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Lennard Kleine-Niesse ist in Guatemala – und er ist begeistert

Pures Glück auf dem Vulkan

Lengerich/Guatemala

Seit rund zwei Monaten ist Lennard Kleine-Niesse auf Weltreise. Für die WN berichtet er von seinen Erlebnissen. Diesmal aus Guatemala.

Lennard Kleine-Niesse

Feuerspeiende Vulkane bietet Guatemala. Lennard Kleine-Niesse hat das Schauspiel erlebt und dafür einige Strapazen auf sich genommen. Foto: Lennard Kleine-Niesse

„Bienvenido a Guatemala.“ Endlich, ich war angekommen im zweiten Land meiner Weltreise. Nach zwei unvorstellbar schönen Monaten in Mexiko hat es mich weitergetrieben nach Guatemala, und dieses Land hat mich direkt in seinen Bann gezogen.

Vom Grenzort Talisman ging es für Daniel – ein Freund aus Deutschland, der mich für ein paar Wochen besucht hat – und mich zum Lago de Atitlan, dem vielleicht schönsten See auf dem amerikanischen Kontinent. Umgeben von Bergen und charmanten kleinen Städtchen ist es der perfekte Ort, um für ein paar Tage zur Ruhe zu kommen und Energie zu tanken.

Da wir aber beide sehr abenteuerlustig sind, beschlossen wird bald, nach Antigua weiterzuziehen, um uns dort dem wohl beeindruckendsten Erlebnis unseres bisherigen Lebens zu stellen: die Besteigung des Acatenango. Der ist 3976 Meter hoch und einer der zahlreichen Vulkane. Und das beste: Von oben hat man freie Sicht auf den aktiven Vulkan Fuego, der etwa alle zwei, drei Minuten Feuer spuckt.

Ich war so euphorisch, dass ich komplett verdrängte, dass ich noch nie in meinem Leben Wandern und mein Equipment eher bescheiden war. Als es losging, habe ich schnell gemerkt, dass ich das Vorhaben sehr unterschätzt hatte. Das fing schon beim Schuhwerk an. Laufschuhe sind nicht die besten, um einen Vulkan zu besteigen.

Die ersten Stunden den Aufstieges waren physisch und psychisch das wohl anstrengendste, was ich jemals durchmachen musste. Die Luft wurde immer dünner, das Gepäck immer schwerer, und nach jedem zweiten Schritt rutschte ich wieder einen zurück. Dementsprechend erleichtert war ich, als wir nach etwa vier Stunden ein Basislager erreichten, in dem wir übernachteten. Zehn Minuten ins Zelt legen schien ähnlich erholsam wie ein zweiwöchiger Wellness-Urlaub auf den Bahamas.

Bereits vom Basislager war der Blick frei auf den feuerspuckenden Fuego. „Unglaublich was Vulkane für eine Energie ausstrahlen“, ging es mir durch den Kopf und das Donnern des Fuego ging tief unter die Haut. Nach dem Abendessen zogen Daniel und ich uns völlig erschöpft in unser Zelt zurück, um ein paar Stunden Kraft zu tanken. Am nächsten Tag stand die Wanderung zum Gipfel an, um 4 Uhr sollte es losgehen.

Eingepackt in Winterkleidung schafften wir es am frühen Morgen ans Ziel. Nun war klar, die extremen Strapazen hatten sich gelohnt. Auf 3976 Metern über den Wolken zu stehen und dabei den Sonnenaufgang und den aktiven Fuego zu bestaunen, erfüllte mich mit einem Mix aus Glückseligkeit und Freiheitsgefühl. Es war schier unglaublich. Und es hat definitiv die Lust bei mir geweckt, in Zukunft noch höhere Berge und Vulkane zu besteigen.

Nach dieser Erfahrung gönnten wir uns einen Tag Pause, um Kraft zu tanken und uns auf den nächsten Trip vorzubereiten. Es ging mit dem Nachtbus weiter nach Tikal, eine Maya-Stätte im tiefen Dschungel im Grenzgebiet zu Mexiko. Weit entfernt von den Touristen-Hochburgen hatten wir das gesamte Areal fast für uns allein, nur hier und da trafen wir auf eine andere kleine Gruppe. Das beste dabei: In Tikal ist es erlaubt , auf die Pyramiden und Tempel zu steigen. Die sind zwar nicht fast 4000 Meter hoch wie der Acatenango, aber es reichte für einen fantastischen Blick über das Gelände und den Dschungel. Nicht erst dort oben wurde uns klar, warum dieser Ort für Dreharbeiten für den Film „Star Wars - Eine neue Hoffnung“ genutzt worden war.

Zurück in Antigua dachte ich mir, dass es eigentlich schön wäre, meine Spanischkenntnisse zu verbessern und tiefer in die guatemaltekische Kultur einzutauchen. Daher habe ich mich entschieden, drei Wochen in der Stadt zu bleiben, in einer Gastfamilie zu leben und Sprachunterricht zu nehmen.

Inzwischen lebe ich etwa eine Woche hier. Und ich kann sagen, es war genau die richtige Entscheidung. Meine Gastgeber sind toll, das Essen ist perfekt und mein Spanisch verbessert sich von Tag zu Tag, denn niemand spricht hier Englisch und ich bin gezwungen Spanisch zu sprechen.

Wohin es als Nächstes für mich geht, weiß ich noch nicht genau. Mir stehen einige Optionen offen und ich habe auch mein US-Visa erhalten. Vielleicht werde ich weiterziehen Richtung Südamerika und dabei Honduras, El Salvador, Nicaragua, Costa Rica und Panama zu sehen bekommen. Vielleicht werde ich mir aber auch einen meiner größten Lebensträume erfüllen und zunächst nach Hawaii reisen. Ich träume schon länger davon, einen Fallschirmsprung über einer der Inseln zu mache. Vielleicht wird dieser Traum bald wahr. Ein netter Nebeneffekt: In den USA kann sich inzwischen in vielen Staaten jeder impfen lassen. Sollte es mich dorthin treiben, werde ich von diesem Angebot definitiv Gebrauch machen.

Wer mich digital auf meiner Reise begleiten möchte, kann auf Instagram oder YouTube vorbeischauen. Dort gebe ich unter dem Namen „NiesseOnTour“ täglich Einblicke in meine Reise rund um den Globus.

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