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Natur- und Geopark Terra-Vita

Pläne für neue Attraktionen

Lengerich/Osnabrü...

Von Herzlake im Norden bis Bielefeld im Süden, von Hörstel im Westen bis ins Weserbergland im Osten reicht das Gebiet von Terra-Vita. Aktuell umfasst der internationale Geopark 1560 Quadratkilometer Fläche in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Und Lengerich ist seit 2008 Teil des Ganzen. In diesem Jahr wird nun der 20. Geburtstag gefeiert.

fk/mzb

Terra-Vita gehört zu den ersten internationalen Geoparks, welcher auch große Teile des Tecklenburger Landes umfasst. Westerkappeln ist seit 2007 Mitglied. Foto: Olaf Thielsch

Von Herzlake im Norden bis Bielefeld im Süden, von Hörstel im Westen bis ins Weserbergland im Osten reicht das Gebiet von Terra-Vita. Und Lengerich ist Teil dieses internationalen Geoparks. In diesem Jahr feiert er seinen 20. Geburtstag.

Im Jahr 2001 wurde der bereits 1965 gegründete Naturpark als europäischer Geopark anerkannt. Damit war er nach Angaben des Landkreises Osnabrück einer der ersten internationalen Geoparks, nachdem im Jahr zuvor vier europäische Regionen in Spanien, Griechenland, Frankreich und Deutschland (Vulkaneifel) das europäische Geoparknetzwerk gegründet hatten.

Einer der Höhepunkte der bisherigen Arbeit: 2015 wurde Terra-Vita als Unesco-Geopark ausgezeichnet. Damit stehe er wie auch die anderen Geoparks auf einer Stufe mit den bekannten Unesco-Welterbestätten und Biosphärenreservaten. Zum 20-jährigen Bestehen soll es verschiedene neue Attraktionen geben.

In den vergangenen Jahren habe Terra-Vita vielseitige und nachhaltige Erlebnisangebote entwickelt, betont Anna Kebschull, Landrätin im Landkreis Osnabrück und Vorsitzende des Trägervereins. Zugleich richtet sie den Blick nach vorne: „Der Natur- und Geopark wird sich verstärkt den Themen regionale Produkte, Gewinnung von Partnern und der Bildung für nachhaltige Entwicklung widmen.“ Gerade in diesem Segment liege eine besonders wichtige Funktion des Natur- und Geoparks, der die globalen Nachhaltigkeitsziele weiter bekannt machen und umsetzen könne.

Lengerich ist seit 2008 Mitglied beim Natur- und Geopark. „Wir profitieren zum einen natürlich von den überregionalen Marketingmaßnahmen des Naturparks“, sagt Anne Gildehaus von der Tourist-Information im Alten Rathaus. Zum Beispiel können bestimmte Veranstaltungen im Veranstaltungskalender beworben werden. „Zum anderen können über den Naturpark Fördermöglichkeiten akquiriert werden, die für Maßnahmen wie Wegeinstandsetzung, Möblierung, Wegweisung, Besucherlenkung auf den Wander- und Radwanderwegen genutzt werden können.“ In den vergangenen Jahren habe man so einige Maßnahmen durchführen können. Als bislang letztes großes Projekt sei das die Hörstation mit Outdoorhängematte am Hermannsweg am Dyckerhoffsteinbruch gewesen.

Auf Lengericher Gebiet verlaufen auch zwei Freizeitrouten des Naturparks: die Radroute „Terra-Trail 11: Klippen, Kalk und kleine Überraschungen“ und der Natur- und Geopfad Dyckerhoff. Beim Natur- und Geopfad Dyckerhoff handelt es sich um den ehemaligen Dyckerhoff-Rundweg, der mit Hilfe des Naturparks neu gestaltet wurde (WN berichteten). So heißt er nun „Natur- und Geopfad Dyckerhoff“ und bietet entlang der Wegstrecke 14 Informationstafeln, die Wanderer über die Erdgeschichte, die Flora und Fauna, die Historie des Kalkabbaus in Lengerich, über die Waldnutzung und die Naturschutzprojekte informieren.

Aktuell umfasst der Park nun 1560 Quadratkilometer Fläche in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Neben mehr als 80 Wanderstrecken, den Terra-Tracks, lockt ein mehr als 4000 Kilometer langes Radwegenetz mit 18 Thementouren.

Fürs Jubiläumsjahr gibt es einige Pläne: So soll beispielsweise der Hünenweg von Osnabrück bis nach Groningen durch den niederländischen Partnergeopark De Hondsrug als internationaler Wanderweg verlängert werden. Es wird ein neuer halbstündiger Film über Terra-Vita präsentiert. Ein neues Umweltbildungs- und Informationskonzept wird parallel zur Eröffnung der verlängerten Schmalspurbahn am Piesberg in Osnabrück vorgestellt. Und an den Saurierfährten Barkhausen wird das 100-jährige Jubiläum der Entdeckung im Jahr 1921 gefeiert.

Ein Netz von knapp 30 verschiedenen Aussichtspunkten mit abrufbaren und erklärenden Audios zur jeweiligen Erdgeschichte und Kultur wurde bereits etabliert. Etwa 80 Freiwillige unterstützen Terra-Vita nach laut Mitteilung maßgeblich bei Veranstaltungen, kümmern sich um Infrastrukturen und fungieren als Botschafter des Natur- und Geoparks.

Geschäftsführer Hans-Hartmut Escher verweist unter anderem auf die offenkundig besondere Rolle von Terra-Vita in Zeiten der Corona-Pandemie. So hätten sich die Aufrufzahlen für Outdoorangebote über das Internet innerhalb eines Jahres versiebenfacht und Bestellungen von kostenpflichtigem Printmaterial verdreifacht.

Die beiden Lengericher Routen sind online zu finden unter https://regio.outdooractive.com/oar-terra-vita/de/tour/radtour/terra.trail-11-klippen-kalk-und-kleine-ueberraschungen/14665788/ beziehungsweise https://regio.outdooractive.com/oar-terra-vita/de/tour/wanderung/natur-und-geopfad-dyckerhoff/54441497/.

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