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Umrüstungsprojekt für Straßenleuchten

Mit LED-Licht zur Energieersparnis

Ochtrup

Das Energiebewusstsein der Bürger lässt nicht zuletzt daran messen, wie viele alte Halogenleuchtmittel in den eigenen vier Wänden durch sparsame LED-Pendants ausgetauscht werden. Die Stadtwerke machen das im großen Stil. Sie wechseln seit 2009 die Lichtquellen der kompletten Straßenbeleuchtung aus. Die Hälfte ist geschafft, in vier Jahren soll das Projekt abgeschlossen sein.

Alex Piccin

Die Stadtwerke rüsten die Straßenlaternen auf LED-Technik um. Gut die Hälfte ist geschafft. In vier Jahren könnte das gesamte Stadtgebiet mit Hilfe der zeitgemäßen Technik ausgeleuchtet werden. Die alten Quecksilberdampflampen oder Natriumdampflampen, hier im Bild, haben dann endgültig ausgedient. Die Hauptverkehrswege im Stadtgebiet sind bereits auf LED-Technik umgerüstet und auf der Karte gelb markiert. Die für dieses Jahr geplanten Umbaumaßnahmen sind blau hinterlegt Foto: Matthias Ahlke

Seit 2009 läuft das Projekt der Stadtwerke, alle 2858 Straßenleuchten in der Stadt und den Ortsteilen auf LED-Technik umzurüsten. In etwa vier Jahren, so schätzt Betriebsleiter Robert Ohlemüller, könnte der Austausch abgeschlossen sein. Der Start verlief damals absichtlich verhalten, was sich im Nachhinein als guter Weg herausgestellt hat.

„Wir haben bewusst die Entwicklung der Technik abgewartet, denn die stand noch am Anfang“, erläutert Josef Potthoff, Leiter Stromversorgung bei den Stadtwerken. Mittlerweile seien einerseits die Preise gefallen und hätten sich eingependelt, andererseits strahlen die heutigen LED-Modelle nicht mehr im bläulichen Kaltweiß, sondern in einem neutralen bis etwas wärmeren Weißton.

Deutlich reduzierter Verbrauch

Der heutige Jahresverbrauch der Straßenbeleuchtung liegt bei knapp unter 650 000 kWh. Das sind, alle Leuchtentypen zusammengerechnet, im Schnitt also circa 223 kWh pro Lichtpunkt. 52 Prozent sind auf LED umgerüstet. Dieser Typ verbraucht jährlich etwa 55 kWh. „Wir gehen davon aus, dass wir die 400 000 kWh weit unterschreiten, wenn das Projekt abgeschlossen ist“, sagt Ohlemüller.

Die Nachtabsenkung ist in vielen Straßenzügen bereits aktiv: Ab 21 Uhr wird die Belastungsstärke bis 7.15 Uhr auf rund die Hälfte reduziert. Jede Leuchte wird dabei gedimmt. Durch diese Reduzierschaltung erhöhe sich die durchschnittliche Lebensdauer von 25 auf 30 bis 35 Jahre, rechnet Potthof vor: „Und wir müssen weniger instand setzen.“

Eine Variante mit Bewegungsmelder und Wärmesensor, die zum Beispiel im Rahmen des Triangel-Projekts in Wettringen umgesetzt werden soll, werde auch getestet. Tatsächlich scheint dieser Typ, gemessen an den Anschaffungskosten und dem Verbrauch einer LED-Leuchte, auf dem ersten Blick nicht wirtschaftlich zu sein. „Wir möchten aber unsere eigenen Erfahrungen damit sammeln und sie vereinzelt aufstellen“, sagt Herbert Bätker, Leiter Technische Versorgung bei den Stadtwerken.

Umrüstung im Stadtgebiet und in den Ortsteilen

In diesem Jahr sind unter anderem der Bereich zwischen Gronauer Straße und Weilautstraße, in Langenhorst der Steenkamp und in Welbergen die Eschstraße mit der Umrüstung dran. Dabei wird zwischen sogenannten Peitschenleuchten und Pilzleuchten unterschieden. Den ersten Typ erblickt man in der Regel an übergeordneten oder Hauptverkehrsstraßen. Dort muss lediglich der Leuchtenkörper getauscht werden. Die Pilzleuchten stehen unter anderem im Wohngebieten. Hier muss zum Tausch des Leuchtkörpers zusätzlich auch der Mast verlängert werden, da auch Lichtemission vermieden werden soll. Bloß die Wege seien auszuleuchten. Die Pilzleuchten jedoch leuchten rundherum alles aus.

Bares Geld gespart

Um das zu ändern, erhellen die neuen LED-Leuchten das Areal wie Spots. Die notwendige Erhöhung hänge mit dem Abstrahlwinkel zusammen, erklärt Potthoff: „Früher wurden die Lichtpunkte in einem Abstand von etwa 40 Metern voneinander gesetzt. Mit den neuen Leuchten hätten wir zwischen den jeweiligen Masten einen deutlichen hell-dunkel-Effekt. Durch die Erhöhung um einen Meter wird am Boden ein breiteres Feld ausgeleuchtet.“ Dazu spare eine Erhöhung des Mastes auch Geld. Zwischen 100 und 120 Euro koste sie – eine neuer Mast zwischen 600 und 700 Euro.

Verbrauch seit 2007

Rund 300 zusätzliche Leuchtkörper sind seit 2007 in Ochtrup aufgestellt worden. Der Energieverbrauch ist seit 2014 deutlich rückläufig, denn seitdem stieg auch die Anzahl verbauter LED-Leuchten. Zwischen 2007 und 2009, als es in Ochtrup die punktuelle Nachtabschaltung gab, lag der Verbrauch durchschnittlich bei 850 000 kWh. Er erhöhte sich anschließend und betrug fünf Jahre lang im Schnitt bei circa einer Million kWh. pic

Einige Straßen wir die Haupt- und die Vechtestraße sind in den Ochtruper Ortsteilen bereits auf LED-Technik umgerüstet und auf der Karte gelb markiert. Die für dieses Jahr geplanten Umbaumaßnahmen sind blau hinterlegt. Foto: Stadtwerke Ochtrup
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