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Corona-Regeln werden gelockert – aber teilweise nicht genutzt

Lockerung trifft auf Regenwetter

Greven

Sollte sich die Situation nicht gravierend ändern, kehrt am Samstag wieder etwas mehr Normalität in Greven ein. Denn dann dürfen unter anderem die Gastronomen wieder ihre Gäste im Außenbereich bewirtet. Auch Hotels, Campingplätze, das Freibad und Geschäfte dürfen öffnen – theoretisch.

Sven Thiele und Peter Beckmann

Das Freibad wird über Pfingsten wohl noch nicht öffnen. Denn: es sei noch nicht so richtig klar, was erlaubt sei und was nicht, sagte Andrea Lüke, Chefin der Stadtwerke. Foto: paß

Viele, viele Menschen haben genug von den vielen Einschränkungen, die mit der Corona-Pandemie einhergehen. Aber: Eine Lockerung ist in Aussicht, denn der kreisweite Inzidenzwert liegt schon am dritten Werktag nacheinander unter dem Wert von 100 – Tendenz weiter sinkend. Das heißt: Ab Samstag dürfen in Greven die Geschäfte wieder ohne Termin (aber mit tagesaktuellem negativen Testergebnis) besucht werden und auch die Außengastronomie darf öffnen. Weitere Lockerungen sind möglich – wenn es denn bei den niedrigen Zahlen bleibt.

Fast sieben Monate waren Cafés, Restaurants und Ausflugslokale geschlossen. Da wundert es nicht, dass die Nachricht von der bevorstehenden Öffnung für Erleichterung und Vorfreude sorgt. Am Samstag könnte es so weit sein. Eine Entwicklung, die Guido Temme aufatmen lässt. „Ich sehe endlich Licht am Ende des Tunnels“, meint der Inhaber des Restaurants „Zum Vosskotten.“ Temme plant, am Samstag ab 15 Uhr wieder Gäste im Außenbereich zu bewirten. Sonntag und Montag will er ganztägig öffnen und Speisen und Getränke servieren.

Bei der Kundschaft scheint die Vorfreude groß zu sein. Temme jedenfalls berichtet von etlichen Anfragen. Mit einem großen Ansturm rechnet er für das bevorstehende Pfingstwochenende gleichwohl nicht. Was an den Wetteraussichten liegt, die wenig Sonne, dafür aber viel Regen und niedrige Temperaturen ankündigen. Kein Wetter, um das frisch gezapfte Helle im Freien zu genießen.

Das ist auch ein Grund dafür, warum andere Grevener Gastronomen die Möglichkeit nicht wahrnehmen wollen, ihren Außenbereich Pfingsten zu öffnen. Dazu gehört Saleh Es-Sinawi. Das „Täglich“ im Niederort bleibt weiterhin geschlossen. „Ich plane erst am 1. Juni zu starten.“ Die unbeständige Witterung sei das eine, die notwendige Vorbereitung das andere. „Wir benötigen einige Tage Vorlauf.“

Die Lieferketten müssten angestoßen und das Personal mit den neuen Regelungen vertraut gemacht werden, erklärt Es-Sinawi. Denn es gilt: Zugang erhält nur, wer getestet, geimpft oder genesen ist. Auch muss die Rückverfolgbarkeit sichergestellt werden. „Im Moment warten wir noch auf die entsprechenden Verordnungen“, berichtet Es-Sinawi am Mittwoch.

Mit dem späteren Wiedereröffnungstermin verbindet er zudem die Hoffnung, dass bis dahin auch der Inzidenzwert von 50 unterschritten und der Innenbereich freigegeben wird. „Das wäre grandios.“ Ähnlich wie Es-Sinawi halten es weitere Gastronomen. Unter anderem Ottos, die Siedlerklause, das Mandala und das Restaurant Wauligmann stehen zwar in den Startlöchern, öffnen jedoch noch nicht über die Pfingsttage.

Auch Hotels und Campingplätze dürfen ab Samstag wieder private Gäste beherbergen. So ist auch der Campingplatz „Ferienpark Westheide“ ab Samstag wieder geöffnet – und trotz des vorausgesagten nassen Wetter ausgebucht. „Wir hatten so viele Anfragen, wir hätten unsere Plätze gleich drei Mal und mehr vergeben können“, erzählt Norbert Austmann, Eigentümer des Ferienparks. Sieben Monate lang durfte er – genau wie Hoteliers – nur Geschäftsleute beherbergen und natürlich die Dauercamper. „Und deshalb wird es wirklich aller höchste Zeit, dass wir wieder öffnen dürfen. Denn langsam aber sicher geht uns diese Situation an die Existenzgrundlage.“

Natürlich gebe es auch Einschränkungen. Neben den normalen Hygieneregeln und dem negativen Corona-Test, der vorgelegt werden muss, dürfe in den Sanitätsräumen nur jede zweite Kabine geöffnet sein. „Aber damit können wir gut leben.“

Auch das Grevener Freibad dürfte theoretisch öffnen. „Aber über Pfingsten wird das wohl nichts werden“, sagte Andrea Lüke, Chefin der Stadtwerke, auf Anfrage. Denn es sei noch nicht so richtig klar, was erlaubt sei und was nicht. In der Corona-Verordnung heißt es: Freibäder dürfen zur Sportausübung – keine Liegewiesen – öffnen, die Besucherzahl muss begrenzt werden, Voraussetzung ist ein negatives Testergebnis.

„Wir stimmen uns derzeit mit dem Gesundheitsamt des Kreises darüber ab, unter welchen Voraussetzungen wir öffnen dürfen“, sagte Lüke. Besonders der Ausdruck „Sportausübung“ sorge für einige ungeklärte Fragen.

Bleibt dann nur zu hoffen, dass die Infektionszahlen sich weiterhin auf niedrigem Niveau einpendeln und das Öffnungsszenario nicht nur von kurzer Dauer ist.

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