmten das Vorjahr. „Jetzt wird wieder gebucht“, bestätigt Nicole Reitemeyer aus dem Ahlener Reisebüro Dr. Pieper einen aktuellen Trend. Kollegin Susanne Fabian schiebt ein „fürchterliches Jahr“ aus dem Kopf und lässt sich von der Vorfreude ihrer Kunden anstecken. Sie gehe jetzt wieder mit einem richtig guten Gefühl nach Hause.

Die Trendwende deutete sich vor vier Wochen an: „Kunden riefen durch, erkundigten sich. Mit vielen Fragen“, berichtet Nicole Reitemeyer. Seit zwei Wochen werden Anfragen konkret. Mit Buchungsabschlüssen. Johannes Pieper führt den Boom auf die allgemeine Stimmung zurück: Inzidenzwerte sinken, Hotels öffnen, immer mehr Menschen sind geimpft. „Viele haben das Gefühl, dass man jetzt wieder reisen kann.“ Der anhaltende Regen, einst allein schon ausschlaggebend für Spontanitäten, sei nur ein „schöner Nebeneffekt“. Das Reisebüro am Markt reagierte, verdoppelte Zeiten und Personal. Voraussichtlich in zwei Wochen soll noch länger geöffnet werden.

Es wird wieder gebucht. Susanne Fabian freut‘s. Foto:

Donnerstag im Dauerregen? Nicht auf Gran Canaria. Playa del Ingles meldet für den Mittag 27 Grad. Am Sonntag soll die 30er-Marke übersprungen werden. Seit Pfingstsonntag ist ein Ahlener am Atlantik. Abheben wird auch eine Rentnerin, die an diesem Donnerstag ihren Flug nach Wien bucht, um Kinder und Enkelkinder zu besuchen. Zwei Jahre habe man sich nicht mehr gesehen.

Susanne Fabian

So geht es reiselustig weiter: Am 1. Juni landen Ahlener auf Kreta, andere checken am 20. Juni im Disneyland Paris ein. Auf der Hitliste der Sommerferien steht unterdessen Mallorca auf dem ersten Platz. Gefolgt von der Türkei, den griechischen Inseln und den Kanaren. Susanne Fabian weckt weiteres Fernweh. Mit Marokko, Tunesien und Flusskreuzfahrten. Aber auch Busreisen seien gefragt. Gerade bei älteren Menschen, die etwa auf den Rollator angewiesen seien. „Sie wollen Sicherheit und eine Reiseleitung.“

Nicole Reitemeyer sieht für den Sommer Mallorca auf dem ersten Platz. Foto:

Buchen in Corona-Zeiten: Zusatzpakete, die eine Stornierung bis zu zwei Wochen vor Reiseantritt absichern, erleichtern so manche Entscheidung, es jetzt zu wagen. Der Fokus liege klar auf Destinationen innerhalb Europas, sagt Johannes Pieper. Und weniger darauf, möglichst billig irgendwo ein Bett zu bekommen. Klar erkennbar: „Die Akzeptanz für steigende Preise ist da.“

Was kommt nach dem Sommer? „St. Petersburg im Winter“, reagiert Susanne Fabian. Ahlener hätten ihren Jahreswechsel bereits gebucht. Andere denken weiter – an Nordafrika 2022.

Mit dem Reiseboom ist auch die Stimmungswelt derer, die per Beratung und Buchung Urlaubsträume rund um den Globus erfüllen, wieder eine andere. Susanne Fabian gesteht, zuletzt durchaus deprimiert in den Feierabend gegangen zu sein. Klingelnde Telefone und direkter Publikumsverkehr machten jetzt wieder richtig gute Laune.

Und auch das gibt‘s stimmungsaufheiternd in dieser Woche: Pralinen, als Dankeschön einer Kundin für eine komplizierte Fahrkartenbuchung. Ziel: Warnemünde. Na dann: Gute Reise!

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