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Kirchengemeinde St. Lambertus

Pfarrzentrum nimmt Gestalt an

Ochtrup

Fast eineinhalb Jahre ist es her, dass Pfarrer Stefan Hörstrup an dieser Stelle zuletzt über die Planungen zum neuen Pfarrzentrum der Kirchengemeinde St. Lambertus berichtete. Doch nun gibt es Neuigkeiten. Der geplante Neubau an der Ecke Ostwall/Kolpingstraße nimmt Gestalt an.

Anne Steven

So könnte die Raumaufteilung im neuen Pfarrzentrum der Kirchengemeinde St. Lambertus aussehen. Es soll auf dem Gelände des Clemens-August-Heims und einem angrenzenden Grundstück entstehen. Foto: Anne Steven

Architektenwettbewerb

Dazu hatte die Pfarrei einen Architektenwettbewerb gestartet. Die Vorgabe: Auf dem Areal, das derzeit noch das Clemens-August-Heim beherbergt, und dem angrenzenden Grundstück in Richtung Hellstiege soll ein Pfarrzentrum entstehen, in dem auch die Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) eine Heimat findet. Sechs Architektenbüros reichten Vorschläge ein.

Anfang Mai fand die Preisrichtersitzung statt. Letzterer gehörten neben vom Bistum entsandten Fachleuten auch Pfarrer Stefan Hörstrup, Pfarreiratsvorsitzender Michael Tombült, Verwaltungsreferentin Birgit Potthoff, der Leiter des Jugendcafés Freiraum, Jörg Eßlage, Kirchenvorstandsmitglied Franz Büter und Bürgermeisterin Christa Lenderich an.

„Uns war wichtig, dass Jugendcafé Freiraum in die Planungen einzubinden“, erklärt Stefan Hörstrup. Die Pfarrei habe die Kombination von Pfarrheim und Jugendzentrum immer als sehr belebend empfunden. Grundsätzlich sei die OKJA eine kommunale Aufgabe, die Kirchengemeinden in Och­trup fungierten als Trägerinnen. Seine Pfarrei betrachte sie aber als karitative Aufgabe und als wichtigen Bereich innerhalb der Gemeinde. Letztere setzte sich mit dieser Ansicht gegen Bedenken des Bistums durch.

Favorit aus sechs Vorschlägen

Unter den sechs Vorschlägen, die allesamt anonym präsentiert wurden, fand die Kommission schließlich einen Favoriten. „Ausschlaggebend war die sehr gute Raumaufteilung. Das ist in diesem Entwurf wirklich klug durchdacht“, lobt Stefan Hörstrup die Kreativität der Architekten Burhoff und Burhoff aus Münster, die den Zuschlag bekamen.

Das neue Pfarrzentrum soll mit einem Flachdach in Klinkerbauweise entstehen. In Teilen ist das Gebäude zweistöckig angelegt. „Die verschiedenen Ebenen greifen die Umgebung auf“, weiß Hörstrup. Zudem bestehe eine Sichtachse zur Lambertikirche.

Pfarrer Stefan Hörstrup zeigt an einem Modell den Entwurf für das neue Pfarrzentrum. Foto: Anne Steven

Während im dem Ostwall zugewandten Teil des neuen Pfarrzentrums ein großer, teilbarer und durch angrenzende Konferenzräume erweiterbarer Saal entsteht, ist der Komplex auf der anderen Gebäudeseite dem Jugendcafé Freiraum vorbehalten. Dieser sei klar strukturiert und gut sichtbar, freut sich Hörstrup.

Feinplanung steht noch aus

Zwischen diesen beiden Nutzungsbereichen haben die Architekten die Küche, Arbeitsräume und das Foyer angelegt. Per Treppe oder Fahrstuhl geht es ins Obergeschoss, wo Jugend- und Gruppenräume Platz finden. Im hinteren Teil des Erdgeschosses wurde zudem ein Meditationsraum geschaffen, der sich ideal für Gottesdienste oder eben Meditationen im kleineren Rahmen eigne, findet der Pfarrer.

„So eine Raumplanung sieht immer ganz simpel aus, ist sie aber nicht“, zollt er den Planern Respekt.

Nun gehe es darum, die Planungen voranzutreiben. Demnächst sei ein Treffen mit dem Architekturbüro geplant, um die Feinplanung anzugehen. „Das dauert jetzt eine ganze Weile“, bremst der Pfarrer etwaige Euphorie. Er hofft, dass die Pfarrei Anfang 2022 den Bauantrag auf den Weg bringen kann.

Derweil soll das Pfarrhaus vis-à-vis der Lambertikirche renoviert werden. Läuft alles nach Plan, könnten die Arbeiten im September dieses Jahres starten.

Im Modell ist der Entwurf des Pfarrzentrums der Architekten Burhoff und Burhoff aus Münster bereits realisiert. Foto: Anne Steven

Klarheit für die Marienkirche und das Georgsheim

Finanziert werden alle Maßnahmen übrigens durch das Bistum Münster, wobei auch die Kirchengemeinde ihren Anteil beitrage, ergänzt Hörstrup. Gemeint sind die Marienkirche und das Georgsheim. Beide Gebäude sollen aufgegeben werden. Über eine künftige Nutzung gibt es noch keine Klarheit. Aber: „Wir möchten die Marienkirche nicht im Dornröschenschlaf belassen“, betont Hörstrup.

Gehe es nach ihm, könnte das Gotteshaus sofort renoviert werden. Doch an dieser Stelle spiele der finanzielle Aspekt nicht die primäre Rolle. Vielmehr gehe es um die Frage, wie viel Raum in Zukunft noch für Gottesdienste benötigt würde. Die Gottesdienstbesucherzahlen sprächen da eine eindeutige Sprache. Den Turm der Marienkirche will die Pfarrei auch künftig als Raum für Gottesdienste nutzen. Welche Nutzung der Rest des denkmalgeschützten Gebäudes erfährt, soll ein Architekten-Investoren-Wettbewerb zu Tage fördern. Dazu verschriftliche die Kirchengemeinde gerade ihre Vorstellungen. „Uns geht es um ein Nachnutzungskonzept“, betont Stefan Hörstrup. Er ist zuversichtlich, dass für die Marienkirche eine gute Lösung gefunden werde. Ab Montag (31. Mai) können die Wettbewerbsbeiträge zum Bau eines Pfarrzentrums im Clemens-August-Heim eingesehen werden. Der Schlüssel wird im Pfarrbüro ausgegeben.

Das neue Pfarrzentrum nimmt Gestalt an. Diese Ansicht aus dem Entwurf der Architekten Burhoff und Burhoff aus Münster zeigt das neue Gebäude von der Kolpingstraße aus gesehen. Foto: Architekten Burhoff und Burhoff
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