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Aa-Brücke im Bagno: Verwaltung legt Politik Sanierungsentwurf vor

Reaktivierung als schmucke Bogenbrücke

Steinfurt

Vom Nünningsweg sollen die Radler jetzt doch direkt ins Bagno abbiegen können. Die Renovierung der seit drei Jahren defekten Holzbrücke soll es möglich machen. Und schick aussehen soll die Querungshilfe auch noch. Jetzt muss nur noch die Politik zustimmen.

Ralph Schippers

Nachdem der Boden durch ein landwirtschaftliches Fahrzeug beschädigt worden war, ist die Aa-Brücke seit 2018 für den Rad- und auch Fußgängerverkehr gesperrt. Foto: Ralph Schippers

Mehr als drei Jahre, nachdem die Aa-Brücke zwischen Nünningsweg und Bagno-See für den Rad- und Fußgängerverkehr gesperrt werden musste, weil ein Traktor beim Überqueren derselben dort eingebrochen war, besteht die Aussicht, dass sie reaktiviert werden kann. Mehr noch: Die sanierte Querung über die Aa soll nicht nur einfach ein funktionales Bauwerk werden, sondern in der Tradition der bestehenden Bagno-Brücken wie Chinesische Brücke, Ketten- und Knüppelbrücke auch gestalterisch-architektonische Akzente setzen.

Der Fachdienst Tiefbau der Stadt hat einen Vorschlag erarbeitet, der vorsieht, das bisher im Eigentum des Fürstenhauses zu Bentheim und Steinfurt befindliche Bauwerk in den städtischen Besitz zu übernehmen und es zu sanieren. Das Thema ist in dieser Woche Gegenstand der Beratungen im Bauausschuss. Die Verwaltung beziffert den Investitionsbedarf inklusive Ingenieurleistungen auf 85 000 Euro. Dieser Betrag ist laut Sitzungsvorlage im Haushalt bereits enthalten.

„Wir und speziell Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer reagieren damit auf einen vielfach geäußerten Wunsch aus der Bevölkerung nach der Reaktivierung der Brücke“, sagte der Technische Beigeordnete Hans Schröder auf Anfrage dieser Zeitung. Unter anderem hatte der Heimatverein Burgsteinfurt schon 2019 gefordert, die Brücke für den Rad- und Fußgängerverkehr wieder benutzbar zu machen. Dies sei mit einfachen Mitteln möglich, da die Unterkonstruktion aus Stahlelementen und auch die Widerlager weitgehend in Ordnung seien. Diese Aussagen hat, so Baudezernent Hans Schröder, eine von der Stadt in Auftrag gegebene statische Prüfung bestätigt.

Der Sanierungsentwurf, der nun der Politik vorlegt wird, sieht vor, sowohl Stahlträger als auch Widerlager nach einer Aufarbeitung durch Sandstrahlen und Neulackierung weiterzuverwenden. Die Holzauflage soll komplett erneuert werden, dabei soll Robinienholz, das als sehr beständig gilt, Verwendung finden.

Ein Besonderheit wird dem Vorschlag zufolge das neue Geländer aufweisen und damit die bereits erwähnte Tradition vieler Brücken im Park, die teils auch unter Denkmalschutz stehen, folgen: Es soll in gebogener Form ausgeführt werden. Sie öffnet sich dem Benutzer und wirkt einladend, heißt es dazu in der Sitzungsvorlage weiter. Als Material ist so genannter Cortenstahl vorgesehen: Er muss nicht beschichtet werden, rostet zwar an, trotzt aber ansonsten jeglichen Witterungseinflüssen. An der Innenseite sollen zusätzlich Edelstahlhandläufe angebracht werden.

Das neue Geländer, das gegenüber dem Vorgänger auch leicht erhöht ist, um so den den baurechtlichen Vorschriften eines öffentlich genutzten Brückenbauwerks zu entsprechen, schlägt mit 10 000 Euro zu Buche.

Die neue Brücke soll ausschließlich als Querungsmöglichkeit für Radfahrer und Fußgänger dienen. Eine Benutzung durch Fahrzeuge ist nicht vorgesehen und wird durch Poller auf beiden Seiten verhindert. Nach Zustimmung durch die Politik zu den Verwaltungsvorschlägen soll, so die Verwaltung, eine Ausschreibung kurzfristig erfolgen. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten könnte die Freigabe der Brücke im Frühjahr 2022 erfolgen.

Der Technische Beigeordnete betont, dass auch die Stadt die Wichtigkeit der traditionellen Verbindung ins Bagno immer gesehen habe – auch nach der Verlegung des Radwegenetzes NRW über den Nünningsweg zum Blocktor. Die Eigentumsverhältnisse hätten einer Reaktivierung aber lange entgegengestanden. Nun ergebe sich die Möglichkeit für Radler, zu wählen und entweder der offiziellen Route über die Straße Blocktor und weiter in die Altstadt nach Burgsteinfurt zu folgen oder doch über die Bagno-Brücke in den Landschaftspark zu fahren.

Durch die Übernahme der Brücke einschließlich der Verkehrssicherungspflicht kommt die Stadt auch einem möglichen Rückbau des Bauwerks zuvor. Diesen hatte die fürstliche Domänenkammer im Falle einer Nichtübernahme nicht ausgeschlossen.

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