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Sportlicher Wettstreit fürs Klima

Lienener radeln Ladbergern davon

Lienen/Ladbergen

Ein sportlicher Wettstreit mit einem ernsten Hintergrund: Die Gemeinden Lienen und Ladbergen treten im Rahmen der bundesweiten Kampagne Stadtradeln kräftig in die Pedale – für den Klimaschutz und die Gesamtabrechnung. Am Freitag hatten die Lienener gut 11 000 Kilometer Vorsprung vor den Ladbergern. Beide Orte wollen ihre Radfahrer in den letzten Tagen noch einmal mobilisieren, möglichst viele Kilometer beizusteuern.

msm

‚Fürs Klima in die Pedale zu treten: Dazu rufen im Rahmen des „Stadtradelns“ Anja Schmidt (Foto unten links) und Alexandra Kattmann (Foto unten rechts) die Lienener und Ladberger weiterhin auf. Foto:

Anja Schmidt hat die Zahlen ziemlich genau im Blick. 42 832 Kilometer haben die 433 Lienener, die sich an der bundesweiten Aktion „Stadtradeln“ beteiligen, in den vergangenen zwei Wochen erradelt. „Ein zufriedenstellendes Ergebnis“, wie die Touristik-Fachfrau der Gemeinde Lienen sagt. Um mit einem Schmunzeln hinzuzufügen: „In der Zwischenwertung stehen wir damit vor Ladbergen.“

Tatsächlich hat die Gemeinde zehn Kilometer westlich im Kreis Steinfurt mit ihren 274 Radlern bis dato „nur“ 31 344 Kilometer auf dem Tacho. Allerdings: Errechnet man die gefahrenen Kilometer pro Einwohner, holt Ladbergen ganz schön auf – da liegen die Lienener 4,95 Kilometer nur noch knapp vor den 4,59 Kilometern der Nachbarn aus dem Heidedorf. Kreisweit betrachtet reicht es damit in beiden Fällen zu einem Platz im vorderen Mittelfeld.

Doch genug der Zahlenspiele: Wichtig ist es sowohl Anja Schmidt als auch Alexandra Kattmann in Ladbergen, mit der Teilnahme an der Kampagne für mehr Klimaschutz und Radverkehr eine „Lanze für das Fortbewegungsmittel Fahrrad zu brechen“, wie es die Ladberger Klimaschutzmanagerin auf den Punkt bringt. Beide Kommunen nehmen zum ersten Mal an dem sportlichen Wettstreit teil, der den ein oder anderen zu wahren Höchstleistungen anspornt.

So blicken die beiden Projektverantwortlichen voller Begeisterung auf die junge Generation. „Ich freue mich riesig über das Engagement von Kindergärten und Schulen“, sagt Anja Schmidt, die in der Teamwertung die ersten fünf Plätze einnehmen. Und auch Alexandra Kattmann lobt: „Ich bin total begeistert, was sich insbesondere unsere Grundschule da zusammenradelt.“ In Lienen erzählt die Touristikerin von einer Lehrerin, die ihren Schülern ans Herz gelegt hat, während der Zeit mit dem Rad zur Schule zu kommen – scheinbar mit Erfolg.

Und dann gibt es doch noch ein paar teils beeindruckende Zahlen aus dem Kreis der vier bis 81 Jahre alten Teilnehmer in Lienen, die sie bereithält. So hat eine Frau seit Christi Himmelfahrt sage und schreibe 847 Kilometer auf dem Drahtesel zurückgelegt. Wie sich anhand der Routen, die die Dame online hinterlegt hat, erkennen lässt, „ist sie schon fast überall im Kreis gewesen“.

Und genau das ist ein weiteres Ziel, welches gerade der Touristikerin ein Anliegen ist: die Schönheiten der Umgebung zu entdecken. Passend dazu hat die Gemeinde auf ihrer Homepage ein paar Tourenvorschläge gemacht. „Für das Wetter am Wochenende geradezu ideal“, wie Anja Schmidt findet und dazu animiert, bis zum Aktionsende am Mittwoch, 2. Juni, doch noch einmal kräftig in die Pedale zu treten – für den Klimaschutz und die Kilometer.

Diesen Ball nimmt ihre Kollegin Alexandra Kattmann natürlich gerne auf. Auch in Ladbergen soll noch der ein oder andere Kilometer erradelt werden. Ganz vorne dabei ist aktuell eine Gruppe um Ingo Kielmann von „Nu män tou“. Die Teamstatistik führen sie sowohl in puncto Pro-Kopf- als auch Gesamt-Kilometer an. Die neun Radler sind bei Wind und Wetter 4011 Kilometer gefahren. Das macht pro Kopf 446 Kilometer. Ihnen auf den Fersen mit 3630 beziehungsweise 3445 Kilometern sind die Grundschüler sowie das ökumenische Radlerteam, das Pfarrerin Dörthe Philipps und Pater Hans-Michael Hürter anführen.

Wie viele Kilometer die beiden Orte in der Endabrechnung aufweisen, zeigt sich nach dem 2. Juni. Bis jetzt, hat der Initiator des Stadtradelns errechnet, konnten in Lienen und Ladbergen elf Tonnen CO eingespart werden – wäre dieselbe Strecke mit dem Auto zurückgelegt worden.

Und nicht nur deshalb steht für die Verantwortlichen bereits jetzt fest: Der Premiere wird 2022 die Fortsetzung folgen. Anja Schmidt hat schon die ein oder andere Idee, wie noch mehr Radler angespornt werden könnten. Und sie hat ein Ziel: „Dann soll Lienen auf jeden Fall zu den Top Ten des Kreises gehören.“

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