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Verwaltung will Wochenmarkt neues Leben einhauchen

Mit Höhen und Tiefen

Saerbeck

Das Angebot auf dem Wochenmarkt ist zuletzt deutlich geschrumpft: Der Käse- und der Fischhändler kommen nicht mehr. Ordnungsamtsleiterin Ines Heilemann will dem Markt nun neues Leben einhauchen und versucht deshalb, weitere Beschicker nach Saerbeck zu holen. Hierzu hört sie sich bei anderen Kommunen um, zum Beispiel um zu eruieren, ob es Händler mit freien Kapazitäten gibt. Bislang allerdings ohne Erfolg.

Katja Niemeyer

Ein Freitagmorgen mit Nieselregen: Über den Saerbecker Wochenmarkt bummeln einige Kunden, kaufen Obst, Gemüse und Fleisch. Mit Käse und Fisch müssen sie sich aber anderswo versorgen. Die Händler kommen nicht mehr, weshalb die Verwaltung nun händeringend nach Ersatz sucht. Foto: Katja Niemeyer

„Der Blumenkohl sieht heute sehr gut aus.“ Gemüsehändlerin Margareta Ebbigmann hält einen Kopf hoch. Die Kundin prüft ihn kurz und greift dann zu. Der Blumenkohl verschwindet in ihrem Einkaufskorb.

Sie hat den Wochenmarkt an diesem Freitagmorgen angesteuert, trotz des Nieselregens. Übermäßig viele Menschen sind indes nicht gekommen. Was am Wetter liegen mag. Oder an dem Bäcker, der ja eigentlich dabei ist, für diesen Brückentag aber abgesagt hatte. Vielleicht ist es aber auch das zuletzt deutlich geschrumpfte Angebot, das die ein oder andere Kundin davon abgehalten hat, den Wochenmarkt anzusteuern.

So sind der Käse- und der Fischhändler, die zum Teil über viele Jahre ihre Stände in der Marktstraße aufbauten, abgesprungen. Sie fehlen, hört man allerorts. Käse stand zum Beispiel regelmäßig auf der Einkaufsliste von Melanie Eilers, deren kleine Tochter Leni vor allem die Süßigkeiten vermisst, die es bei dem Händler ebenfalls zu kaufen gab, wie das Mädchen mit großen Augen feststellt.

Auch Marktsprecherin Ebbigmann gibt unumwunden zu: „Dass der Käse- und Fischhändler nicht mehr kommen, das ist ein Verlust für den Markt.“ Obst und Gemüse gibt es zwar zu kaufen, auch Fleisch, Brot, Kuchen und Pflanzen. Und aktuell gesellt sich ein Spargelhändler zu den Händlern, weil das Edelgemüse gerade Saison hat. Um einen größeren Kreis an Kunden anzuziehen, muss das Angebot aber wieder größer werden.

Daran lässt auch Ordnungsamtsleiterin Ines Heilemann keinen Zweifel. Sie will dem Markt neues Leben einhauchen und versucht deshalb seit einiger Zeit, weitere Beschicker nach Saerbeck zu holen. Heilemann hört sich bei anderen Kommunen um, zum Beispiel um zu eruieren, ob es Händler mit freien Kapazitäten gibt. Bei vielen Beschickern hat sie schon angefragt. Bislang allerdings ohne Erfolg.

Was Ebbigmann, die seit fast 30 Jahren – anfangs nur mit Kartoffeln – auf dem Saerbecker Markt präsent ist, nicht überrascht. Die Zahl der Marktbeschicker, sagt sie, schrumpft insgesamt. Viele hörten aus gesundheitlichen Gründen auf oder weil sie das Rentenalter erreicht haben. Zudem fehlt der Nachwuchs. Und das nicht ohne Grund: „Das ist ein Knochenjob“, sagt die Marktfrau. Und ein Job, bei dem Durchhaltevermögen gefragt sei. „Es gibt immer Höhen und Tiefen.“ Das habe sie selbst schon mehrfach erfahren, ergänzt Ebbigmann, die von mittwochvormittags bis samstags auf Märkten in der Region steht.

Damit auf dem Markt der Klimakommune wieder mehr Betrieb herrscht, dafür können die Saerbecker aber vor allem auch selbst sorgen, findet Ebbigmann: „Sie müssen losgehen und hier einkaufen.“

Eine, die sich an diesem Freitagmorgen an ihrem Stand mit Gemüse versorgt, ist Ruth Große Drieling. Ein paar Mal hatte sie selbst schon einen kleinen Stand mit Selbstgenähtem und Taufkerzen auf dem Markt aufgebaut. Wegen der coronabedingten Einschränkungen ist dies zurzeit nicht erlaubt. Wenn die Regeln gelockert werden, will sie ihren Klapptisch aber wieder aufstellen, erklärt Große Drieling. „Das hat sich für mich auf jeden Fall gelohnt.“

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