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Besuch in der Anlage Lütke Feld

Kleingärten aus dem Winterschlaf erwacht

Metelen

In der Kleingartenanlage Lütke Feld herrscht in diesen Frühlingstagen Hochbetrieb. Spätestens, seit die Tage des Bodenfrosts gezählt sind, ackern die Hobbygärtner wieder auf ihren Parzellen. Und diese zeigen sich so individuell wir abwechslungsreich. Ein Besuch lohnt.

Irmgard Tappe

Sergei Kakowkin ist stellvertretende Vorsitzender der Kleingartenanlage und bekennt: „Ein Garten ist nun mal viel Arbeit.“ Foto: Irmgard Tappe

Die Obstbäume blühen in voller Pracht und an allen Ecken sprießt und grünt es. In den Parzellen wird in diesen Wochen fleißig gebuddelt, gesät und gepflanzt. Auf einigen Gemüsebeeten stehen bereits die ersten Pflänzchen. Die Kleingartenanlage Lütke Feld ist aus dem Winterschlaf erwacht.

Manche Beete sind exakt geometrisch angelegt. Wie mit einem Lineal vermessen. In anderen Gärten blüht und wächst es wie kunterbunte Farbkleckse, aus denen hin und wieder ein Gartenzwerg hervorlugt. Erdbeerbeete findet man in nahezu jedem Garten. Und viele Hobbygärtner haben ein Gewächshaus aufgestellt.

So auch Lidia Chuchana. Tomaten, Salat und Kohlpflanzen sind darin schon gut herangewachsen. Jetzt bearbeitet sie die Beete in ihrem Gemüsegarten. „Gemüse immer frisch aus dem Garten – das ist gesund und lecker“, freut sie sich schon jetzt auf die Erträge. Vielfalt ist Trumpf auf diesem gut ein Hektar großen Fleckchen Erde am Rande der Vechtegemeinde, wo die Gartenfreunde ihre Parzellen nach eigenem Geschmack gestalten.

Angelika Schlegel etwa hat eine Oase für Schmetterlinge und Insekten geschaffen. „Gestern hatte ich meinen freien Tag. Da war ich acht Stunden hier und habe alles in Ordnung gebracht“, sagt die Metelenerin und lässt den Blick zufrieden über ihren Garten schweifen. Eine gepflegte Anlage mit einer reichen Auswahl an Beerensträuchern und Obstbäumen sowie lauschigen Sitzecken und einem kleinen Gartenteich, in dem zwei Frösche ein Zuhause gefunden haben. Auch Stauden hat Angelika Schlegel viel Platz eingeräumt. „Wenn ich etwas Neues anpflanze, achte ich immer darauf, dass es insektenfreundlich ist“, sagt sie.

Bis vor einem Jahr war die 66-Jährige Vorsitzende des Metelener Kleingartenvereins. Jetzt möchte sie nur noch ihr Gartenglück genießen. „Urlaubsreisen brauche ich nicht. Ich habe ja meinen Garten. Da kann ich mich erholen“, meint sie lachend. Bei gutem Wetter zieht es die Metelener Geschäftsfrau auch während der Mittagspause in die Kleingartenanlage.

Seit der Coronapandemie sei die Nachfrage nach freien Gärten groß, hat sie festgestellt. Alle 27 Parzellen seien zurzeit belegt, berichtet Angelika Schlegel beim Gang durch die Anlage. „Für die Grundstücke zahlen die Kleingärtner eine Pacht, Gartenhäuschen, Inventar und Pflanzen erwerben sie vom Vorbesitzer“, beschreibt sie das Verfahren. Pächterwechsel gebe es jedes Jahr. Etwa, weil sich Leute aus Altersgründen von ihrem Garten trennen. Oder weil sie sich die Gartenarbeit weniger aufwendig vorgestellt hatten. „Manche Leute haben eine falsche Vorstellung vom Garten. Sie glauben, dass alles von allein wächst und sind mit der Arbeit überfordert“, bemerkt Angelika Schlegel.

„Ein Garten ist nun mal viel Arbeit. Ohne Lust geht das nicht“, wendet Sergei Kakowkin ein. Der stellvertretende Vorsitzende der Kleingartenanlage hat die Arme auf sein Gartentor gestützt und gönnt sich eine kleine Pflanzpause. Momentan sind er und seine Frau eifrig damit beschäftigt, die Gemüsebeete zu bestellen. Den Boden lockern, Kompost untergraben, und dann wird gepflanzt und gesät.

Wegen der anhalten frostigen Temperaturen in der Nacht seien sie in diesem Jahr spät dran, sagt der 68-Jährige. Auf ihren Gemüsebeeten wollen die Kakowkins Kürbis, Zwiebeln, Kohl, Salat und andere Gemüsesorten anbauen. Das Jahr hindurch seien sie mit Gemüse aus dem eigenen Garten versorgt.

„Und die Obstbäume bringen uns meistens auch viele Früchte“, fährt er fort und schaut zu dem blühenden Kirschbaum hinauf. „Das sind Süßkirschen. Da ernten wir immer reichlich. Es ist genug da für uns und für die Vögel“, meint er lachend und wendet sich wieder seinen Beeten zu.

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