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Abbrucharbeiten im Haupthaus auf dem Bispinghof

Der Anfang ist gemacht

Nordwalde

Mit der Brechstange wird momentan im Obergeschoss des Haupthauses auf dem Bispinghof hantiert: Ehrenamtliche vom Heimatverein und der Bürgerstiftung haben mit den Abbrucharbeiten begonnen. Dabei kommt einiges zum Vorschein: Schäden auf der einen Seite, aber auch spannende Fundstücke auf der anderen Seite.

Vera Szybalski

Die Abbrucharbeiten im Obergeschoss des Haupthauses auf dem Bispinghof sind gestartet. Die Ehrenamtlichen vom Heimatverein und der Bürgerstiftung entfernen die Wandverkleidung, reißen Leichtbauwände ab – und stoßen auf Probleme: An manchen Stellen ist das Holz nicht mehr in Ordnung. Foto: Vera Szybalski

Wer sich momentan im Obergeschoss des Haupthauses auf dem Bispinghof aufhält, trägt nicht nur aus Corona-Schutzgründen eine Maske. Denn dort sind Ehrenamtliche vom Heimatverein und der Bürgerstiftung Bispinghof gerade mit den Abbrucharbeiten beschäftigt – und das ist mitunter eine staubige Angelegenheit. Seit gut zwei Wochen werkeln die Freiwilligen in dem Gebäude, schlagen Fliesen von den Wänden, nehmen die Deckenverkleidung raus und reißen Leichtbauwände ab.

Im Obergeschoss soll künftig das Projekt „Schaufenster Heimatmuseum“ realisiert werden. Vom Land Nordrhein-Westfalen hat die Bürgerstiftung Fördergelder in Höhe von 691 200 Euro erhalten. Die restlichen 76 800 Euro müssen als Eigenanteil aufgebracht werden. Dazu zählen auch die Abbrucharbeiten, die noch am Anfang stehen. Doch erste Fortschritte sind schon zu sehen.

Schäden sind stärker als erwartet

Egon Wiening vom Heimatverein weist bei einem Rundgang mit dem Finger auf die Stelle, an der bis vor einigen Tagen noch eine Wand stand. Nicht nur diese Wand ist Geschichte. In anderen Zimmern liegen die Fliesen, die mal an der Wand befestigt waren, nun auf dem Boden. In wieder anderen Räumen ist die Deckenverkleidung so weit abgenommen worden, dass die darunterliegenden Holzbalken zum Vorschein kommen. Damit werden auch Probleme sichtbar.

Das Holz ist an manchen Stellen morsch. Wiening deutet auf die Fußpfette in einem Raum: „Da steht das Dach drauf und die ist kaputt.“ Ganz überraschend kommt es nicht, dass die Holzbalken nicht mehr alle in Ordnung sind. Sie hatten das schon befürchtet, sagt Knud Jensen, der die Abbrucharbeiten koordiniert. Aber nicht, dass die Schäden so stark sind. „Das war nicht absehbar“, sagt Wiening. Das wirkt sich auf die Kosten aus.

Egon Wiening über die Zeit, die die Ehrenamtlichen vor Ort sind

Was die Ehrenamtlichen in den nächsten Wochen noch finden, wird sich zeigen. In Kleingruppen mit drei bis fünf Leuten sind sie derzeit mit den Abbrucharbeiten beschäftigt. „Meistens vier Tage die Woche“, sagt Wiening. „Von neun bis zwölf Uhr.“ Neben Wiening sind Bernhard Holstegge, Hubert Laukötter, Manfred Wenker, Karl-Josef Watermann, Erwin Otte, Josef Hengstmann, Karl-Heinz Tinkloh und Reinhardt Diekel vom Heimatverein involviert.

Manfred Hellenkamp von der Bürgerstiftung packt ebenfalls tatkräftig mit an – und hat dabei neben Schäden auch noch etwas ganz anderes entdeckt. Hinter der Wandverkleidung oder in Schlitzen hat er schon einige Briefe und Schriftstücke aus Zeiten gefunden, als auf dem Bispinghof noch die Evangelische Jugendhilfeeinrichtung war. Er hat zum Beispiel Briefe von Eltern an die Kinder gefunden, die in dem Jugendheim lebten. Das dürfte später alles aufgearbeitet werden.

Im Oktober 2022 soll alles fertig sein

Jetzt steht im Obergeschoss des Haupthauses erst mal die Arbeit mit der Brechstange an. Wenn die Freiwilligen mit dem Entfernen der Wandverkleidung fertig sind, wird der Boden rausgenommen. Einige Wochen werden die Abbrucharbeiten noch in Anspruch nehmen. Ab August sollen dann die beauftragten Firmen übernehmen und mit der Installation von Elektro, Sanitär und Heizung beginnen. Im ersten Schritt wird das Treppenhaus aus Holz aus Brandschutzgründen durch eine Stahlbetonkonstruktion ersetzt.

Künftig sollen neben einem Büro, einem Abstellraum und einem WC für Menschen mit Behinderungen möglichst zwei große Räume entstehen, in denen die Ausstellungen gezeigt werden können. Das Ziel ist bekannt: Am 3. Oktober 2022 soll alles fertig sein. Bis dahin ist noch einiges zu erledigen. Aber der Anfang ist gemacht.

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