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Kosten müssten alle Haushalte tragen

Wertstoffhof: Keine Reckenfeld-Filiale

Reckenfeld

Nicht zum ersten Mal wurde über eine Reckenfelder Annahmestelle des Wertstoffhofes debattiert - und wohl auch nicht zum letzten Mal. Denn eine solche Dependance wird es nicht geben. Die Stadtverwaltung argumentiert mit hohen Kosten für die Allgemeinheit, zudem gebe es schlicht kein geeignetes Grundstück.

Oliver Hengst

In Reckenfeld gibt es Container-Standorte (wie diesen oft zugemüllten am Jägerweg) , aber keine Annahmestelle für Wertstoffe oder Grünabfälle. Daran wird sich auch erstmal nichts ändern. Foto: Oliver Hengst

Einen eigenen Wertstoffhof für Reckenfeld – oder zumindest eine Grünannahmestelle – wird es auch künftig nicht geben. Für einen entsprechenden Antrag der Fraktion „Unser Greven“ gab es im Bezirksausschuss Reckenfeld keine Mehrheit.

Nachbarkommunen mit ähnlich vielen Einwohnern wie der Ortsteil Reckenfeld hätten auch einen eigenen Wertstoffhof. „Es ist absolut sinnvoll, das auch in Reckenfeld einzuführen“, argumentierte Martinus Benning (Unser Greven).

Wolfgang Klaus erinnerte daran, dass man eine solche Annahmestelle im Grunde schon beschlossen habe. „Das ist eine Zusage, die einzulösen ist.“ Mindestens brauche man, wenn es schon keinen vollwertigen Recyclinghof gebe, eine Reckenfelder Annahmestelle für Grünabfälle.

Das sieht Franz-Josef Holthaus (CDU) ganz anders. Zur Entsorgung müsse man Grünzeug oder andere Abfälle ohnehin ins Auto laden. „Damit dann nach Greven zu fahren ist ein Klacks.“ Und wenn es in Reckenfeld eine Außenstelle des Wertstoffhofes geben sollte, wecke man damit womöglich Begehrlichkeiten in Gimbte und Schmedehausen. Reckenfelder hätten zudem einige Alternativen: Vor allem Lohmann und Reiling. Zudem so Holthaus, entstehe derzeit eine weitere Entsorgungsmöglichkeit kurz hinter der Emsdettener Ortsgrenze. Sein Fazit: „Wir sollten da die Finger von lassen.“

Wie André Kintrup von den Technischen Betrieben ausführte, sei der Betrieb einer Reckenfeld-Dependance nicht wirtschaftlich. Zudem fehle es schlicht an einem geeigneten Grundstück. „Der Wunsch ist nachvollziehbar. Aber Stand heute geht‘s nicht. Und wenn es gehen würde, wäre es teuer.“ Ausgehend von jährlichen Betriebskosten von 225 000 Euro würden sich Kostensteigerungen von bis zu 15 Prozent je Abfallgefäß ergeben, hatte die Verwaltung in der Beschlussvorlage vorgerechnet. Für einen Schmedehausener Haushalt mit einer 60 Liter-Tonne ergäben sich jährliche Mehrkosten in Höhe von 13 Euro, also knapp 9 Prozent mehr als bisher. Vom Reckenfelder Kirchplatz aus seien es 6,5 Kilometer bis zum Wertstoffhof, von Schmedehausen aus zehn und von der Schützenstraße aus auch fünf.

Zum Thema Grundstück fragte Benning nach, ob denn nicht ein ohnehin für Lagerung von Grünabfällen genutztes Areal an der Robert-Bosch-Straße zur Verfügung stehe. Nein, betonte Kintrup, hier handele es sich um das Gelände eines Regenrückhaltebeckens, das für diesen Zweck nicht genutzt werden könne.

Das hinderte die Befürworter nicht, weiter eine Reckenfelder „Filiale“ zu fordern. Dominik Uhlenhake (Linke) forderte eine solche in Form einer Grünannahmestelle, einen zweiten Wertstoffhof lehnt er allerdings ab. Ernst Reiling (Reckenfeld) nannte es „ungewöhnlich“, dass ausgerechnet die Gartenstadt Reckenfeld keine Grünabfallsammelstelle habe. Doch eine solche sei nun mal nicht gratis zu haben, erwiderte Ausschussvorsitzender Andreas Hajek (CDU). „Wir müssten die Kosten auf alle Gebührenzahler umlegen.“ Und man müsse konstatieren, dass Menschen, die im Grevener Süden leben, es genauso weit zum Wertstoffhof hätten wie manche Reckenfelder.

CDU, Grüne und Linke – und damit eine Mehrheit – stimmten letztlich dafür, den Antrag von „Unser Greven“ nicht weiter zu verfolgen.

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