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Kattenvenner Viertklässler genießen den Skateboard-Workshop der Titus-Dittmann-Stiftung

„Wir möchten Kinder stark machen“

Lienen-Kattenvenne

Zum einen sind es Spaß und Bewegung an der frischen Luft, zum anderen – und das ist noch wichtiger – geht es darum, Kinder zu begeistern und zu motivieren, sie stark zu machen. Im Rahmen der Aktion skate-aid@school, einem Projekt der Titus-Dittmann-Stiftung, haben die Viertklässler der Kattenvenner Grundschule an einem einwöchigen Skateboard-Workshop teilgenommen.

Dietlind Ellerich

Ob Halfpipe oder Rampe: Nach fünf Tagen Skateboard-Workshop meistern die Mädchen und Jungen aus den vierten Klassen Foto: Dietlind Ellerich

Das Skateboard mit den Füßen wenden und auf die richtige Seite springen? Mit mehr oder weniger Schwung die Rampe bewältigen? Die Viertklässler der Kattenvenner Grundschule haben diese akrobatischen Übungen inzwischen ebenso gut drauf wie das Kurven, Bremsen oder das Gleichgewicht halten auf den Boards. Die Mädchen und Jungen der beiden Klassen genießen die Bewegung an der frischen Luft und schenken sich in ihren Versuchen, das Board zu beherrschen, nichts.

Hilfestellung leisten Justus und Vincent, die im Rahmen der Aktion skate-aid@school, einem Projekt der Titus-Dittmann-Stiftung, Halfpipe und Minirampe auf dem Gelände aufgebaut haben.

„Die zeigen uns ganz viele Tricks“, sagt der zehnjährige Jakob, der nach einer Woche schon beinahe zu den alten Hasen gehört. Ebenso wie die gleichaltrige Lioba und ihr Cousin Silas, die bisher lediglich in der heimischen Scheune auf dem Board unterwegs waren. Zwar hatte Lioba zunächst Bedenken, weil ihr Handgelenksbruch gerade erst verheilt ist, aber am Donnerstag ist sie froh, dass sie sich getraut hat. „Ich bin nicht mal auf die Nase gefallen“, sagt sie selbstbewusst, als sie von ihren Übungen auf der Rampe erzählt.

Genau das ist es, was das Projekt erreichen möchte. Neben viel Spaß und Bewegung an der frischen Luft, gehe es darum, die Kinder zu begeistern und zu motivieren, sie stark zu machen, erläutert Justus den Hintergrund. „Hinfallen, wieder aufstehen, nicht aufgeben“, gibt das Team als Devise aus. „Wir bilden keine Profi-Skateboarder aus, wir nutzen das Board als Werkzeug“, stellt Justus klar, dass in den Workshops alle zu ihrem Recht kommen.

Für Schulleiterin Ute Nordenkemper und die Klassenlehrer Kristoph Saatkamp und Inken Mutz ist das Projekt ein Glücksfall. „Gerade unsere Viertklässler sind durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie gebeutelt“, sagt Nordenkemper. Nicht nur ihre Klassenfahrt im vergangenen Jahr ist ausgefallen. Auch auf das große Zirkusprojekt mussten sie verzichten, ganz zu schweigen vom traditionellen Abschlussfest der vierten Klassen mit einer Übernachtung in der Schule, die ebenfalls Corona zum Opfer fallen wird.

Der Skateboard-Workshop könne diese Absagen zwar nicht kompensieren, er sei aber eine schöne Abwechslung für die Großen, ist sie überzeugt.

Das bestätigen nicht nur die Kinder selber, die sich immer wieder anstellen, um den nächsten Versuch auf der Rampe zu wagen. Auch die Jüngeren drücken sich an den Fenstern die Nasen platt, um das Geschehen draußen zu verfolgen.

Das Kollegium lernt zudem die Schüler in einem ganz anderen Kontext kennen und wundert sich über das eine oder andere sonst eher zurückhaltende Kind, das selbstbewusst die Rampe ansteuert oder schwungvoll die Halfpipe meistert.

Schöner Nebeneffekt des Workshops sind die zehn Skateboards, die die Kattenvenner Grundschule von der Stiftung geschenkt bekommt. „Das können wir super für unsere Nachmittagsbetreuung nutzen“, freut sich Schulleiterin Ute Nordenkemper.

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