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Ochtruper Wochenmarkt besticht durch gute Qualität und Atmosphäre

„Manchmal ist weniger mehr“

Ochtrup

Der Wochenmarkt in Ochtrup erfreut sich großer Beliebtheit. Besonders die Qualität der Produkte steche hervor, sagen die Kundinnen und Kunden, mit denen WN-Mitarbeiterin Irmgard Tappe im Rahmen einer Umfrage ins Gespräch gekommen ist. Und auch die Händlerinnen und Händler sind zufrieden.

Irmgard Tappe

Clemens Petermann, Blumenhändler aus den Niederlanden, zählt zu den alten Hasen auf dem Wochenmarkt. Foto: Irmgard Tappe

Herman Kempers ist ein erfahrener Markthändler. Seit 30 Jahren ist der Niederländer auf vielen Wochenmärkten der Region präsent. Seit zehn Jahren auch in Ochtrup – mit Käse und Lakritz. Ihm gefällt es in der Töpferstadt, die Atmosphäre und vor allem der Standort am Pottbäckerplatz. „Hier ist wesentlich mehr los als früher an der Kirche“, hat er festgestellt. Ob man den Markt noch an einigen Stellen verbessern könnte? „Vielleicht ein oder zwei Stände mehr mit Produkten, die noch nicht dabei sind. Aber nicht zu viele doppelte Stände. Das klappt in großen Städten wie Münster. Aber nicht in einer Kleinstadt“, meint Kempers. Wenn sich die Kaufkraft auf mehrere Stände verteile, bestehe die Gefahr, dass es sich für den Einzelnen nicht mehr lohne. „Manchmal ist weniger mehr. Wichtig ist eine gute Qualität. Und die bieten die Händler hier“, sagt der Niederländer.

Herman Kempers kommt mit seinem Käsewagen schon seit über zehn auf den Ochtruper Wochenmarkt. Foto: Irmgard Tappe

„Oh ja, die Qualität ist Spitze“, findet Stefanie Epping. Sie kauft regelmäßig auf dem Wochenmarkt ein. „Fleisch und Gemüse lieber hier als im Supermarkt. Da weiß ich, dass es regional ist“, sagt sie.

Annette Holtmann mag insbesondere das frische Obst und Gemüse von Paßlick. „Auf dem Wochenmarkt bekomme ich alles, was ich brauche. Vor einiger Zeit ist auch ein Stand mit Nüssen und Trockenfrüchten hinzugekommen. Ein Gewinn für den Markt“, findet die Och­truperin. „Und obendrein trifft man immer nette Leute“, bemerkt ihr Mann, der sich gerade mit einem Bekannten unterhält.

Marianne Alfert schätzt ebenfalls den kleinen Plausch am Rande. „Ich freue mich immer, wenn ich Bekannte treffe“, sagt sie. Doch hauptsächlich geht es ihr um die frische und regionale Ware. „Gemüse, Geflügel und Fisch sind hier ganz hervorragend“, findet sie. „Das einzige, was ich vermisse, ist ein Stand mit Bioware“, fällt ihr ein Kritikpunkt ein.

Am Stand Paßlick warten frisches Obst und Gemüse auf die Kunden. Foto: Irmgard Tappe

„Bioangebote fehlen komplett“, bedauern auch Truus und Heinz Zurhold. „Die vermissen nicht nur wir. Ich habe schon mit etlichen Leuten gesprochen, die sich Bioprodukte wünschen“, bekräftigt Truus Zurhold und erzählt, dass viele Ochtruper wegen der Biostände extra zum Steinfurter Wochenmarkt fahren. „Aber qualitativ ist das Angebot perfekt in Och­trup. Besonders Clemens mit seinen Blumen. Der ist nicht zu toppen“, meint sie lachend.

Besagter Clemens heißt mit Familiennamen Petermann. Der Blumenhändler aus den Niederlanden zählt zu den alten Hasen auf dem Wochenmarkt. Gerade drückt er einer Kundin eine Rose in die Hand. „Ich kaufe jede Woche Blumen hier. Und immer gibt es eine Rose dazu. Mein Mann meinte neulich, ich hätte einen heimlichen Verehrer, der mir Blumen schenkt“, bemerkt die Frau lachend.

„Ein gemütlicher Markt ist das. Lauter freundliche Kunden, und der Standort ist super. Das finden die anderen Kollegen auch“, sagt Clemens Petermann. Das Angebot sei gerade passend für Ochtrup. Ein größeres Angebot, ist er überzeugt, würde sich nicht lohnen.

Evi und Willi Klostermann indes wünschen sich einen größeren Markt. „Konkurrenz belebt das Geschäft und es lockt mehr Leute an“, vermuten sie. Evi Klostermann hat auch schon Ideen, was den Markt beleben könnte. „Ein Biobauer mit hofeigenem Fleisch wäre super“ überlegt sie. Wochenmärkte, davon ist das Ehepaar überzeugt, haben allein schon aufgrund eines steigenden Umwelt- und Klimabewusstseins der Bevölkerung eine Zukunft. „Wenn ich auf dem Markt etwas kaufe, fällt kein Plastikmüll an wie im Supermarkt, wo vieles in Folie verpackt ist“, nenn Willi Klostermann einen Aspekt. Außerdem schätzt das Ehepaar die sozialen Kontakte. Ein Pläuschchen hier, eine Begegnung da ist auch in Coronazeiten möglich. Es kommen mitunter interessante Gespräche auf.

Wegen der Atmosphäre gehen auch Ruth Volkery und Franz Kockmann gern zum Wochenmarkt. „Vor allem seit der Markt hierher ins Zentrum verlegt wurde“, bemerkt Franz Kockmann. Und das Angebot? „Die Qualität ist sehr gut. Aber ein paar Stände mehr wäre nicht schlecht“, meint Ruth Volkery. „Etwas Mediterranes vielleicht, zum Beispiel ein Antipasti-Stand“, schlägt die Ochtruperin vor, und die beiden schlendern weiter über den Markt.

Kurz vor Mittag hat sich am Fischstand eine Warteschlange gebildet. Backfisch und Kibbeling zum Mittagessen sind um diese Zeit der Renner bei Fischhändler Roland Menneken. Mit dem Kundenzulauf ist er bestens zufrieden. Das Einzige, was er und andere Markthändler bemängeln: „Es fehlen Toiletten, dringend.“ Doch das Problem dürfte in Kürze gelöst sein. Die Markthändler bekommen demnächst einen Schlüssel fürs öffentliche Stille Örtchen in der Weinerstraße.

Aufgrund des Feiertags Christi Himmelfahrt findet der Wochenmarkt heute Vormittag mit kleinerem Angebot auf dem Pottbäckerplatz statt.

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