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Gesundheit ist wichtig im evangelischen Kneipp-Kindergarten

Wassertreten und Waldbaden

Tecklenburg

Gesunde Ernährung, die heilende Wirkung von Kräutern, das Immunsystem durch Wasseranwendungen stärken, die auch noch Spaß machen, mehr Lebensfreude durch Bewegung, Stressvermeidung durch die Lebensordnung – im Kneipp-Kindergarten lernen die Mädchen und Jungen bereits früh, wie wichtig die Gesundheit ist und verantwortlich damit umzugehen. Das ganzheitliche Gesundheitskonzept wird spielerisch erlernt.

Ruth Jacobus

Pfarrer Björn Thiel und Jennifer Brand machen es sich auf dem Rondell im Schöpfungsgarten gemütlich. Im Hintergrund sind die Hochbeete zu sehen, die von den Kindern gepflegt werden. Foto: Ruth Jacobus

Die Kinder wissen sehr gut, wer Pfarrer Sebastian Kneipp war. Und sie kennen auch sein Gesundheitskonzept, das aus den Säulen Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Ordnung besteht. Sie haben Spaß daran, durch ein Tretbecken zu stapfen wie ein Storch oder eigene Kräuter aufzuziehen. Solche Dinge gehören zum Alltag im evangelischen Kneipp-Kindergarten, der als erster im Tecklenburger Land als solcher zertifiziert worden ist. Das war bereits im Jahr 2009. Weitere Kindergärten im Tecklenburger Land folgten.

Gesunde Ernährung, die heilende Wirkung von Kräutern, das Immunsystem durch Wasseranwendungen stärken, die auch noch Spaß machen, mehr Lebensfreude durch Bewegung, Stressvermeidung durch die Lebensordnung – im Kneipp-Kindergarten lernen die Mädchen und Jungen bereits früh, wie wichtig die Gesundheit ist und verantwortlich damit umzugehen. Das ganzheitliche Gesundheitskonzept wird spielerisch erlernt.

In Coronazeiten sei das nicht einfach, berichtet Jennifer Brand, die Leiterin des Tecklenburger Kneipp-Kindergartens. Denn in Gruppen dürfe man derzeit nur wenig machen. Doch auch das Wenige ist bereits viel: Die Erzieherinnen gehen mit den Kindern zum „Waldbaden“ oder in den Schöpfungsgarten der evangelischen Kirchengemeinde.

Jennifer Brand

Dieser Garten ist etwas Besonderes. Dort stehen Hochbeete, in denen die Mädchen und Jungen selbst Vieles anpflanzen. Möhren und Tomaten, Zucchini, Salat und Kräuter wachsen auf dem Areal. In einem großen Beet sind Zuckermais und Zuckererbsen eingesät. Die Pflege sei „ein Riesenspaß“ für die Kinder. „Sie denken sogar selbstständig daran, zu gießen“, freut sich die Leiterin. Die Kleinen würden die Besuche lernen, wo die Lebensmittel herkommen und wofür Kräuter gut sind. Sie werden im Kindergarten zu Quark und Brot verarbeitet, wenn es denn wieder erlaubt ist.

Der Schöpfungsgarten von Kirchengemeinde und Kindergarten wird immer vollständiger. Aus Spenden des Kneippbundes gab es 2000 Euro. Ein Hochbeet, eine Kräuterspirale und Gartengeräte wurden dafür angeschafft.

In normalen Zeiten werde alles gruppenübergreifend gemacht, so Jennifer Brand, die eben diese Zeiten wieder herbeisehnt. Trotzdem ist auch so einiges möglich. Da gibt es Armbäder für die Kinder, die Dusche wird für Aufgüsse genutzt. „Und im Sommer gehen wir regelmäßig zum Kneipp-Tretbecken“, erläutert Jennifer Brand. „Die Kinder wissen, warum wir dahin gehen und dass so das Immunsystem gestärkt wird.“ Sich viel draußen zu bewegen, gehört außerdem zum Alltag in dem Kindergarten.

Um sich als Kneipp-Kindergarten zertifizieren zu lassen, müssen Voraussetzungen erfüllt werden. Dazu gehören unter anderem speziell ausgebildete Fachkräfte im Betreuerteam, entsprechende Fortbildungen und regelmäßige Dokumentationen.

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