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37-Jähriger wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis angeklagt

Vierter Gerichtstermin bringt Freispruch für Ochtruper

Ochtrup

Widersprüchliche Zeugenaussagen, unklare Umstände und vier Verhandlungstage: Am Ende stand für einen 37 Jahre alten Mann aus Ochtrup vor dem Amtsgericht Steinfurt ein Freispruch aus Mangeln an Beweisen. Er soll ein Fahrzeug geführt haben, ohne im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis zu sein.

mfa

Auch am vierten Verhandlungstag konnte einem 37-jährigen Ochtruper seine Tat nicht nachgewiesen werden. Er wurde freigesprochen. Foto: dpa

Am Ende eines langwierigen und sich über mehrere – zumeist wenig ergiebige – Beweisaufnahmetermine hinziehenden Prozesses vor dem Amtsgericht Steinfurt stand am Dienstag ein Freispruch für einen 37-jährigen Ochtuper. Ihm war von der Staatsanwalt vorgeworfen worden, Ende Juni und Juli des vergangenen Jahres mit einem Pkw auf der Metelener und Schützenstraße unterwegs gewesen zu sein, wiewohl er keinen Führerschein mehr besaß und möglicherweise auch gefälschte Kennzeichen benutzt hatte.

Nach dem Verkauf eines VW Polo gab der Verkäufer an, dass der Angeklagte diesen Wagen von seinem Hof an der Metelener Straße gefahren habe. Das wiederum hatte auch die Freundin des 37-Jährigen bestritten. „Man konnte das Auto überhaupt nicht starten, weil es wohl keine Lichtmaschine besaß“, hatte der Angeklagte bei einem der drei vorhergehende Verhandlungstermin angegeben.

Kein Licht ins Dunkel

Deshalb hätte man sich für eine Übergabe des abgestellten Fahrzeugs auf dem Parkstreifen vor der Skateranlage an der Schützenstraße verständigt. Dort hatte die Polizei den 37-Jährigen bei Reinigungs- und Reparaturarbeiten am Wagen, das keine Kennzeichen hatte, angetroffen. Auch die zum Teil auf Anregung des Verkäufers angesetzten Vernehmungen weiterer Zeugen brachten bei zusätzlichen Verhandlungsterminen kein Licht in die zumeist widersprüchlichen Darstellungen des Sachverhalts.

Richterin

In ihren Plädoyers fielen die Anträge von Staatsanwaltschaft und Verteidigung erwartungsgemäß sehr unterschiedlich aus. Auf eine Verurteilung wegen der dargelegten Delikte von 80 Tagessätzen á 15 Euro votierte die Anklageseite, wohingegen der Rechtsanwalt des Ochtrupers einen Freispruch forderte. Letzterem schloss sich die Richterin an, die auch die Kosten des Verfahrens der Landeskasse zuwies. „Die Tat ließ sich in diesem Verfahren dem Angeklagten nicht zweifelsfrei nachweisen. Details lassen möglicherweise andere, hier nicht zu klärende Vermutungen zu“, resümierte die Richterin. Das Fazit des 37-Jährigen war am Ende vielsagend gewesen: „Ich wollte eigentlich nur durch den Weiterverkauf des Autos ein bisschen Geld verdienen. Hätte ich gewusst, was das für einen Ärger und Stress und vielen auch Leid gemacht hat, hätte ich die Finger davon gelassen.“

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