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Stadtbrandinspektor Thomas Sundermann zur Feuergefahr im Teutoburger Wald

Teiche sind eine große Hilfe

Tecklenburg

Löschteiche sind nach Auffassung von Thomas Sundermann unentbehrlich, wenn es im Teutoburger Wald zu einem größeren Feuer kommen sollte. Bei kleineren Bränden, so der Tecklenburger Stadtbrandinspektor, sei die Freiwillige Feuerwehr durchaus in der Lage, eine weitere Ausbreitung zu verhindern und die Flammen zu löschen. Bei einem Großbrand müssten die Wehren aus der Umgebung Unterstützung leisten

wn

Kleine Feuer im Teutoburger Wald könnte die Tecklenburger Feuerwehr bekämpfen. Wenn große Flächen in Flammen stehen, ist die Unterstützung durch andere Wehren unerlässlich, sagt Tecklenburgs Stadtbrandinspektor Thomas Sundermann. Foto: Feuerwehr

Diese Bilder lösen immer einen kalten Schauer aus, der über den Rücken läuft: Lichterloh brennende Wälder. Gesehen in Australien oder Kalifornien. Aber was ist, wenn der Teutoburger Wald in Flammen stehen sollte? Unser Redakteur Michael Baar hat sich darüber mit Thomas Sundermann, Leiter der Feuerwehr Tecklenburg, unterhalten.

Ist die Tecklenburger Feuerwehr einem Großbrand im Teuto gewachsen?

Thomas Sundermann: Wenn einige Hektar Wald in Flammen stehen, müssen natürlich Wehren aus anderen Orten mit eingreifen.

Was ist denn für die Tecklenburger Feuerwehr noch zu bewältigen?

Sundermann: Wir können auf jeden Fall daran arbeiten, eine Ausbreitung der Flammen zu verhindern.

Wie geht man da vor?

Sundermann: Da werden Schneisen gezogen, um ein weiteres Umsichgreifen des Feuers zu verhindern.

Ist die Wehr dafür ausgerüstet?

Sundermann: Die Einheit Tecklenburg ist mit Löschrucksäcken für die Bodenbrandbekämpfung ausgerüstet. Grundsätzlich sind alle vier Einheiten mit sogenannten D-Schläuchen, Verteilern und D-Strahlrohren ausgestattet, sie sind klein und leicht. Hinzu kommen Hacken, um Schneisen zu ziehen.

Gibt es Erfahrungswerte für den Einsatz der Löschrucksäcke?

Sundermann: Ja, beispielsweise wenn ein Strohfeld brennt. Da sind die Löschrucksäcke sehr effektiv wenn es darum geht, kleine Feuer am Saum abzulöschen.

Habe ich ein unterschwelliges „aber“ in Ihrer Antwort gehört?

Sundermann: In der Tat. Die Gerätschaften sind gut zu handhaben, was eher ein Problem ist, ist die persönliche Ausstattung. Die Anzüge sind auf die Bekämpfung von Innenraumbränden ausgelegt und haben entsprechendes Gewicht.

Also bei Hitze im Sommer für Außeneinsätze viel zu schwer?

Sundermann: Mit leichterer Einsatzkleidung, die natürlich ebenso gut die Kameradinnen und Kameraden schützen muss, ließen sich fünf bis sechs Kilogramm pro Person sparen. Die Anschaffung von leichterer Bekleidung ist teilweise erfolgt und wird in 2021/2022 ergänzt.

Die Ausrüstung ist das eine, die Wasserversorgung ein anderes Thema. Wo kommt das Löschwasser her?

Sundermann: Löschwasser- beziehungsweise Brandteiche wären eine große Hilfe.

Gibt es die überhaupt?

Sundermann: Ich war im vergangenen Jahr mit dem Fahrrad im Wald unterwegs zu einem Tümpel, den wir vor Jahren als Schüler angelegt haben. Der war noch da, aber das Wasser lief so weg.

Also keine große Hilfe?

Sundermann: Das liegt immer daran, ob ein Teich von Quellen gespeist oder das Niederschlagswasser gesammelt wird und dann später abläuft oder nach und nach verdunstet. Hinzu kommt, dass die Teiche nicht verschlammt sein dürfen. Dann können wir mit unseren Pumpen kaum was machen. Wichtig ist auch, dass die Zuwegung mit Allradfahrzeugen befahren werden kann. Hier hat es schon erste Gespräche mit den zuständigen Förstern gegeben. Auch wäre zu klären, ob es Fördertöpfe für den Erhalt solcher Wasserquellen gibt. Schließlich ist dies ein großer Schritt, den Wald bei einem Feuer weitestgehend zu erhalten.

Woher wissen Sie, wo potenzielle Löschwasserteiche sind?

Sundermann: Wir sind derzeit dabei, die zu erfassen und dann entsprechend in unseren Unterlagen zu katalogisieren. Da ist viel Fußarbeit gefragt, damit jeder Löschzug die entsprechenden Unterlagen im Einsatzfall zur Hand hat, digital und als Karte. Auch hier haben wir die Unterstützung von der Forstbehörde. Im Netz, der IG-NRW, wird uns zusätzlich ein Informationssystem Gefahrenabwehr NRW Waldbrandabwehrkarte, zur Verfügung gestellt, die für Behörden, unter anderem auch die Feuerwehr, zugänglich ist.

Gibt’s weitere Möglichkeiten der Wasserversorgung?

Sundermann: In jedem Ort gibt es Landwirte, die über ein Güllefass verfügen. Die stellen das, gefüllt mit Wasser, schon aus Eigeninteresse bereit.

Über welche Kapazitäten sprechen wir da?

Sundermann: Addiert sind das so rund 80 Kubikmeter (80 000 Liter) Wasser in allen vier Ortsteilen. Und die Bauern zögern nicht lange, wenn es brennt. Da ist schon mal einer schneller am Brandort als wir (lacht).

Was ist das größte Problem im Wald, wo lauert die größte Feuergefahr?

Sundermann: Das sind ganz klar Flächen mit Windbruch und gerodete Flächen nach Borkenkäferbefall,Totholz bleibt liegen. Da trocknet das Holz unwahrscheinlich schnell aus und ist entsprechend leicht entflammbar.

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