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Aus dem Schulausschuss

Mit Nachhilfe-Camps gegen Corona-Versäumnisse

Greven

Nicht alle Kinder und Jugendlichen kamen mit den veränderten Lernbedingungen während der Pandemie klar. Manche gar so schlecht, dass nun riesige Lücken klaffen. Milliardenschwere Hilfsprogramme wurden geschnürt. Auch in Greven wird es Angebote geben.

Oliver Hengst

In Greven wird es dreiwöchige Lerngruppen in den Ferien geben (sechs Stunden am Tag). Foto: dpa

Das dürften keine leichten Diskussionen werden, die manche Eltern mit ihren Kindern zu führen haben: Nachhilfe in den Sommerferien, wenn andere Sonne und Strand genießen, im Freibad abhängen oder Angebote der Ferienkiste nutzen? Die betroffenen Schüler dürften kaum begeistert sein. Und doch scheint es in vielen Fällen nötig zu sein, Versäumnisse aufzuholen, zu denen die coronabedingten Schulschließungen und lange Phase des Distanzlernens geführt haben.

Nicht alle Kinder und Jugendlichen kamen mit den veränderten Lernbedingungen klar. Manche gar so schlecht, dass nun riesige Lücken klaffen. Das wissen die Schulträger (in der Regel die Kommunen), aber auch Land und Bund. Also wurden milliardenschwere Hilfsprogramme geschnürt.

Auch in Greven wird es Angebote geben. Am 1. Juni geht an der Martingrundschule bereits eine erste Lerngruppe an den Start, als eine Art Pilotprojekt. Wobei es nur sprichwörtlich unter dem Dach der Schule stattfindet, tatsächlich wird aus guten Gründen eben nicht in den Klassenräumen gelernt, sondern in der Begegnungsstätte.

Im März hat die Stadt eine Bedarfsabfrage in den Schulen durchgeführt. Diese hat ergeben, dass es voraussichtliche einen kurzfristigen Bedarf von 15 Gruppen gibt. Die Stadt kooperiert mit „Lernen fördern“, der als Träger die Lerngruppen betreibt. Die von den Schulen zusammengestellten Gruppen sollen in den Sommerferien Verpasstes nachholen und Lernlücken gezielt schließen – jeweils drei Wochen lang. Kinder können an einem, aber auch an beiden Drei-Wochen-Durchgängen teilnehmen. Die Nachhilfe-Camps (jeweils sechs Stunden am Tag) können in den Schulen stattfinden, aber auch externe Räume können und sollen genutzt werden, um eine durchaus erwünschte räumliche Distanz zur Institution Schule zu schaffen.

„Wir als Schulträger haben uns entschieden, den Eigenanteil in Höhe von 20 Prozent zu übernehmen“, erläuterte Beate Tenhaken, im Rathaus für den Bereich Bildung zuständig. Konkret geht es um 10 000 Euro, die jenseits der 80-Prozent-Förderung zu schultern sind.

Stefan Kipp (CDU) wollte wissen, ob auch andere Träger angesprochen wurden, oder ob Lernen fördern das Angebot in den Ferien allein stemme. Tenhaken verwies hier auf eine noch laufende Bedarfsabfrage und den „Probelauf“ ab nächster Woche, der Gelegenheit biete, mit Blick auf die Sommerferien vielleicht noch das eine oder andere nachzusteuern. Grundsätzlich habe Lernen fördern aber signalisiert, dass man das schultern könne. In den Ferien soll es übrigens – wie gewohnt – auch Freizeitangebote geben, die parallel zu den Nachhilfe-Camps angeboten werden. „Wir planen zum Beispiel, mit der Abenteuerkiste das Ferienprogramm durchzuziehen“, sagte Tenhaken. Auch Sportvereine planen zum Beispiel wieder entsprechende Aktionen. Eltern könnten somit frei entscheiden, wie sie die Angebote nutzen: beispielsweise drei Wochen Nachhilfe für die Kinder und in den anderen drei Wochen Ferienkiste oder eben Familienurlaub. Gleichzeitig Ferienkiste und Nachhilfe klappe jedoch nicht, weil beides tagsüber stattfinde. „Ziel ist es, das bedarfsgerecht zu machen, aber schon auch möglichst viele Kinder zu erreichen“, sagte Tenhaken.

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