1. www.dzonline.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Lengerich
  6. >
  7. Das Auto wird links liegengelassen

  8. >

Freia und Hans Rieser sind Lengerichs Stadtradeln-„Stars“ 2021

Das Auto wird links liegengelassen

Lengerich

Freia und Hans Rieser sind überzeugte Radfahrer. Und das seit ihrer Kindheit. Somit sind sie offenbar prädestiniert, um in Lengerich als sogenannte „Stars“ an der Aktion Stadtradeln teilzunehmen. Das bedeutet für sie drei Wochen Verzicht aufs Auto. Keine allzu große Sache, sagt das Paar.

Paul Meyer zu Brickwedde

Fast schon eine Seltenheit: Freia und Hans Rieser haben konventionelle Tourenräder, keine E-Bikes. Die Satteltaschen dürfen nicht fehlen, sie sind oft voll mit Einkäufen. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Dass sie Stars sein sollen, nehmen Freia und Hans Rieser ziemlich gelassen hin. An ihrem Alltag ändert sich dadurch wenig. Das Ehepaar macht beim Stadtradeln mit. Zum zweiten Mal nach 2020. Seit dem 13. Mai und bis zum 2. Juni sind die Teilnehmer aufgerufen, möglichst viele Wege mit dem Zweirad zurückzulegen. Die Riesers wollen während dieser Zeit komplett aufs Auto verzichten. Deshalb der Sonderstatus „Star“.

Folgt man dieser Definition, dann sind der 61-Jährige und die Mitarbeiterin der städtischen Tourist-Information schon lange, sehr lange Stars. Das Fahrradfahren gehöre seit der Kindheit zu ihrem Leben, sagen die beiden Lengericher. Hans Rieser erzählt beispielhaft, dass er zu Schulzeiten immer vom Elternhaus am Saerbecker Damm zur Schule an der St.-Margareta-Kirche gefahren sei – sechs Kilometer hin, sechs Kilometer zurück, bei jedem Wetter. „Und wenn man sich mit Freunden verabredet hatte, ging‘s noch einmal mit dem Rad in die Stadt.“

Die Alltagswege in Lengerich wie etwa zur Arbeit und zum Einkaufen bewältigen sie immer noch mit dem Fahrrad. Während der Woche werde das Auto so gut wie nie gebraucht, der Verzicht während der Stadtradeln-Phase sei somit kein großes Opfer. Damit nicht genug: Während der Freizeit werden oft Touren in der Gegend absolviert. Spricht man darüber mit den passionierten Bikern, wird klar, dass sie sich bestens auskennen in der Region. „Vor der Haustür gibt es immer noch etwas Neues für uns zu entdecken“, sagt Freia Rieser. Und auch im Urlaub schwingen sich die Riesers gerne auf den Sattel. Im vergangenen Jahr beispielsweise wurde der Altmühl-Radweg von Rothenburg ob der Tauber bis zur Donau abgeradelt. Ein Leben ohne Fahrrad? Unvorstellbar, zu sehr lieben die Riesers die Kombination aus frischer Luft und Bewegung.

Lengerich geben die beiden „Star“-Radfahrer alles in allem ein passables Zeugnis in Sachen Fahrradinfrastruktur. Natürlich seien Schwächen vorhanden, Freia Rieser verweist auf die Osnabrücker Straße, auf der sie vor ein paar Tagen auf dem Rückweg von Osnabrück noch selbst gefahren ist, was kein großes Vergnügen gewesen sei. Aber alles in allem sei die Stadt „schon ganz gut aufgestellt“, und es tue sich ja auch etwas, heißt es mit Blick auf das neue Teilstück Radweg unweit des Bahnhofs.

Nach eineinhalb Wochen Stadtradeln haben die Riesers zusammen rund 660 Kilometer mit dem Fahrrad zurückgelegt. Dass es während dieser Zeit reichlich geregnet hat, stört sie nicht sonderlich. Zum einen, erzählen sie, seien sie bislang weitgehend verschont geblieben, zum anderen gehöre das zum Radler-Dasein ebenso dazu wie die passende Bekleidung. Und die Vorteile des Fahrrads gegenüber dem Auto gerade in der Stadt würden den ein oder anderen Tropfen allemal aufwiegen. „Es gibt keine Probleme mit der Parkplatzsuche, es fallen keine Parkgebühren an, und es nimmt ein wenig Hektik aus dem Alltag“, hält Freia Rieser ein Loblied auf ihr geliebtes Fortbewegungsmittel.

Startseite